Volkstrauertag

Appell zur wehrhaften Demokratie bei Gedenken in Kaufbeuren

Am Ehrenmal auf dem Alten Friedhof in Kaufbeuren wurde diesmal die zentrale Veranstaltung zum Volkstrauertag in der Wertachstadt abgehalten.

Am Ehrenmal auf dem Alten Friedhof in Kaufbeuren wurde diesmal die zentrale Veranstaltung zum Volkstrauertag in der Wertachstadt abgehalten.

Bild: Harald Langer

Am Ehrenmal auf dem Alten Friedhof in Kaufbeuren wurde diesmal die zentrale Veranstaltung zum Volkstrauertag in der Wertachstadt abgehalten.

Bild: Harald Langer

Bei zentraler Gedenkveranstaltung in Kaufbeuren mahnen Redner zur Wachsamkeit. Oberbürgermeister Stefan Bosse sagt: „Keine Toleranz den Intoleranten!“
15.11.2021 | Stand: 05:00 Uhr

Zum Volkstrauertag am Sonntag wurden in Stadt und Land wieder zahlreiche Gedenkfeiern abgehalten, um an die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft zu erinnern. Die zentrale Veranstaltung für Kaufbeuren fand unter großer Beteiligung von aktiven und ehemaligen Soldaten sowie Vertretern zahlreicher Vereinigungen am Ehrenmal auf dem Alten Friedhof statt.

Kaufbeuren stellt sich seiner historischen Verantwortung

In seiner Ansprache stellte Oberbürgermeister Stefan Bosse im Hinblick auf die Millionen Toten und das unendliche Leid, die die beiden Weltkriege verursacht haben, die Frage: „Wie konnte all das geschehen?“ Schon kurz nach dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft sei „durch das Schüren von Hass und Hetze ein Klima der Brutalität entstanden“. Dies habe nur wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg als „Urkatastrophe der Menschheit“ zu einem noch viel verheerenderen Krieg geführt, der von deutscher Seite von Anfang an „mit großer Grausamkeit und ohne Erbarmen“ geführt worden sei. Deshalb müsse eine wehrhafte Demokratie heute alle Versuche, die freiheitliche Grundordnung zu diskreditieren, „mit Entschlossenheit“ bekämpfen. „Keine Toleranz den Intoleranten, rufen wir gerade am Volkstrauertag rechten und linken Extremisten und religiösen Fanatikern zu“, sagte Bosse. Die Stadt Kaufbeuren stelle sich ihrer historischen Verantwortung und erinnere mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten an die Opfer von Krieg und Gewalt.

"Kriege sind keine Naturkatastrophen, sondern haben Ursachen"

Auch Oberst Martin Langer appellierte, Lehren aus der Vergangenheit für die Gegenwart und die Zukunft zu ziehen: „Kriege sind keine Naturkatastrophen, sondern haben Ursachen“, sagte der Kommandeur des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe, Abteilung Süd. Auch das aktuelle Weltgeschehen mit vielen Kriegen, unberechenbaren Diktatoren und zunehmendem Populismus und Nationalismus erfordere ein konsequentes Einstehen für Frieden, Freiheit und Demokratie.

Kaufbeurer Geistliche beten gemeinsam um den Frieden

Nach einem ökumenischen Friedensgebet von Geistlichen der christlichen Konfessionen in Kaufbeuren folgte das Totengedenken mit Salutschüssen. Unter den Klängen der Stadtkapelle wurden dann Kränze der Stadt, der Bundeswehr, des VdK-Ortsverbandes, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der örtlichen Soldaten- und Reservistenvereinigungen niedergelegt. Auch die Fahnenabordnungen von Kaufbeurer Vereinen erwiesen den Opfern von Krieg und Gewalt die Ehre.

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