1,9 Millionen Euro für Kinderbetreuung

Bald gibt's neue Kita-Plätze in Kaufbeuren

Der Rechtsanspruch auf Betreuungsplätz für Kinder zeigt sich auch in der Stadt Kaufbeuren.

Der Rechtsanspruch auf Betreuungsplätz für Kinder zeigt sich auch in der Stadt Kaufbeuren.

Bild: Benedikt Siegert

Der Rechtsanspruch auf Betreuungsplätz für Kinder zeigt sich auch in der Stadt Kaufbeuren.

Bild: Benedikt Siegert

Der Bedarf an Kita-Plätzen in Kaufbeuren steigt unerwartet schnell. Die Stadt muss handeln und investiert 1,9 Millionen Euro. Was kurzfristig geplant ist.

06.08.2020 | Stand: 14:45 Uhr

Die Investition ist hoch, die Zeit drängt: Der Ferienausschuss des Kaufbeurer Stadtrats hat knapp 1,9 Millionen Euro freigegeben, damit schnell neue Plätze zur Kinderbetreuung geschaffen werden können. Nun soll der Waldkindergarten Naturinsel am Neugablonzer Freibad um zwei Bauwagen erweitert werden. Weitere Plätze werden in der Containeranlage am Sportplatz in der Neugablonzer Turnerstraße geschaffen. Damit erklärte sich der Ausschuss einverstanden.

Ungedeckter Bedarf im neuen Kindergartenjahr

Der Grund für die kurzfristigen Lösungen: Kita-Plätze sind begehrter als erwartet. Das hatte sich bereits vor Wochen abgezeichnet. In seiner Juni-Sitzung beauftragte der Stadtrat die Verwaltung deshalb, schnell ein Konzept vorzulegen, um die noch fehlenden Plätze zu schaffen. Nach den Anmeldezahlen von Februar zeichnet sich ein noch ungedeckter Bedarf von 38 Krippenplätzen und 17 Kindergartenplätzen allein in Neugablonz ab. Um die Plätze zu schaffen, muss die Stadt tief in die Tasche greifen, wenngleich hohe Fördersummen des Staates zu erwarten sind. Nördlich des Neugablonzer Freibades ließ sie bereits im vergangenen Jahr einen Bauwagen für 20 Kindergartenkinder aufstellen. Nun kommen zwei Bauwagen dazu, was allerdings weitere Ausgaben nach sich zieht. Denn für die maximale Belegung des Naturkindergartens mit 60 Kindern sind laut Hochbauabteilungsleiter Christian Mandl für das Personal ein Aufenthaltsgebäude, Sanitäranlagen sowie eine Speiseausgabe mit Spülmöglichkeit nötig. Zudem sei das Gelände noch nicht an die Kanalisation und Wasserversorgung angeschlossen. Dies müsse nun nachgeholt werden. Kostenpunkt: alles in allem 650 000 Euro.

Kita im Container

Noch teurer wird die Containeranlage für die Krippenkinder auf dem Sportplatz an der Turnerstraße, die derzeit als Ersatzräume für die Schüler der Gustav-Leutelt-Schule vorgesehen sind, die bekanntlich bald saniert wird. Bis es soweit ist, ziehen dort nun erstmals die ganz Kleinen ein. Vorgesehen sind vorerst drei Gruppen mit maximal 45 Kindern. 1,2 Millionen Euro muss die Stadt dafür bei einer Mindestmietdauer (für die Container) von drei Jahren sowie für flankierende Aufwendungen berappen.

Lob für pädagogisches Konzept

Im Ausschuss gab es auch Fragen nach dem Wert derart teurer Provisorien und nach Alternativplänen, um die benötigten Plätze zu schaffen. Baureferent Helge Carl erinnerte an den Beschluss vom Juni und die Vorgabe, dass die Zeit auch angesichts des Rechtsanspruchs der Eltern auf Betreuungsplätze dränge. „Wir hätten sicher alle lieber in langfristige Lösungen investiert“, sagte er. Für CSU-Fraktionschef Christian Sobl hat der Naturkindergarten „Charme“. Ulrike Seifert (Grüne) hob die pädagogische Arbeit hervor und regte an, das Konzept dauerhaft auf die ganze Stadt zu verteilen. „Der Bedarf wird weiter steigen“, sagte Pascal Lechler (SPD). „Es lohnt sich also in jedem Fall.“ Bürgermeister Oliver Schill (Grüne), der die Ferienausschusssitzung leitete, lobte die Flexibilität der Planung, da die Entwicklung nicht absehbar sei. Carl betonte, dass im Herbst eine Bestandsaufnahme vorgestellt werde, welche Erweiterungen oder Neubauten im Stadtgebiet für die Kinderbetreuung nötig seien. Mittelfristig zeichne sich ein weiterer Bedarf von bis zu 350 Plätze ab.