Radsport RC Kaufbeuren

2020 ein Virus, 2021 ein Pilz - Rennen fällt erneut aus

Wertachufer zwischen Tell und Elefantenklo

Am Wertachufer zwischen dem Gasthaus Tell und dem „Elefantenklo“ sorgen kranke Bäume für Gefahr durch herabfallende Äste.

Bild: Mathias Wild

Am Wertachufer zwischen dem Gasthaus Tell und dem „Elefantenklo“ sorgen kranke Bäume für Gefahr durch herabfallende Äste.

Bild: Mathias Wild

Der RC Kaufbeuren sagt den MTB-Cup für Jugendliche in den Wertachauen ab. Dort sorgt das Eschentriebsterben für Gefahr von oben.
14.09.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Rund 130 Kinder sollten Ende September unter anderem durch die Wertachauen in Kaufbeuren radeln. Und zwar bei der sechsten Auflage des MTB Alpenwasser-Cup in den Altersklassen für U7 bis U19. Im vergangenen Jahr war das Rennen des RC Kaufbeuren aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden - dabei gibt es dort schöne Trails. Doch auch heuer wird nichts aus dem Wettbewerb, denn diesmal schlägt das Falsche Weiße Stängelbecherchen zu: Der Pilz sorgt für das Eschentriebsterben, weshalb die Bäume zum Beispiel Totholz verlieren können. Der RC Kaufbeuren hat deshalb die Veranstaltung abgesagt.

Bis zu 140 Jugendliche beim Rennen

„Der Cup ist eine südwestbayerische Rennserie mit Stationen unter anderem in Heimenkirch, Wildpoldsried, Oberammergau, Obergessertshausen und Kaufbeuren. Das Rennen in Kaufbeuren wäre gleichzeitig die Schwäbische Meisterschaft im MTB für die Altersklassen bis U19 gewesen. Der Tagessieger in Kaufbeuren wäre zugleich Schwäbischer Meister gewesen“, berichtet Carolin Lingg vom RCK. Fünf Mal hat es die Veranstaltung gegeben, an der regelmäßig bis zu 140 Jugendliche teilnehmen. Doch dieses Mal teilte die Stadt mit, dass aufgrund des Eschentriebsterbens der Wettbewerb zwar stattfinden dürfe, aber nur wenn der Vorstand des Vereins um Jonas Costian dafür hafte. „Unser Vorstand kann das Risiko verständlicherweise nicht eingehen, sodass er das Rennen absagen musste“, erklärt Lingg.

Stadt will die Haftung nicht alleine übernehmen

Die Stadt Kaufbeuren bestätigt den Sachverhalt weitgehen. Betont aber: „Dem Veranstalter wurde mitgeteilt, dass die Stadt Kaufbeuren nicht die alleinige Haftung übernimmt. Es kann nicht garantiert werden, dass nicht doch ein Ast auf ein Kind herunterfällt. Dieses „Worst Case“-Szenario betrifft aber nicht nur die Eschen, sondern selbstverständlich auch alle anderen Bäume. Daraufhin hat der Veranstalter das Rennen abgesagt“, teilt Pressesprecher Tobias Müller mit. Denn die Gefahr sei vor allem durch das Eschentriebssterben in den Wertachauen gegeben: „Einer der Schwerpunkte ist beispielsweise im sogenannten Hirschzeller Areal an der Wertach. Markante Punkte wären beispielsweise vom Elefantenklo vor bis zum Gasthaus Tell und auch entsprechend auf der anderen Flussseite an der Kolping-Akademie“, berichtet Müller.

Totholz und dünne Stammwanddicke

Festgestellt wurde das bei den Kontrollen der Bäume, die mehrfach im Jahr gemacht werden, um eine Gefährdung für Fußgänger und Radfahrer möglichst auszuschließen. Dabei wurde auch Totholz in den Bäumen festgestellt, dass auch entfernt werden soll. „Totholz an den Bäumen heißt nicht, dass der gesamte Baum gefällt werden muss. Zunächst wird versucht, einzelne Triebe wegzunehmen. Einer der ausschlaggebenden Punkte für die Bewertung, ob der Baum abgesägt werden muss, ist die Stammwanddicke. Ist diese zu dünn, kann nicht mehr garantiert werden, dass der Baum auch Stürmen standhält und wird in diesem Fall als Präventivmaßnahme gefällt“, erläutert Müller. In dem Fall werde „selbstverständlich“ nachgepflanzt – in Kaufbeuren Amerikanische Rotesche oder die Blumenesche. „Man geht davon aus, dass diese Arten nicht vom Eschentriebsterben betroffen sind“.

Der Präsident tröstet

Das hilft dem RCK erst einmal nicht weiter: Er will das Rennen nächstes Jahr nachholen – zum dritten Mal die sechste Auflage versuchen, schließlich hat er eine aktive Nachwuchsabteilung. Trost bekam der Verein von Edmund Nebel, Präsident des schwäbischen Radsportverbands: „Ich bedauere die Absage sehr“, teilte er dem RCK mit. Denn für Kinder und Jugendliche waren und seien in Schwaben nicht mehr viele Rennen übrig.

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