Natur-Aktivitäten im Allgäu

Immer beliebter: Freizeit in Allgäuer Wäldern verbringen - doch es gibt auch Probleme

Im Walderlebniszentrum in Füssen ist vor allem der Baumkronenweg auf einer Höhe von bis zu 21 Metern bei den Besuchern sehr beliebt.

Im Walderlebniszentrum in Füssen ist vor allem der Baumkronenweg auf einer Höhe von bis zu 21 Metern bei den Besuchern sehr beliebt.

Bild: Benedikt Siegert

Im Walderlebniszentrum in Füssen ist vor allem der Baumkronenweg auf einer Höhe von bis zu 21 Metern bei den Besuchern sehr beliebt.

Bild: Benedikt Siegert

Von Mountainbike-Strecke bis Trimm-dich-Pfad: In den Wäldern gibt es viele Angebote für Erholungssuchende. Viele verhalten sich vorbildlich - aber nicht alle.
07.09.2021 | Stand: 19:27 Uhr

Erholung in der Natur wird immer beliebter: Das sagt Simon Östreicher vom Kemptener Amt für Ernährung, Landwirtschaft (AELF) und Forsten. „Wir registrieren, dass die Wälder intensiv genutzt werden, durch den starken Tourismus sogar noch mehr.“ Im Staatswald werden in den Landkreisen Oberallgäu und Lindau sowie in der Stadt Kempten etwa 200 Kilometer Wanderwege und -pfade, rund 120 Kilometer Radwege und 20 Wanderparkplätze für Erholungssuchende und Sportler kostenlos bereitgestellt.

Dazu kommen laut Östreicher mindestens doppelt so viele Wander- und Fahrradwege in den kommunalen und privaten Wäldern: „Das Angebot ist groß und die Infrastruktur sehr gut.“ Östreicher sieht es gerne, dass die Wege und Pfade so gut angenommen und größtenteils auch ordentlich hinterlassen werden. „Nur selten finden wir viel Müll vor. Da verhalten sich die Leute ganz vorbildlich.“

Der Freistaat hat in den vergangenen zehn Jahren den Bayerischen Staatsforsten 34 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Wege zu erhalten und zu pflegen. Außerdem wurden einige weitere Projekte realisiert, etwa Mountainbike-Trails und Erlebnispfade. Und neue Angebote seien schon in Planung: „In Hindelang und Oberstaufen wird noch über Mountainbike-Trails diskutiert“, sagt Simon Östreicher.

Besucher im Allgäu für den Wald sensibilisieren

Auch in Memmingen stehen Vorhaben in den Startlöchern. Laut Forstamtsleiter Stefan Honold wird im Süden der Stadt in zwei bis drei Jahren ein Waldinformations- und Erlebniszentrum gebaut. Im Mittelpunkt steht dabei, die Bevölkerung für den Wald und alles, was damit zusammenhängt, zu sensibilisieren. Mit dem Nordic-Walking-Trail und dem Trimm-dich-Pfad sei die Stadt bereits jetzt gut aufgestellt: „Wir haben ein sehr gutes Waldwegenetz“, ist Honold überzeugt.

Auch für Waldbesitzer seien solche Projekte von Interesse, sagt Philipp Götzfried, Geschäftsführer der Kemptener Waldbesitzervereinigung. Aktuell gebe es zu viele uneinsichtige Mountainbiker, die unerlaubt querfeldein in den Wäldern unterwegs seien und damit oft die Arbeit der Forstbesitzer zunichte machten. Mit ausgebauten Trails verbinde man die Hoffnung auf mehr Respekt für den Wald und die geltenden Regeln, sagt Götzfried.

„Viele Familien unterwegs“

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Im Ostallgäu seien die Gegebenheiten ähnlich, sagt Stephan Kleiner, Bereichsleiter Forsten beim Kaufbeurer AELF: „Das Walderlebniszentrum in Füssen ist sehr gut besucht. Auf dem Baumkronenweg, den Erlebnispfaden und den Wander- und Fahrradwegen sind viele Familien und Urlauber unterwegs.“ Kleiner stellt aber fest, dass mit den steigenden Besucherzahlen in den vergangenen Monaten auch mehr Müll hinterlassen wird: „Und auf den Parkplätzen übernachten immer mehr Camper, was bekanntlich verboten ist.“

Wichtig sei – da sind sich Kleiner, Östreicher, Honold und Götzfried einig –, dass die Menschen es nicht als selbstverständlich ansehen, dass Wege und Pfade in bestem Zustand sind. „Und sie müssen Verständnis für Wegsperrungen und Aufräumarbeiten aufbringen. Die Instandhaltung bleibt größtenteils bei den Waldbesitzern hängen.“ Zwar gebe es für sie staatliche Förderungen beim Wegebau, „doch am Ende bleiben sie auf einem Großteil der Unkosten sitzen“, sagt Kleiner.

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