Kloster Irsee

Bildungszentrum Irsee ist wieder für Besucher und Gäste geöffnet

Mit großem Aufwand ließ der Bezirk das Treppenhaus der Irseer Klosteranlage sanieren.

Mit großem Aufwand ließ der Bezirk das Treppenhaus der Irseer Klosteranlage sanieren.

Bild: Klaus Zöttl/Bildungszentrum

Mit großem Aufwand ließ der Bezirk das Treppenhaus der Irseer Klosteranlage sanieren.

Bild: Klaus Zöttl/Bildungszentrum

Bei Tagungen gelten wegen Corona strenge Hygiene-Vorgaben. Wie das Historische Treppenhaus mit großem Aufwand über drei Jahre hinweg saniert wurde.
12.09.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Nach aufwendigen Sanierungsarbeiten im historischen Treppenhaus und der erfolgreichen Instandsetzung der klosterzeitlichen Umfassungsmauer des barocken Campus öffnet das Tagungs-, Bildungs- und Kulturzentrum des Bezirks Schwaben wieder seine Tore für Besucher. „Wir haben die corona-bedingte Schließzeit genutzt, zahlreiche Baumaßnahmen und Sanierungsarbeiten im denkmalgeschützten Ambiente von Kloster Irsee durchzuführen“, erläutert Bezirkstagspräsident Martin Sailer. Nun seien alle Mitarbeiter froh, dass der Eigenbetrieb des Bezirks Schwaben den Tagungsbetrieb wieder aufnehmen kann, erklärt Sailer. Dafür gebe es ein umfassendes Hygienekonzept.

Vor Kurzem fertig wurde die Sanierung der historischen Klostermauer, des denkmalgeschützten Treppenhauses im Westtrakt der barocken Klosteranlage sowie eine landschaftsplanerische Überarbeitung der Außenanlagen zwischen Ateliergebäude und Laubengang. Kurz vor der Fertigstellung befindet sich zudem der Erweiterungsbau Küferei, der neben einem großen Gartensaal 19 Gästezimmer enthalten wird, davon vier mit barrierefreiem Standard.

Bis Weihnachten mit etwa siebzig Prozent ausgelastet

„Als erstes wird die berufliche Bildung mit Seminaren und Kursen des Bildungswerks des Bayerischen Bezirketags nach Kloster Irsee zurückkehren, anschließend erwarten wir auch wieder die ersten Gäste der Schwabenakademie Irsee sowie Kunden aus Wirtschaft, Politik und Verbandswesen“, berichtet der Leiter des Hauses, Dr. Stefan Raueiser. Wenn alles glatt läuft, rechnet er damit, dass das Haus bis Weihnachten an den Öffnungstagen mit etwa siebzig Prozent ausgelastet ist. Dies sei angesichts der aktuellen Bedingungen und der reduzierten Kapazität „eine wirklich gute Nachricht“.

Zunächst beginnt der Tagungsbetrieb mit einer Gruppenstärke von maximal 50 Personen, um in allen Tagungs- und Restaurantbereichen den Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten. Außerdem muss im Haus eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, die auf den Sitzplätzen im Seminarraum und im Speisesaal abgenommen werden darf. Das betriebliche Hygiene- und Schutzkonzept des Bildungszentrums ist auf der Homepage des Klosters veröffentlicht und wird bedarfsgerecht aktualisiert.

So lief die Sanierung der Treppenläufe ab

Abgeschlossen ist auch die aufwendige Sanierung der beiden Treppenläufe zwischen dem ersten und dem zweiten Obergeschoss im Westtrakt des barocken Konventgebäudes. Dazu mussten alle Treppenstufen ausgebaut, ausgetretene Tritte durch Inlays ertüchtigt und waagerecht aufgerichtet werden. Zugleich konnten die begleitenden Balustraden neu verankert und restauriert werden. Nach zwölf Wochen Bauzeit wurden die Maßnahmen jetzt erfolgreich abgeschlossen.

Die alten, ausgetretenen Stufen wurden komplett ausgebaut und durch Inlays wieder ertüchtigt.
Die alten, ausgetretenen Stufen wurden komplett ausgebaut und durch Inlays wieder ertüchtigt.
Bild: Bildungszentrum Irsee

„Arbeiten im prachtvollen Treppenhaus der barocken Klosteranlage Irsee gleichen einer Operation am offenen Herzen“, hebt Bezirkstagspräsident Sailer hervor und dankt den Planern und Handwerkern, die inmitten wertvoller Deckengemälde und Stuckaturen gearbeitet haben. Dennoch wurden Fristen und Kostenrahmen eingehalten.

Der Leiter des Hauses, Stefan Raueiser erläutert: „Bei den jetzt zu Ende gebrachten Arbeiten handelt es sich bereits um den dritten Bauabschnitt.“ Schon im August 2018 wurden die Treppenläufe vom Erdgeschoss in das erste Obergeschoss saniert. Im Sommer vergangenen Jahres erfolgte die statische Ertüchtigung des Hauptpodestes mit der aufwendigen Rückverankerung über die Klosterfassade zur Abtragung der Lasten ins Mauerwerk.

Während der zwölfwöchigen Bauzeit mussten die Stuckdecken unter der Treppe abgestützt werden.
Während der zwölfwöchigen Bauzeit mussten die Stuckdecken unter der Treppe abgestützt werden.
Bild: Klaus Zöttl/Bildungszentrum

Im jetzt abgeschlossenen Bauabschnitt setzten die Handwerker die beiden Treppenläufe zwischen dem ersten und dem zweiten Geschoss instand. Dafür musste ein großer Gerüstturm montiert werden. Danach bauten die Fachleute sämtliche Treppenstufen aus und sanierten die begleitenden Balustraden.

Regionale Handwerker arbeiten zusammen

Nach einer intensiven Planungsphase unter Einbeziehung der Denkmalschutzbehörden durch Architekt Klaus Zöttl aus Augsburg, erfolgte die statische Ertüchtigung nach Berechnungen von Ingenieur Michael Burz vom Ingenieurbüro Roll in Kaufbeuren. Zum Zuge kamen auch Handwerker aus der Region. So stützte beispielsweise der Stuckateurmeister Herbert Haug aus Friesenried die Stuckornamentik unter den Treppenläufen ab.

Den Aus- und Einbau der Tritt- und Setzstufen über die offengelegte Wangenseite und die denkmalfachliche Reparatur aller Treppenteile bewerkstelligte Schreinermeister Andreas Angerer aus Irsee. Kirchenmaler Isidor Hefele aus Stockheim schließlich restaurierte mit seinem Kollegen Heinz Olbrich die marmorierten Holzbaluster und besserte einzelne Fehlstelle im Farbbereich von Decke und Wänden aus.

Die Bayerische Landesstiftung, das Landesamt für Denkmalpflege, der Landkreis Ostallgäu und die Marktgemeinde Irsee förderten die Gesamtmaßnahme mit 28.000 Euro. Für die über drei Jahre laufende Sanierung hatte der Bezirkstag insgesamt 200.000 Euro bewilligt. Dieser Kostenrahmen wird nicht überschritten.