Der Kaufbeurer Solarpionier Martin Sandler

Aha-Effekt am Heizkessel

Der Unternehmer Martin Sandler (links) und sein Sohn Benjamin lassen derzeit ihren Vorführraum im Kaufbeurer Märzenpark deutlich vergrößern, auch wenn die Corona-Vorschriften die Besucherzahlen derzeit noch beschränken.

Der Unternehmer Martin Sandler (links) und sein Sohn Benjamin lassen derzeit ihren Vorführraum im Kaufbeurer Märzenpark deutlich vergrößern, auch wenn die Corona-Vorschriften die Besucherzahlen derzeit noch beschränken.

Bild: Alexander Vucko

Der Unternehmer Martin Sandler (links) und sein Sohn Benjamin lassen derzeit ihren Vorführraum im Kaufbeurer Märzenpark deutlich vergrößern, auch wenn die Corona-Vorschriften die Besucherzahlen derzeit noch beschränken.

Bild: Alexander Vucko

Solarpionier Martin Sandler vergrößert den Vorführraum seines Unternehmens EFG. Warum die Pandemie zum Innovationstreiber wird und der Betrieb auf eigene Montageteams setzt.
02.10.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Corona führt immer wieder zu unerwarteten Entwicklungen. Heiztechnik, ebenso effizient wie umweltschonend, wurde bereits vor der Pandemie und der Fridays for Future-Bewegung stark nachgefragt. „Nun boomt sie aber geradezu“, sagt Martin Sandler, Geschäftsführer des Unternehmen EFG – Energie für Gebäude in Kaufbeuren. Corona und die Folgen hätten offenbar dazu beigetragen, dass sich noch mehr Menschen mit der nachhaltigen Wärmeversorgung ihres Eigenheims auseinandersetzen. Das merkt Sandler auch an den Zahlen im eigenen Betrieb. Deshalb vergrößert das Unternehmen derzeit sein Vorführzentrum im Märzenpark.

Viele Patente auf dem Markt

„Unsere Kunden streben dabei einen möglichst hohen Anteil erneuerbarer Energien zur Wärmeversorgung ihres Gebäudes an“, sagt Solarpionier Sandler (62), der sich seit 37 Jahren mit umweltfreundlichen Heizsystemen beschäftigt. Entwicklungen vom Schichtspeicher über die Frischwassertechnik bis hin zum heutigen „Speed-Power“-Heizsystem mit seiner Regelungstechnik zum Heizen und zur Trinkwassererwärmung tragen seine Handschrift und wurde mehrfach mit (Bundes-)Innovationspreisen bedacht. Laut Sandler können damit Wärmeerzeuger und Wärmeabgabesysteme aller Art (weiter) genutzt, mit erneuerbaren Energien kombiniert und zudem ökologischer und ökonomischer betrieben werden. Furore machte der Ingenieur einst aber auch mit einer Sitzheizung auf kalten Kirchenbänken. Die Motive der Kunden sind immer die gleichen: „Zum einen, um Betriebskosten zu senken, andererseits aber auch, um unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden und CO2-Emissionen zu vermeiden“, sagt Junior-Geschäftsführer Benjamin Sandler (27).

Eigene Montageteams

Inzwischen arbeitet EFG nach eigenen Angaben bundesweit mit über 100 Heizungsbaufachbetrieben zusammen. „Leider stellen wir dennoch fest, dass ein Großteil der Fachhandwerker den Blick für neue Lösungen und die Wünsche der Kunden nach umweltfreundlicher Heizungstechnik offenbar verloren hat“, konstatiert der Firmengründer. Aus diesem Grund setzt das Unternehmen zusätzlich auch auf eigene Montagekapazitäten. Ein EFG-eigenes Team ging vor wenigen Wochen in Nordrhein-Westfalen an den Start. „Aufgeschlossenen Heizungsbauern und Kundendienstmonteuren können wir so ein hoch spannendes und attraktives Aufgabenfeld bieten“, sagt Benjamin Sandler. „Und für die Wärmeversorgung der Zukunft sind neue Ansätze und pfiffige Handwerker essenziell.“

Interessierte aus der ganzen Region

Dass Martin Sandler im Internet, auf Messen und im eigenen Betrieb Heiztechnik allgemein verständlich und mit Aha-Effekt vermittelt, ist mittlerweile bekannt. Zu seinen Veranstaltungen reisen Interessenten aus der ganzen Region und dem deutschsprachigen Ausland an. Dann erklärt der Geschäftsführer das „Alleinstellungsmerkmal“ des EFG-Konzeptes, den schnell reagierenden Schichtspeicher, der überschüssige Wärme etwa von Solarkollektoren rasch aufnehmen und dosiert wieder abgeben könne. Bei Live-Vorführungen mit der Wärmebildkamera sieht der Besucher, wie das patentierte Speichersystem das Wärmemedium Wasser in drei Temperaturzonen schichtet und nach wenigen Minuten heißes Brauchwasser zur Verfügung stellt.

Corona setzt Grenzen

Der Knackpunkt: Die Coronavorschriften mit den Veranstaltungsabsagen im Frühjahr und den aktuellen Besucherbeschränkungen bremsten das Informationsangebot aus. Kurzzeitig hatte das 30-köpfige EFG-Team auf Telefontermine umgestellt. „Da ist der Erlebnisfaktor aber überschaubar“, räumt der Senior ein. Nun blickt man schon auf die Zeit nach Corona. Derzeit wird bei EFG der neue, deutlich größere Vorführraum eingerichtet. Er soll Platz für bis zu 80 Besucher bieten, wenngleich die aktuellen Hygienevorschriften die Teilnehmerzahl an den Energie-Info-Tagen derzeit noch auf 30 Gäste begrenzen. Benjamin Sandler verweist deshalb auf das neue interaktive Livestream-Angebot von EFG im Internet.

Anmeldung für die Energie-Info-Tage, die ab November jeden ersten Samstag im Monat stattfinden, im Internet:

www.efg.de