Preiswürdige Erfindung

Mit Tierwohlpreis ausgezeichnet: Biobauer aus Oberostendorf beugt Hitzestress im Stall vor

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Im Stall von Ulrich und Hedwig Stich profitieren die Tiere von einer Konstruktion zum Schutz vor Sonneneinstrahlung: Ministerin Michaela Kaniber (rechts) zeichnete den Betrieb dafür aus.

Bild: Astrid Schmidhuber

Im Stall von Ulrich und Hedwig Stich profitieren die Tiere von einer Konstruktion zum Schutz vor Sonneneinstrahlung: Ministerin Michaela Kaniber (rechts) zeichnete den Betrieb dafür aus.

Bild: Astrid Schmidhuber

Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber zeichnet den Milchviehbetrieb Stich in Oberostendorf (Ostallgäu) mit dem Tierwohlpreis aus. Was hat die Jury überzeugt?
10.08.2021 | Stand: 05:30 Uhr

Der Milchviehbetrieb Stich in Oberostendorf ist mit dem Tierwohlpreis 2021 ausgezeichnet worden. Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber würdigte damit die Ideen und Konzepte, mit denen es Landwirtinnen und Landwirten gelingt, „in Sachen Tierwohl in ihren Ställen Vorbildcharakter zu erlangen“.

Technische Lösung gegen Hitzestress im Stall

Der Oberostendorfer Betrieb wurde für eine einfache technische Lösung prämiert, um Hitzestress der Tiere zu reduzieren und die Futterqualität zu erhalten. Dafür wurde der Lichtfirst beschattet. Der im Jahr 2017 errichtete Milchviehstall ist mit einer zwei Meter breitem Lichthaube ausgestattet. Diese spendet nach Angaben der Jury viel Luft und Licht und trage damit zum Wohlbefinden von Tier und Mensch bei. „Durch eine einfache Konstruktion werden die Nachteile, die der Lichtfirst mit sich bringt, wesentlich verbessert“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Damit könne zudem auf aufwendige und energieraubende Belüftungstechnik verzichtet werden. (Lesen Sie auch: Antibiotika bei Kühen: Zwei Allgäuer Bauern wollen weniger Medikamente einsetzen)

Preisträger sollen beispielhaft sein

Ausgezeichnet wurden vier bayerische Betriebe, darunter der Allgäuer, der 1.000 Euro Preisgeld erhielt. „Sie lieben die Tiere und Ihre Arbeit, und das spürt man“, sagte die Ministerin bei der Preisverleihung. Eine mit Fachleuten und Praktikern aus Forschung, Verwaltung, Tierschutz und Berufsstand besetzte Jury hatte die Siegerbetriebe aus 25 eingegangenen Bewerbungen ausgewählt. Die anderen drei Betriebe wurden für die artgerechte und wesensgemäße Tierhaltung, die günstig geschaffenen Bedingungen im Stall und auf der Weide, vor allem aber auch für die sogenannte muttergebundene Kälberaufzucht ausgezeichnet. Ein Betrieb erhielt die Auszeichnung für den Ideenreichtum bei der Vermarktung ihres besonders tiergerecht erzeugten „Strohbullenfleisches“.

Mit dem Tierwohl-Preis für landwirtschaftliche Nutztierhalter werden seit 2014 Projekte ausgezeichnet, die bereits erfolgreich in die Praxis umgesetzt wurden. „Damit wollen wir allen Tierhaltern zeigen, dass oft schon kleine bauliche, technische oder organisatorische Änderungen viel bewirken können“, sagte Kaniber.

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