Corona-Lockerungen

Warum hätten Gaststätten und das Corona am Montag nicht geöffnet?

Kinos und Biergärten dürften ab Montag wieder öffnen.

Kinos und Biergärten dürften ab Montag wieder öffnen.

Bild: Peter Kneffel, dpa (Symbolbild)

Kinos und Biergärten dürften ab Montag wieder öffnen.

Bild: Peter Kneffel, dpa (Symbolbild)

Kinos und Biergärten hätten ab Montag wieder öffnen dürfen. Warum hätten das Kaufbeurer Corona und die meisten Gaststätten trotzdem nicht geöffnet?
18.03.2021 | Stand: 19:29 Uhr

Je nach 7-Tage-Inzidenz könnten am kommenden Montag unter anderem Kinos und Außengastronomie wieder öffnen – allerdings unter deutlich schwierigeren Voraussetzungen als nach dem ersten Lockdown. Für Günter Sobeck bedeutet das aktuell, dass er in seinen Corona KinoPlex in Kaufbeuren nur Besucher einlassen darf, die ein tagesaktuelles, negatives Covid-19-Testergebnis mitbringen. „Alternativ könnten wir auch einen Schnelltest vor Ort durchführen, was aber schlicht nicht umsetzbar ist“, sagt der Kinobetreiber. (Update, Donnerstagabend: Das Bayerische Gesundheitsministerium hat beschlossen, dass es am kommenden Montag in Bayern keine weiteren Öffnungsschritte aus dem Lockdown geben soll.)

Viel zu teuer, viel zu aufwändig

Durch den zusätzlichen Personal- und Kostenaufwand sei das einfach unwirtschaftlich, außerdem müssten Kinobesucher enorme Wartezeiten in Kauf nehmen. „Und was passiert, wenn dann ein Testergebnis positiv ist? Müssen dann alle Besucher, mein ganzes Team und ich, also alle, die sich zu dem Zeitpunkt im Kino aufhalten, in Quarantäne?“, fragt Sobeck.

Besucher aus dem Ostallgäu müssten früher gehen

Abgesehen von den Schnelltests gelte unabhängig vom Inzidenzwert eine FFP2-Maskenpflicht – nicht nur im Foyer, sondern auch während der gesamten Vorstellung am Sitzplatz. „Popcorn und Getränke könnten wir also auch nicht verkaufen.“ Damit falle nicht nur eine weitere Einnahmequelle weg, sondern auch ein Ritual, das für die meisten Filmfans einfach zum Kinobesuch dazugehöre. Außerdem kommen die Kinobesucher ja nicht nur aus Kaufbeuren, sondern zu einem großen Teil aus dem Landkreis Ostallgäu – und dort gilt wegen der hohen 7-Tage-Inzidenz derzeit die Ausgangssperre ab 22 Uhr. Alle Filme müssten also weit vor 20 Uhr starten, damit auch diese Gäste die Chance haben, das Ende mitzuerleben und nicht vorzeitig den Kinosaal verlassen müssen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vor genau einem Jahr war man im Corona-Kino noch optimistischer.
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vor genau einem Jahr war man im Corona-Kino noch optimistischer.
Bild: Mathias Wild (Archivbild)

Keine neuen Filme auf dem Markt

Und welche Filme soll er überhaupt zeigen? Die Verleiher liefern keine neuen Streifen, solange keine flächendeckende Wiedereröffnung der Kinos möglich ist. Sobeck will warten, bis es einheitlich in allen Lichtspielhäusern in Deutschland wieder losgehen kann – mit neuen Blockbustern, die nur darauf warten, endlich starten zu können. „Kino soll Spaß machen – unter diesen Voraussetzungen haben aber weder die Gäste noch wir Freude“, findet Sobeck. „Die Zahlen steigen derzeit wieder täglich, für wie lange dürfen wir öffnen? Ein, zwei oder drei Wochen? Geht es dann wieder in den nächsten Lockdown?“

Wer will jetzt im Biergarten sitzen?

Ähnliche Probleme haben Gastronomen wie Henning Rausch, Pächter der Kaufbeurer Skihütte und des Sonnenhofs in Mauerstetten. „Wir möchten kein Testzentrum sein“, schreibt er auf Facebook. Daher werde er die Außengastronomie am 22. März nicht öffnen – in Mauerstetten, das im Ostallgäu liegt, sei das angesichts des Inzidenzwertes von weit über 100 vorerst sowieso hinfällig. „Aber auch in der Skihütte macht es jetzt keinen Sinn. Das Wetter ist momentan nicht so, dass irgendjemand im Biergarten sitzen möchte“, sagt Rausch.

"To Go" wird immer weniger einträglich

Lesen Sie auch
##alternative##
Corona-Lockdown

„Kinos sind doch keine Infektionsherde“: Allgäuer Kino-Chefs fordern bundesweit einheitliche Öffnungsstrategie

Er werde im Sonnenhof weiterhin Gerichte „to go“ anbieten, „aber auch das lohnt sich nicht mehr so wie nach dem ersten Lockdown.“ Denn inzwischen bieten fast alle Gaststätten ihre Speisen zum Mitnehmen an, das Stück vom Kuchen für den Einzelnen werde also immer kleiner.