Hirsch-Drama in Schwangau

Jäger retten Jungtier in Schwangau vor dem Tod

Hirsch, Schwangau, Jäger

In Schwangau haben Jäger (links Karlheinz Heel, rechts Andreas Strobel) einen Hirsch vor dem Tod gerettet.

Bild: Roland Schörkhuber

In Schwangau haben Jäger (links Karlheinz Heel, rechts Andreas Strobel) einen Hirsch vor dem Tod gerettet.

Bild: Roland Schörkhuber

Jäger haben für ein Happy-End in einem Hirsch-Drama in Schwangau (Kreis Ostallgäu) gesorgt. Beinahe wäre ein Jungtier verendet.
13.01.2022 | Stand: 19:48 Uhr

Der junge Hirsch hatte sich lebensbedrohlich in einem rund 30 Meter langen Elektroweidezaun verfangen. „Der Hirsch hätte sich beinahe selbst stranguliert. Die Litze (dünne Einzeldrähte mit Isolierhülle, Anm. d. Red.) hatte sich um Geweih, Hals und Vorderfuß gelegt. Mit jedem Schritt bewegte er sich näher auf den Tod zu“, sagt Berufsjäger Roland Schörkhuber (37).

Mit weiteren Jägern gelang die Rettung nahe der Wildfütterung bei Brunnen. Mit einem gezielten Schuss aus dem Narkosegewehr wurde der in Not geratene Hirsch betäubt. In den folgenden Minuten befreiten die Männer ihn – abseits des großen Hirschrudels bei der Fütterung – von dem gefährlichen Zaunwirrwarr. Als er wieder zu sich kam, schaute er einmal erstaunt nach links und rechts, ehe er in den Weiten der Wälder verschwand.

Hirsch-Drama in Schwangau: Jäger retten Jungtier vor dem Tod

„Für uns war das eine Herzensangelegenheit. Es bestand eine Chance, dass er gesund weiterleben kann. Deshalb haben wir gehandelt. Es hat zum Glück geklappt“, sagt Schörkhuber. Wo und wie sich der Hirsch in die missliche Lage gebracht hatte, lässt sich indes nicht mehr rekonstruieren.

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Die Schwangauer Wildfütterung stellt eine Besonderheit im Allgäu dar. Um die 170 Hirsche kommen laut Schörkhuber im Winter an die Tröge, um mit dem Verzehr von Rüben, Heu oder Silage die harten Winter im Gebirge zu überleben. Früher kamen die Hirsche in dieser Jahreszeit aus den Bergen in die Auen, die heute – nicht nur in Schwangau – meist verbaut sind. „Da sie in den Höhenlagen aber im Winter nicht genug zu fressen finden würden, helfen wir ihnen mit der Futterstelle“, erklärt Schörkhuber. Zugleich werde durch die Wildfütterung der Bergwald vor Verbissschäden bewahrt. Die Hirschfütterung in Schwangau können Zuschauer verfolgen. Wegen der Corona-Pandemie sind die Plätze aktuell jedoch reduziert. Besucher müssen sich vorher anmelden, es gilt die 2G-Regel.

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