Investor plant Wohngebiet

Baupläne für Kaufbeuren: Sorge um Quellschnecke und Trinkwasser

Das geplante Baugebiet am Westrand von Oberbeuren ist umstritten. Dort befindet sich derzeit ein Reiterhof.

Das geplante Baugebiet am Westrand von Oberbeuren ist umstritten. Dort befindet sich derzeit ein Reiterhof.

Bild: Mathias Wild (Archivbild)

Das geplante Baugebiet am Westrand von Oberbeuren ist umstritten. Dort befindet sich derzeit ein Reiterhof.

Bild: Mathias Wild (Archivbild)

Wohnen in bester Lage: Warum sich der Bund Naturschutz kritisch zu Bauplänen am Ortsrand von Oberbeuren äußert.
06.02.2021 | Stand: 12:30 Uhr

Das geplante Wohnbaugebiet am südwestlichen Ortsrand von Oberbeuren bleibt umstritten. Kritisch äußert sich der Bund Naturschutz zu dem Vorhaben. Er sieht „eklatante Mängel“ im Trinkwasser- und Hochwasserschutz.

Auf dem Gelände eines Reiterhofes nahe des Wasserschutzgebietes plant ein Investor etwa 25 Einzel- und Doppelhäuser. Der städtische Bauausschuss hatte sich im Oktober vergangenen Jahres für das Vorhaben ausgesprochen und dem Stadtrat die Annahme eines Bebauungsplans für das 2,1 Hektar große Gelände südlich der Salzstraße empfohlen. Eine weitere öffentliche Auslegung, in deren Rahmen sich auch der Bund Naturschutz als Träger öffentlicher Belange äußerte, ist nun beendet. Der Beschluss zum Bebauungsplans wird in einer der nächsten Stadtratssitzungen erwartet.

Zu nah am Schutzgebiet?

Der Verein fürchtet indes, dass mit der Verwirklichung des Baugebietes die Pläne für den Hochwasserschutz wegen Klimawandels mit möglichen starken und langen Niederschlägen zur Makulatur werden könnte. Auf der anderen Seite seien durch die notwendige Wasserspiegelabsenkung die Gefahr von Hangrutschen in dem sensiblen Quellgebiet nicht von der Hand zu weisen. Für völlig unverständlich hält es Ortsvorsitzender Helmut Hufmann, dass so nah an einem bedeutenden Trinkwasserschutzgebiet gebaut werden müsse. „Hier wird die Lebensgrundlage, nämlich sauberes Wasser, ohne Not und leichtfertig aufs Spiel gesetzt“, sagt er. „Einwandfreie Trinkwasserversorgung der Bevölkerung ist öffentliches Interesse und muss über der Ökonomie stehen.“

Kritik an Stadtplanung

In einer Stellungnahme an die Stadt prangern die Naturschützer auch den Flächenverbrauch und die erwartete Bodenversiegelung an. Mit Blick auf Brachflächen im innerstädtischen Bereich stelle sich die Frage, ob Grundstücksausweisungen dieser Dimensionen mit Eingriffen in einem ökologisch und wasserwirtschaftlich sensiblen Gebiet wirklich für eine nachhaltige Stadtplanung stünden. Der Bund Naturschutz vermisse Alternativflächen und Ausgleichsvorschläge im Planungsverfahren.

BN befürchtet weiteren Ausbau

Auch für die Quellschnecke im dort fließenden Zeisenbach sieht der Bund Naturschutz Gefahr im Verzug. Hufmann bemängelt, dass im Baugutachten Hinweise zu Sicherungs- und Ansiedlungsvorhaben fehlten. Am gravierendsten schätzt er jedoch die Folgen auf die Schutzgebiete ein, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. „Diese sind durch die Pläne in jedem Fall in ihrer Existenz bedroht.“ Zudem weist der Bund Naturschutz auf den aktuellen Landschaftsplan für Oberbeuren hin, der aus seiner Sicht das klare Ziel eines „Siedlungsabschlusses“ verfolgt. Das Bauvorhaben stünde dem allerdings eindeutig entgegen. Die geplanten Wegeführungen ließen sogar einen weiteren Ausbau vermuten. Abschließend fordert der Bund Naturschutz in seiner Stellungnahme einen Umweltbericht, der die Auswirkungen noch einmal genauer beleuchtet.

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