Amtsgericht Kaufbeuren

2,2 Promille, Filmriss und 7.800 Euro Strafe

Der Alkohol wurde dem Angeklagten schon zuvor zum Verhängnis. Fast genau ein Jahr zuvor wurde er wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt.

Der Alkohol wurde dem Angeklagten schon zuvor zum Verhängnis. Fast genau ein Jahr zuvor wurde er wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt.

Bild: (Archiv) Arno Burgi/dpa

Der Alkohol wurde dem Angeklagten schon zuvor zum Verhängnis. Fast genau ein Jahr zuvor wurde er wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt.

Bild: (Archiv) Arno Burgi/dpa

Zwar erinnere sich der Angeklagte nicht mehr an die Tat, eine saftige Strafe muss er dennoch zahlen - Wegen Beleidung und Widerstand gegen die Festnahme.
20.09.2021 | Stand: 12:28 Uhr

Weil ein betrunkener 25-Jähriger den Anweisungen der Beamten partout nicht folgen wollte, musste sich der in Hohenfurch wohnhafte Mann nun vor dem Amtsgericht Kaufbeuren verantworten. An einem Samstag im Mai erhielt die Polizei Kaufbeuren um etwa 22.30 Uhr einen Anruf, weil ein Betrunkener im Stadtgebiet „randalierte und gegen Fahrzeuge schlug“. Als die Beamten schließlich vor Ort eintrafen, saß der Angeklagte auf dem Boden. Der Forderung aufzustehen kam der 25-Jährige nicht nach. Die beiden Beamten halfen ihm auf und durchsuchten ihn nach Ausweisdokumenten, wie die Aufnahmen einer Bodycam eines Polizisten bestätigten. Daraufhin führte der Betrunkene eine Handbewegung aus, die später als tätlicher Angriff verhandelt wurde.

Der "Bekannte" ist nur ein zufälliger Namensvetter

Der Angeklagte begann danach, sich mit seinem Körpergewicht nach unten zu drücken und wurde deswegen von den anwesenden Ordnungshütern fixiert. Nachdem sie ihn identifiziert hatten, geleiteten die Polizisten den Mann zu der Wohnung eines Bekannten, bei dem er angeblich zuvor war. Die Anschrift fanden sie über das Einwohnerzentralregister. Der Bekannte stellte sich allerdings nur als zufälliger Namensvetter des Angeklagten heraus und so nahmen die Beamten den Betrunkenen mit aufs Revier.

Dabei stellte sich der Mann weiterhin quer und wollte sich auf Bitten der Polizisten nicht anschnallen. Ihm wurde deshalb eine Fesselung angekündigt und er sollte aus dem Auto aussteigen. Auch das verweigerte der Mann. Als er sich schließlich gefesselt wieder in den Polizeiwagen setzte, klemmte er ein Bein in die in die Tür und leistete so abermals Widerstand.

2,2 Promille und ein reicher Wortschatz an Beleidigungen

Während der gesamten Festnahme verhielt er sich außerdem aggressiv und beschimpfte die Beamten mit Ausdrücken wie „dummer Junge“, „Pussy“, „Penner“ und „Weichflöte“. Zudem fragte er die zwei Polizisten, ob sie „ein Paar auf die Fresse haben“ wollten. Ein Alkoholtest beim Angeklagten ergab einen Blutalkoholwert von etwa 2,2 Promille. (600 Feiernde am Wochenende in Baisweil - Party wird von Polizei geräumt)

Zwei Tage später bei den Polizisten entschuldigt

Während der Schilderungen und der Videosichtung im Gerichtssaal zeigte sich der Angeklagte beschämt von seinem Verhalten. Er könne sich laut eigener Aussage nicht mehr an den Vorfall erinnern. Er habe mit seinem Bekannten eine Shisha-Bar besucht und war anschließend in dessen Wohnung gegangen. Wie er auf die Straße gekommen ist, wisse er nicht. Bereits zwei Tage nach der Festnahme entschuldigte sich der 25-Jährige per Anruf bei der Polizeidienststelle. Auch bei der Verhandlung am Amtsgericht richtete er sein Wort an die anwesenden Beamten.

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Nach der Beweisaufnahme ließ der Richter den Vorwurf des tätlichen Angriffs – entgegen des Plädoyers des Staatsanwalts – fallen. Die Staatsanwaltschaft erachtete den Vorfall im Gesamten als „nicht so gewichtig“ und forderte eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 65 Euro. Der Richter stufte den Widerstand „am unteren Rand“ ein und verurteilte den Angeklagten zu 120 Tagessätzen zu je 65 Euro wegen des Widerstandes und der Beleidigung. Das Urteil ist rechtskräftig.

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