Letzter Schultag in Kaufbeuren

An Kaufbeurer Schulen gibt es Zeugnisse in Gruppen und mit Abstand

Der letzte Schultag samt Zeugnisausgabe findet an den Kaufbeurer Schulen heuer Corona-bedingt anders statt als in den Vorjahren. Die Schüler kommen in Gruppen in die Schulen, um ihr Zeugnis in Empfang zu nehmen.

Der letzte Schultag samt Zeugnisausgabe findet an den Kaufbeurer Schulen heuer Corona-bedingt anders statt als in den Vorjahren. Die Schüler kommen in Gruppen in die Schulen, um ihr Zeugnis in Empfang zu nehmen.

Bild: Ralf Lienert (Symbol)

Der letzte Schultag samt Zeugnisausgabe findet an den Kaufbeurer Schulen heuer Corona-bedingt anders statt als in den Vorjahren. Die Schüler kommen in Gruppen in die Schulen, um ihr Zeugnis in Empfang zu nehmen.

Bild: Ralf Lienert (Symbol)

Corona wirbelt an Kaufbeurer Schulen die letzten Tage vor den Ferien gehörig durcheinander. Wie die Not die Schulleiter und Schüler trotzdem erfinderisch macht.

11.08.2020 | Stand: 12:30 Uhr

Normalerweise stehen die letzten Tage eines Schuljahrs hoch im Kurs bei allen Schülern. Der Notenschluss war bereits, die Bücher sind zurückgegeben, Bundesjugendspiele und Wandertag stehen auf dem Programm und die Vorfreude auf die Ferien steigt von Tag zu Tag. Heuer fiel das sonst so unterhaltsame Programm flach. Auch der letzte Schultag sieht anders aus als sonst. In Gruppen kommen die Schüler diesmal in die Schule, um ihre Zeugnisse abzuholen. Die ganze Klasse darf wegen Corona nicht gleichzeitig anwesend sein.

„Wir werden die Gruppen gestaffelt in die Schule bringen“, sagt Andreas Haas, Schulleiter der Beethoven-Grund- und Mittelschule. Alternativ könne die Verabschiedung der Schüler auch ins Freie verlegt werden, sagt Haas. Die Entscheidung liege beim jeweiligen Klassenlehrer. Der Schulleiter bedauert, dass das Jahr so enden muss. Vor allem für die Viertklässler, die sich von ihrer Lehrkraft und einigen Freunden verabschieden müssen und ab September andere Schulen besuchen, sei es schade. „Die Freundschaften wurden in den vergangenen Monaten eh schon auf eine harte Probe gestellt“, sagt Haas.

Kaufbeurer Schüler dürfen an den letzten Schultagen Durchsagen machen

Dass die besondere Zeit aber erfinderisch macht, beweist auch die Beethoven-Schule. Um ein Stück weit Schulleben zu bekommen, ließ Haas in den vergangenen Tagen einzelne Schüler Durchsagen machen. Erst kürzlich haben zwei Erstklässler das Gedicht von kleinen Hexe aufgesagt und ihre Kameraden damit unterhalten. Auch der Abschlussgottesdienst musste Corona-bedingt abgesagt werden. Stattdessen haben die Religionslehrer Videos aufgezeichnet, die in den Klassen abgespielt werden.

Digital lief der Abschlussgottesdienst auch am Jakob-Brucker-Gymnasium ab. Anstatt wie bisher am letzten Schultag gab es bereits am Dienstag einen Livestream vom Gottesdienst, den die Schüler mitgestaltet haben, erklärt Schulleiter Christof Walter. Die Zeugnisse erhalten die Schüler auch aufgeteilt. „Jede Gruppe kommt für etwa eine Stunde in die Schule“, sagt Walter. In dieser Zeit soll auch ein Gespräch stattfinden, wie die Schüler die vergangenen Monate bewerten, welche der Maßnahmen man eventuell beibehalten kann und wo es Verbesserungspotenziale gibt, schildert der Schulleiter.

Von Ruhe zum Ende des Schuljahres könne dementsprechend auch keine Rede sein. Walter muss bereits die Nachprüfungen vorbereiten, die in der letzten Ferienwoche stattfinden. Zudem muss geklärt werden, wie es wegen Corona mit dem Vorrücken auf Probe funktioniert. „Es werden einige Gespräche und Beratungen mit den Eltern geführt“, sagt Walter.

Abschlussfeier an der Realschule in Kaufbeuren findet in "würdigem Rahmen" statt

In zwei Gruppen bekommen auch die Schüler der Sophie-La-Roche-Realschule ihre Zeugnisse. „Von 8 bis 9 Uhr sind die Gruppen dran, die diese Woche Unterricht im Haus hatten“, sagt Schulleiterin Cornelia Klocke-Lipinski. Im Anschluss sind die Schüler einbestellt, die sich im Homeschooling befinden. Per Durchsage erhalten die Schüler noch den Segen von Pfarrer Bernhard Waltner. „Das Schuljahr soll mit guten Wünschen seinen Abschluss finden“, sagt die Schulleiterin. Es sei für alle Beteiligten eine Herausforderung gewesen, gerade die Leistung der Eltern „war enorm“. Jetzt sei es notwendig, die Ferien zum Abschalten zu nutzen. „Auch wenn die Schüler wieder Unterricht in der Schule hatten, war es immer noch eine außergewöhnliche Situation“, sagt Klocke-Lipinski. In Gesprächen habe sie erfahren, dass den Schülern während des Homeschoolings die Lehrer und Mitschüler gefehlt hätten.

Nach den Zeugnisübergaben für die fünften bis neunten Klassen finden die Entlassfeiern für die Zehntklässler statt. Jede Klasse feiert für sich, wegen der gelockerten Auflagen dürfen die Schüler aber ihre Eltern mitbringen. Für Klocke-Lipinski ist das wichtig: „Es geht eine prägende Zeit zu Ende. Da ist es schön, dass die Eltern dabei sein können und in einem würdigen Rahmen gefeiert werden kann.“