Geschichte Pforzen

Aufklärung im Klosterland - Neues Buch zum Kloster Irsee

Luftbild vom Kloster Irsee, dass einst das Umland beherrschte.

Luftbild vom Kloster Irsee, dass einst das Umland beherrschte.

Bild: Harald Langer

Luftbild vom Kloster Irsee, dass einst das Umland beherrschte.

Bild: Harald Langer

Verwaltungsgemeinschaft Pforzen unterstützt das Buchprojekt „Klosterspuren“. Die Aktion soll auch die Gemeinde zusammenführen.
02.09.2021 | Stand: 06:30 Uhr

„Klosterspuren – die dörfliche Wirklichkeit 1750 – 1820“ ist der Titel eines Buches, das nach über sechs Jahren der Forschung mit einer Präsentation in der 42. Kalenderwoche 2021 in der Schwabenakademie in Irsee eine Spurensuche beenden wird. Dr. Stefan Fischer, ehemals Stadtarchivar von Kaufbeuren, und Josef Freuding, vormals Zweiter Bürgermeister Pforzen, schilderten der AZ den Werdegang des Buches und den Verlauf der Spurensuche. Das Buch gehört zu dem Projekt Klosterspuren. Dazu soll auch ein Geschichtslehrpfad gehören.

Der Name des Buches ist von dem früheren „Arbeitskreis Geschichte“ (AK) der Gemeinde Pforzen geprägt und für die eigene Benennung übertragen worden. Es sei der Wunsch der drei Gemeinden als sogenanntes Klosterland gewesen, mehr über die damaligen Lebensverhältnisse unter der Herrschaft des Klosters zu erforschen. Als entscheidenden Zeitraum seien die Jahre von 1750 bis 1820 mit der Säkularisation zu betrachten. Aus der Sicht des AK schien man am Ende der eigenen Möglichkeiten angekommen. In dieser kritischen Situation wandte sich Klaus Schönberger vom AK an Fischer. In Gesprächen mit ihm festigte sich die Erkenntnis, dass für weitere Forschungen eine wissenschaftliche Begleitung unumgänglich sei. Und Fischer ließ sich zu Forschung und dem Erstellen eines Buches überreden.

Bild: Sai Ting Wong (Grafik)

Das von ihm vorgelegte Manuskript überzeugte, sodass die Verwaltungsgemeinschaft Irsee, Pforzen, Rieden es fördert. So nahm man keine staatliche Förderung in Anspruch, sondern unterstützte das Projekt mit einer Eigenfinanzierung von 50 Cent pro Einwohner. Es stehe für eine wünschenswerte interkommunale Zusammenarbeit, zu der sich die drei Gemeinden mit ihren Ortsteilen, das Kloster und die Schwabenakademie zusammenfinden. Herbert Hofer, Bürgermeister Pforzen und Vorsitzender der VG begrüßt das Vorhaben, das den üblichen Aufgabenkatalog einer Verwaltung erweitere und mit Blick auf die Vergangenheit die Gemeinsamkeiten der Kommunen offen lege. Das Buch sei ein erster Schritt und lege den Grundstein zu weiteren Aktionen wie die Gestaltung der Wege zum Kloster.

Laut Fischer wird das Buch mit einer Auflage von 1000 Stück gedruckt. Es beschreibe die Beziehungen zwischen Ortschaften und Kloster, veranschauliche den Wandel von Untertanen zu Staatsbürgern – der ab 1802 mit dem neuen bayerischen Staat begonnen hatte.