Medizin

Allgäuer Experte klärt auf: Worauf Rheuma-Patienten in Zeiten von Corona achten sollten

Chefarzt Dr. Artur Schleich und Assistentin Sonja Martin empfehlen Rheumapatienten, besonders auf Hygieneregeln zu achten.

Chefarzt Dr. Artur Schleich und Assistentin Sonja Martin empfehlen Rheumapatienten, besonders auf Hygieneregeln zu achten.

Bild: Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren

Chefarzt Dr. Artur Schleich und Assistentin Sonja Martin empfehlen Rheumapatienten, besonders auf Hygieneregeln zu achten.

Bild: Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren

Der Allgäuer Rheuma-Experte Artur Schleich erklärt, warum Medikamente auf keinen Fall einfach abgesetzt werden dürfen - auch nicht aus Corona-Furcht.

06.09.2020 | Stand: 16:54 Uhr

Weil Menschen mit aktivem Rheumabesonders infektanfällig sind, sollten sie sich konsequent mit den empfohlenen Maßnahmen des RKI vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen. Darauf weist Dr. Artur Schleich hin, Chefarzt der Rheumatologie an der Klinik St. Josef in Buchloe, die zu den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren gehört. Seit mehr als 30 Jahren behandelt er Rheumapatienten und klärt auf: Etwa drei bis vier Prozent der Bevölkerung leiden an entzündlich-rheumatischen Beschwerden.

Geschwächtes Immunsystem

Durch die notwendige Medikation sei das Abwehrsystem dieser Menschen generell geschwächt.

Viele Patienten seien deshalb verunsichert und fragen sich, wie sie sich jetzt richtig verhalten sollen. „Bloß nicht die Medikamente eigenmächtig absetzen“, warnt der Rheumaspezialist. „Dafür gibt es bislang keinerlei Grundlage. Im Gegenteil – wenn ein Krankheitsschub auftritt und höhere Dosen von Cortison erforderlich sind, ist das Infektionsrisiko höher als unter der alten Medikation, dies ist vielen nicht bewusst“, erklärt Schleich.

Auch die deutsche Gesellschaft für Rheumatologie gibt bei ihren neuesten Empfehlungen weitgehend Entwarnung: Rheumapatienten haben, bisher vorliegenden Daten weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko hin, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Auch bei einer Infektion sei kein wesentlich schwererer Verlauf zu erwarten. „Wichtig ist, dass sich Rheumapatienten ganz besonders an die allgemeinen Hygienemaßnahmen wie Abstand halten, Mundschutz tragen und Hände desinfizieren halten“, rät Schleich. „Eine Änderung der Medikation sollte, wenn überhaupt, nur in Absprache mit dem Rheumatologen passieren“. (Lesen Sie auch: Wegen Corona: Allgäuer trauen sich nicht mehr zum Arzt.)

"Kein Patient wird abgewiesen"

Auch in Zeiten von Corona, wo ambulante Termine reduzierter stattfinden müssen, werde in Buchloe kein Patient abgewiesen, verspricht der Arzt. „Wir kämpfen weiter dafür, unsere Patienten auch in diesen Zeiten optimal zu versorgen.“ Coronabedingt könne zwar nicht jeder Kontakt persönlich stattfinden, „doch dafür telefonieren wir viel mehr mit unseren Patienten. Unser Herzstück bleibt natürlich die Kombination aus der stationären und ambulanten Versorgung“.

Dies mache die Fachabteilung für Rheumatologie in Buchloe einzigartig im Allgäu. Denn rund fünf Prozent aller Rheumaerkrankten sind so schwer betroffen, dass sie regelmäßig im Krankenhaus behandelt werden müssen. In Buchloe erhalte der Patient eine ambulante Nachsorge durch den gleichen Arzt, was ein besonderes Vertrauensverhältnis ermögliche. Behandelt werde, ambulant wie stationär, individuell mit modernsten Therapiemethoden. Um bestmögliche Behandlungsergebnisse zu erzielen, arbeitet die Fachabteilung eng mit der physiotherapeutischen Abteilung im Hause zusammen.