Versammlung ESV Kaufbeuren

Alkoholverbot ist Wermutstropfen - der ESVK vor der Saison

ESVK JHV Kielhorn applaus I

Ein Mann geht seinen Weg: Zum Abschied wurde Karl-Heinz Kielhorn bei der ESVK-Versammlung mit viel Applaus bedacht.

Bild: Harald Langer

Ein Mann geht seinen Weg: Zum Abschied wurde Karl-Heinz Kielhorn bei der ESVK-Versammlung mit viel Applaus bedacht.

Bild: Harald Langer

Nach dem Abschied von Vorstand Karl-Heinz Kielhorn bleibt solides Wirtschaften beim ESV Kaufbeuren weiter im Vordergrund. Der neue Vorsitzende kündigt nächste Ziele an.
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Von Thomas Schreiber
29.09.2021 | Stand: 17:00 Uhr

„Ich sag dann einfach Tschüss“, mit diesen Worten griff der scheidenden ESVK-Vorstand Karl-Heinz Kielhorn zum Ende der Jahreshauptversammlung ein letztes Mal zum Mikrofon und verabschiedete sich von den anwesenden Mitgliedern und Fans. Zuvor war der langjährige Vorstand des ESV Kaufbeuren unter großem Beifall verabschiedet worden, nachdem er sich für diesen Posten nicht mehr zur Wahl gestellt hatte. Sein Vorstandskollege Thomas Petrich sprach dabei von einem Lebenswerk, das seines gleichen suchen wird.

Ehre dem Grandseigneur

Bescheiden, wie Kielhorn in seinem Wirken für den ESVK immer war, sprach er in seiner Rede von einer unglaublich schönen Zeit. „Unser Ziel war es, für den Nachwuchs Ausbildung auf höchstem Niveau zu ermöglichen. Die Aufgabe des Vorstandes war dabei, neue Ideen zu generieren und die finanziellen Mittel dazu zu schaffen“, berichtet der Grandseigneur des ESVK, der sich mit seinem besonnenen Wirken ein hohes Ansehen in der gesamten Eishockeyszene erworben hat. Der Vorstand würdigte seine Verdienste und ernannte ihn zum ersten Ehrenvorstand des ESV Kaufbeuren.

Ein ganzer Jahrgang geht im Nachwuchs verloren

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen zogen sich anschließend wie ein roter Faden durch sämtliche Rechenschaftsberichte. Der sportliche Leiter Jogi Koch lobte dabei alle Beteiligten für die Ausarbeitung und Umsetzung der Hygienemaßnahmen, die für den Spiel- und Trainingsbetrieb große Einschränkungen mit sich gebracht hatten. Auch aus sportlicher Sicht geht dem Nachwuchs dadurch ein ganzer Jahrgang verloren. „Wir können dabei immer noch auf hohem Niveau jammern, doch man darf sich nicht immer nur die blanken Ergebnisse vor Augen halten, sondern man muss auch die gesamte Entwicklung betrachten“, sagt Koch, der dabei auch die gute funktionierende Kooperation mit dem EV Füssen lobend erwähnte. Aber auch das gesamte Trainerteam um die hauptamtlichen Übungsleiter Daniel Jun, Martin Schweiger und Simon Steiner leisten tolle Arbeit im Nachwuchs. „Wir sind auf einem sehr Weg und die DNL-Mannschaft zeigt uns gerade, wo wir hingehören“, berichtet Jogi Koch, der wie alle seine Mitstreiter auch den fünften Stern für die Nachwuchsarbeit im Visier hat.

Schulden sind halbiert - und sollen weiter sinken

Auch die Finanzen sind beim ESVK auf einem guten Weg. Der bisherige Beisitzer und nun neue Vorsitzende und Schatzmeister, Karlheinz Peukert, präsentierte eine sehr solide Finanzpolitik, in der die weitere Entschuldung im Fokus stehen wird. „Wir haben in den letzten acht Jahren unsere Schulden halbiert und wollen bis 2026 alle Verbindlichkeiten getilgt haben“, sagte Peukert zu den ehrgeizigen Zielen des Vorstandes.

Kampf gegen Windmühlen

Oberbürgermeister Stefan Bosse versprach, den Verein so gut es geht, zu unterstützen oder zu entlasten. Das aktuelle Alkoholverbot sieht auch Bosse als Wehmuttropfen beim Stadionbesuch. „Ich habe schon beim Gesundheitsminister persönlich interveniert, aber das ist wie ein Ankämpfen gegen Windmühlen“, sagt das Stadtoberhaupt.

Der Weg mit den Talenten

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Wenige Tage vor dem Saisonstart war man natürlich gespannt auf die aktuellen Einschätzungen von Geschäftsführer Michael Kreitl, der dazu von Moderator Claus Tenambergen befragt wurde. „Ein solides Wirtschaften wird weiter im Vordergrund stehen. Deshalb haben wir uns auch bewusst für den Weg mit jungen Talenten entschieden. Der besagte Umbruch wurde vollzogen und war vielleicht auch notwendig, sagte Kreitl und erläuterte weiter: „Wir können nicht auf einen großen Hauptsponsor bauen, nach dem wir natürlich weiter Ausschau halten. Vielmehr können wir stolz sein auf eine breite Masse von Geldgebern aus der Region, die uns schon über Jahre die Treue halten“, sagte Kreitl mit Anerkennung für deren Unterstützung. Der Verein zeichnete an dem Abend auch noch langjährige Mitglieder für die Treue aus.