Konjunktur

Auf dem Lehrstellenmarkt im Ostallgäu geht noch viel

Viele offene Lehrstellen gibt es noch in der Gastronomie.

Viele offene Lehrstellen gibt es noch in der Gastronomie.

Bild: Aimée Jajes (Symbolfoto)

Viele offene Lehrstellen gibt es noch in der Gastronomie.

Bild: Aimée Jajes (Symbolfoto)

Passende Schulabgänger sind in den Betrieben der Region als Lehrlinge weiter gefragt. Die Wirtschaft ist im Aufwind. Doch alte Probleme drohen die gute Entwicklung abzuwürgen.
24.10.2021 | Stand: 05:30 Uhr

Auch Wochen nach dem offiziellen Ausbildungsstart ist viel Bewegung auf dem Markt: Allein im September sind bei der IHK Schwaben 800 zusätzliche Ausbildungsverträge für das laufende Jahr eingegangen. „Wegen der Corona-Krise war die Berufsorientierung und -findung im Frühjahr lange lahmgelegt. Jetzt zeigt sich ein deutlicher Nachholeffekt“, sagt Gerhard Pfeifer, stellvertretender Präsident der IHK Schwaben, laut einer Pressemitteilung der Kammer. Er zeigt sich überzeugt, dass sich der Trend fortsetzen wird: „Die Wirtschaft ist auf Erholungskurs. Die jungen Menschen erkennen, dass eine berufliche Ausbildung beste berufliche Perspektiven bietet.“

Noch immer viele freie Lehrstellen im Ostallgäu

In Kaufbeuren wurden bis Ende September 215 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen (entspricht einem Plus von 0,9 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres). Für das Ostallgäu registrierte die Kammer 522 neue Verträge, das entspricht einem Minus von 5,3 Prozent. Im gesamten Allgäu liegt die Zahl der Neuverträge aktuell bei 3086 und damit leicht unter dem Vorjahresniveau. „Wir sind zuversichtlich, dass wir bis Jahresende wieder so gut da stehen wie im vergangenen Jahr“, sagt Pfeifer. Bei den Bewerbern waren in den vergangenen Wochen vor allem technische Berufe wie der Kfz-Mechatroniker sowie kaufmännische Berufe gefragt.

IHK: Nicht nur dem Traumjob nachjagen

Nach wie vor gibt es einen großen Überhang offener Stellen, vor allem im Handel und in der Gastronomie. „Die Chancen für junge Menschen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten, stehen auch jetzt sehr gut“, betont Pfeifer. Sollte es bisher mit dem Traumjob nicht geklappt haben, empfehlen die IHK-Experten, sich über verwandte Berufsbilder zu informieren.

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt trifft mit einer deutlichen Erholung der Wirtschaft zusammen, wie die IHK mitteilt. Das ist das Ergebnis der IHK-Konjunkturumfrage zum Herbst. Der IHK-Konjunkturindex für den Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren ist im Vergleich zum Frühjahr um 19 Punkte auf einen Wert von 132 gestiegen. Für das Oberallgäu und die Stadt Kempten klettert der Index sogar auf 135 Punkte. Damit wurde das Vorkrisen-Niveau aus dem Herbst 2019 ebenso übertroffen wie der langjährige Durchschnitt.

Energiepreise und Lieferketten machen Probleme

Ein Blick auf die einzelnen Branchen zeigt: Der Konjunkturindex für das Reise- und Gastgewerbe im Allgäu hat eine laut Kammer bemerkenswerte Steigerung vollzogen. Ermöglicht wurde diese Erholung des Reise- und Gastgewerbes durch die schrittweisen Öffnungen im Frühsommer. Im Gegensatz zum Tourismus hat sich die Lage in der Industrie im Allgäu nur leicht verbessert. Grund sind laut Kammer die anhaltenden Probleme bei Vorprodukten und Lieferketten. Auch steigende Energiepreise machten der Branche zu schaffen.

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„Unsere Unternehmen haben sich erfolgreich gegen die Krise gestemmt“, sagt Peter Leo Dobler, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Kaufbeuren/Ostallgäu. „Allerdings holen uns nun alte Probleme wieder ein, die die positive Entwicklung dämpfen. Es ist wichtig, dass die Politik diese Herausforderungen – vom Fachkräftemangel bis zu den hohen Energiepreisen – schnell und konsequent angeht, damit der Aufschwung nicht gänzlich abgewürgt wird.“