Hass im Netz

Instagram: Todesdrohung gegen Kaufbeurer Bundestagsabgeordnete Susanne Ferschl

Die Kaufbeurer Bundestagsabgeordnete Susanne Ferschl von der Linkspartei hat nach Erhalt einer Hassbotschaft im sozialen Netzwerk Instagram das Bundeskriminalamt (BKA) eingeschaltet.

Die Kaufbeurer Bundestagsabgeordnete Susanne Ferschl von der Linkspartei hat nach Erhalt einer Hassbotschaft im sozialen Netzwerk Instagram das Bundeskriminalamt (BKA) eingeschaltet.

Bild: Arne Immanuel Bänsch, dpa (Archivfoto)

Die Kaufbeurer Bundestagsabgeordnete Susanne Ferschl von der Linkspartei hat nach Erhalt einer Hassbotschaft im sozialen Netzwerk Instagram das Bundeskriminalamt (BKA) eingeschaltet.

Bild: Arne Immanuel Bänsch, dpa (Archivfoto)

Zuvor ging die Drohung an Mitglieder der Linkspartei mit türkischem/kurdischem Hintergrund. Ferschl zeigte sich solidarisch. Das Bundeskriminalamt ermittelt.
03.03.2021 | Stand: 12:55 Uhr

Susanne Ferschl von der Linkspartei hat nach Erhalt einer Hassbotschaft im sozialen Netzwerk Instagram das Bundeskriminalamt (BKA) eingeschaltet. „Der Tod wird dich finden Jitem“ habe der am Montag entdeckte Post an die Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende aus Kaufbeuren gelautet. Die identische Nachricht war laut Linken-Kreisverband zuvor an zwei andere Abgeordnete sowie mehrere Mitglieder der Linkspartei mit türkisch/kurdischem Hintergrund gegangen.

Todesdrohung gegen Kaufbeurer Bundestagsabgeordnete Susanne Ferschl

Nachdem sich Ferschl im Netz mit diesen solidarisch erklärt hatte, sei auch sie zum Ziel der Todesdrohung geworden – laut Linkspartei versandt vom Account „Jitem Turkey“. „Jitem“ steht für den informellen Geheimdienst der türkischen Militärpolizei. Ferschl habe sich nach Erhalt der Nachricht an das BKA gewandt, eine Anzeige bei der Polizei an ihrem Wohnort Kaufbeuren werde folgen, sagt ihre Mitarbeiterin Sophie Rauch auf AZ-Nachfrage.

Ob hinter der Drohung eine aggressive Organisation oder ein privater Absender stecke, sei bislang unklar. Toleriert werden dürften solche Posts aber in keinem Fall. „Diese Morddrohungen sind ein Angriff auf die Demokratie“, betont auch Peter Höflinger, Kreissprecher der Linkspartei im Allgäu.

Hass im Netz: Politiker und Prominente werden immer öfter zur Zielscheibe

Der Polizei in Bayern liegen laut dem Präsidium in Kempten keine aktuellen Erkenntnisse über „Jitem“ und die jüngsten Todesdrohungen gegen Ferschl vor. Politiker und andere Prominente würden immer öfter zur Zielscheibe aggressiver Nachrichten in sozialen Netzwerken, sagt Sprecher Dominic Geißler.

Die Polizei habe hier reagiert: Der digitalen Forensik gelinge es zunehmend, die Urheber solcher Posts zu ermitteln, auch wenn dies gerade mit Blick auf Accounts im Ausland schwierig sei. Daher sollten Betroffene in jedem Fall Anzeige erstatten.

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