Kommentar

Alle Spielräume nutzen, um Schätze in Kaufbeuren zu behalten

Wo geht die Reise für die Figuren und die „Kaufbeurer Märchenkutsche“ im Puppentheatermuseum hin? Diese Frage beschäftigt etliche Kaufbeurer, auch Kulturpreisträger Peter Pius Irl.

Wo geht die Reise für die Figuren und die „Kaufbeurer Märchenkutsche“ im Puppentheatermuseum hin? Diese Frage beschäftigt etliche Kaufbeurer, auch Kulturpreisträger Peter Pius Irl.

Bild: Mathias Wild

Wo geht die Reise für die Figuren und die „Kaufbeurer Märchenkutsche“ im Puppentheatermuseum hin? Diese Frage beschäftigt etliche Kaufbeurer, auch Kulturpreisträger Peter Pius Irl.

Bild: Mathias Wild

So kommentiert Redakteur Martin Frei die Diskussion um die Auflösung des Kaufbeurer Puppentheatermuseums.
24.03.2021 | Stand: 19:12 Uhr

Es ist eine Tragödie mit Ansage: Das Puppentheatermuseum fristete seit Jahren ein kärgliches Dasein mit sporadischen Öffnungszeiten und entsprechend niedrigen Besucherzahlen. Deshalb trafen der Puppenspielverein und die Stadt eine harte, aber nachvollziehbare Entscheidung: Alle Kräfte sollen auf das Puppentheater, dessen Sanierung und einen künftig wieder regen Aufführungsbetrieb dort konzentriert werden. In dieser schwierigen Lage ist das Museum in der Tat ein Klotz am Bein des Puppentheater-Teams. Das hat sich in den vergangenen Monaten zwar als überaus rührig erwiesen. Aber es ist auch nicht groß genug, um gleich zwei arbeitsintensive Projekte parallel zu stemmen.

Hoffentlich nur vorübergehend

Dass diese – hoffentlich nur vorübergehende – Situation jetzt aber dazu führen soll, dass ein Großteil der Schätze von Alois Raab verkauft wird, sorgt zurecht für Empörung. In dieser Stadt müsste es zu schaffen sein, die Museumssammlung zumindest für ein paar Jahre einzulagern. Vor allem aber müsste es möglich sein, engagierte Bürger zu finden, die am Aufbau und Betrieb eines rührigen, attraktiven, neuen Puppentheatermuseums mitwirken. Das Beispiel des inzwischen hochgelobten Stadtmuseums, das schon vor dem Aus zu stehen drohte, oder auch des großartigen Feuerwehrmuseums zeigen, wie das funktionieren kann. Bis das Gegenteil bewiesen ist, sollten alle Beteiligten ihre Spielräume für die Puppenspielschätze nutzen. Diese zu verkaufen, darf nur die allerletzte Option sein.

Auch an die eigene Nase fassen

Das Schicksal des Puppentheatermuseums sollte aber auch für alle Kulturinteressierten ein Anlass sein, sich an die eigene Nase zu fassen. Denn es zeigt einmal mehr, dass entsprechende Angeboten nur dann eine Zukunft haben, wenn sie auch genutzt werden.