Verstoß gegen Betäubungsmittel-Gesetz

34-Jährige hatte 83 Methadon-Tabletten unterm Fahrersitz versteckt

83 Methadon-Tabletten wurden bei der Angeklagten gefunden (Symbolfoto).

83 Methadon-Tabletten wurden bei der Angeklagten gefunden (Symbolfoto).

Bild: dpa

83 Methadon-Tabletten wurden bei der Angeklagten gefunden (Symbolfoto).

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Polizei findet bei Kontolle Drogen im Auto und in der Wohnung der Frau. Vor Gericht versucht sie, sich mit Schutzbehauptungen aus der Affäre zu ziehen.
14.10.2020 | Stand: 12:10 Uhr

Wegen vorsätzlichen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in einer nicht geringen Menge wurde eine 34-Jährige aus dem Raum Mindelheim jetzt vom Kaufbeurer Schöffengericht zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt. Die Polizei hatte im November 2019 bei einer Kontrolle in Marktoberdorf unter dem Fahrersitz ihres Autos 83 Methadon-Tabletten gefunden und in ihrer Wohnung 313 Gramm Marihuana.

"Nichts von Strafbarkeit gewusst"

Die Frau hatte die Beamten bei Beginn der Kontrolle selbst auf das Vorhandensein der Betäubungsmittel hingewiesen. Vor Gericht gab sie jetzt an, dass diese in beiden Fällen nicht ihr gehört hätten, sondern einem Bekannten. Zudem wollte sie nicht über die Strafbarkeit eines Betäubungsmittel-Besitzes Bescheid gewusst haben. Beides war für die Staatsanwältin und das Gericht „eine reine Schutzbehauptung“.

Sechs Handys im Auto gefunden

Weil im Auto auch noch sechs Handys gefunden wurden, ging die Anklagevertreterin von einem geplanten Verkauf der Methadon-Tabletten aus – zumal auf einem der Handys auch noch zwei verdächtige Chats mit eventuellen Abnehmern entdeckt wurden. Allerdings waren die Textnachrichten so allgemein gehalten, dass sie aus Sicht des Verteidigers und des Gerichts nicht für den Nachweis eines Handels ausreichten.

Denkzettel verpasst

Zugunsten der Angeklagten wurde berücksichtigt, dass sie bis dato strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten war und in geordneten Verhältnissen lebt. Der Vorsitzende des Schöffengerichts ging davon aus, dass sie die Verurteilung „als hinreichenden Denkzettel mitnimmt“ und verhängte als Bewährungsauflage 120 Stunden gemeinnützige Arbeit. Der Verteidiger machte nach der Urteilsverkündung kein Hehl daraus, dass er das die Entscheidung des Gerichts für „nicht komplett falsch“ hielt und die Chancen einer eventuellen Berufung „nicht unbedingt rosig“ einschätzte. Seine Mandantin nahm das Urteil an. Nachdem auch die Staatsanwältin auf Rechtsmittel verzichtete, wurde die Entscheidung sofort rechtskräftig.