Ringer-Nachwuchs

Beim TSV Westendorf wird vor dem Bildschirm trainiert

Westendorfs Nachwuchscheftrainer Jürgen Stechele beim Cybertraining mit seinem Sohn Fabian.

Westendorfs Nachwuchscheftrainer Jürgen Stechele beim Cybertraining mit seinem Sohn Fabian.

Bild: Stechele

Westendorfs Nachwuchscheftrainer Jürgen Stechele beim Cybertraining mit seinem Sohn Fabian.

Bild: Stechele

Für die Talente des TSV Westendorf bietet Jürgen Stechele ein abwechslungsreiches Online-Training an. Worauf der 50-Jährige dabei Wert legt.
03.02.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Gerade Kinder brauchen in der Corona-Krise eine besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur, dass ihnen derzeit der Präsenzunterricht verwehrt wird, kann ein Großteil auch nicht dem Hobby im Verein nachgehen. Bereits im ersten Lockdown haben die Trainer des TSV Westendorf Kontakt zu ihren Nachwuchsringern gehalten. Auch jetzt, während des zweiten Lockdowns, ist Improvisation gefragt.

Cybertraining beim TSV Westendorf: Verschiedene Übungen im Programm

Zweimal die Woche lädt Nachwuchscheftrainer Jürgen Stechele seine Ringer zu einem gemeinsamen Online-Training ein. Rund eine Stunde dauert das Miteinander. Im Schnitt sind etwa 25 Ringer-Talente dabei. „Die Jungs sind doch froh, dass sie sich verausgaben können“, so der 50-Jährige. Primär stehen Kondition, Beweglichkeit, Stabilisierungs- und Dehnübungen auf dem Programm. „Jeder kann alleine, also ohne Trainingspartner, Schrittformen üben, Beinangriffe, sogar den Schulterschwung und den Durchdreher.“

Stechele lässt sich bei seinen Onlineeinheiten stets was Neues einfallen. Einen großen Unterschied gibt es natürlich zum Präsenztraining auf der Matte. „Online schaffe ich es nie, ein Auge auf alle gleichzeitig zu werfen. Bei einer normalen Einheit sind auch mehrere Trainer mit dabei“, so Stechele. Beim virtuellen Training setzt der Übungsleiter auch auf die Eigeninitiative. Es gibt Eltern, die neben ihren Kindern die Übungen mitmachen.

Gute Beteiligung bei den Nachwuchsringern aus dem Ostallgäu

Besonders ist es dem Nachwuchscheftrainer ein Anliegen, dass sich die neun bis 13-Jährigen wenigstens online sehen, damit der Kontakt nicht abreißt. „Alles steht und fällt mit der Bereitschaft der Eltern. Wenn sie nicht dahinterstehen, fällt es den Kindern schwer“, freut sich Stechele aber über die ständig rege Teilnahme der Nachwuchsringer. Entscheidend sei aber der Start auf der Matte, wenn Lockerungen wieder zugelassen werden.

Wie schon nach dem ersten Lockdown rechnet beim TSV Westendorf niemand mit einer schnellen Rückkehr auf die Trainingsmatte, deswegen gibt es dieser Hinsicht auch keine konkrete Planung.

Allgäu-Cup soll im Herbst stattfinden

Der traditionelle Allgäu-Cup soll – wenn es die Situation auch zulässt – erst im Oktober oder November dieses Jahres über die Bühne gehen. Jürgen Stechele ist daher im ständigen Austausch mit seinem Bruder und Abteilungsleiter Thomas Stechele. „Es wird weitergehen, davon bin ich überzeugt. Wir werden auch wieder neue Kinder finden, die sich für unsere Sportart begeistern werden“, sagt der Westendorfer Nachwuchscheftrainer.

Dass sich bei den jungen Athleten durch die Corona-Krise ein Leistungsdefizit einschleichen könnte, sei völlig normal. „Ringen verlernt man zwar nicht, aber die Kinder müssen sich natürlich wieder an alles gewöhnen“, sagt Stechele, der den den Spaß an der ältesten Sportart der Welt fördern will. „Der Rest kommt dann von selbst.“ Von daher hofft der 50-Jährige besonders, dass er bald wieder alle Nachwuchsringer persönlich begrüßen kann. ("Sternstunde" aus Kaufbeuren und dem Ostallgäu: Als die Ringer des TSV Westendorf den Bayernliga-Aufstieg schafften)