Vor Gericht in Kaufbeuren

Autofahrer streift Parkwächterin - Fall nun vor Gericht

Alpspitzbahn in Nesselwang

Auf dem Parkplatz der Alpsptzbahn in Nesselwang kommt es zu einem Disput zwischen einem Ostallgäuer und einer Parkwächterin. Der Fall wird vor dem Kaufbeurer Amtsgericht verhandelt.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Auf dem Parkplatz der Alpsptzbahn in Nesselwang kommt es zu einem Disput zwischen einem Ostallgäuer und einer Parkwächterin. Der Fall wird vor dem Kaufbeurer Amtsgericht verhandelt.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Ein Ostallgäuer ist vor Gericht, weil er bei der Nesselwanger Alpspitz keine Parkgebühr bezahlen wollte und eine Parkwächterin streifte. Die Strafe folgt nun.
17.01.2022 | Stand: 12:46 Uhr

Was im August 2021 als Autofahrt zu einer Mountainbike-Tour begann, endete für einen 49-jährigen Ostallgäuer jetzt in einem Strafverfahren vor dem Kaufbeurer Amtsgericht. Der Mann wollte damals vom Parkplatz der Nesselwanger Alpspitzbahn aus starten und wusste angeblich nicht, dass die dortigen Stellplätze seit Kurzem gebührenpflichtig waren. Als ihn eine Mitarbeiterin des Unternehmens darauf ansprach und die fälligen drei Euro von ihm kassieren wollte, ignorierte er dies und fuhr nach einem Disput wieder an. Dabei wurde die Frau vom Auto am Ellbogen gestreift.

Ostallgäuer legt Einspruch gegen Strafbefehl ein

In der Folgezeit erhielt der Ostallgäuer einen Strafbefehl wegen Erpressung, der eine Geldstrafe von 3200 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot vorsah. Dagegen legte er Einspruch ein, sodass es jetzt zur Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht kam. Dort hielt er den Vorwurf weiterhin für ungerechtfertigt, zog seinen Einspruch aber schließlich doch zurück. Der Strafbefehl wurde damit sofort rechtskräftig.

Zum Prozessauftakt hatte der Angeklagte, der sich nach eigenen Angaben noch nie etwas im Straßenverkehr hatte zuschulden kommen lassen, seine Sicht der Dinge geschildert. Danach hatte er bei der Anfahrt zum Parkplatz keine Beschilderung zur Gebührenpflicht gesehen. Als er langsam an einem vor ihm haltenden Wohnmobil habe vorbeifahren wollen, sei ihm plötzlich eine Frau „vors Auto gesprungen“. Die neutral gekleidete Person sei nicht als Mitarbeiterin der Bergbahn zu erkennen gewesen und habe ihn auch nicht auf eine Gebührenpflicht hingewiesen, sondern nur gefragt, wo er hinwolle.

Zeugin schildert vor Gericht den Disput auf dem Parkplatz

Die Zeugin hatte den Vorfall deutlich anders in Erinnerung. Laut ihrer Schilderung gibt es auf der Anfahrt zum Parkplatz drei oder vier Hinweisschilder, „damit die Leute das Geld auch gleich bereit halten und es schneller geht.“ Sie habe damals ihre Dienstkleidung mit dem Logo des Unternehmens getragen. Den Angeklagten habe sie bemerkt, als er aus einer kurzen Warteschlange ausgeschert sei und versucht habe, an dieser vorbei auf den Parkplatz aufzufahren. Als sie ihn anhielt, um die Gebühr zu kassieren, habe er gesagt, er wolle zu einem am Ende des Parkplatzes gelegenen Hotel. Angesichts eines einheimischen Autokennzeichens und einer fehlenden Bestätigung des Beherbergungsbetriebs nahm ihm die Zeugin dies nicht ab.

Sie schilderte jetzt einen Disput, bei dem der Autofahrer ihr schließlich gesagt habe, dass sie sich „schleichen“ solle. Als er dann anfuhr, habe sie einen Schritt zur Seite gemacht, sei aber vom Auto noch am Ellbogen gestreift worden. Dabei habe sie keine Verletzung davongetragen, sondern „nur so eine kurze Schmerzsequenz verspürt“.

Ostallgäuer zieht Einspruch nach Einschätzung der Richterin zurück

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An diesem Punkt verwies die Richterin darauf, dass auch ein kurzer Schmerz den Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung erfüllen könne. Dieser war im Strafbefehl zwar nicht aufgeführt, hätte aber in einem Urteil in die Entscheidung aufgenommen werden können.

Die Vorsitzende machte dem Angeklagten in einer vorläufigen Einschätzung der rechtlichen Situation deutlich, dass sie die Ausführungen der Zeugin für glaubhaft hielt und es für ihn „nicht besonders gut“ aussehe. Daraufhin zog der Ostallgäuer seinen Einspruch zurück.

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