Mit Kamerateam am Badeweiher

Band „Blanko Blau“ dreht Rap-Video mitten in der Ostallgäuer Natur

Premiere in der Natur: „Blanko Blau“ drehen ihr erstes Musikvideo mal mitten in einem Feld, mal am Ufer eines Tümpels.

Premiere in der Natur: „Blanko Blau“ drehen ihr erstes Musikvideo mal mitten in einem Feld, mal am Ufer eines Tümpels.

Bild: Sophie Breiner

Premiere in der Natur: „Blanko Blau“ drehen ihr erstes Musikvideo mal mitten in einem Feld, mal am Ufer eines Tümpels.

Bild: Sophie Breiner

„Blanko Blau“ steigen für ihren ersten Clip auf die kleinste Bühne des Allgäus an einem Weiher bei Kaufbeuren. Warum der Ort gut zu ihrem Song passt.
##alternative##
Von Sophie Breiner
09.08.2022 | Stand: 12:53 Uhr

„Weder Frust noch Streit, wo ich gerade bin, bekomm’ den Kuss vom Life, bin nur am Gewinnen“ -wieder und wieder ertönt die Songzeile an diesem Nachmittag an einem kleinen Weiher in der Nähe von Kaufbeuren. Neugierige Badende verrenken sich die Köpfe, um drei Männern in blauen Anzügen und weißen Caps beim Performen zuzusehen. Manche stellen sich sogar hinter den Kameramann, um ja nichts zu verpassen.

Location an einem heimischen Gewässer naheliegend

„Finnen“ heißt das Lied, für dessen Musikvideo sich die „Band Blanko“ Blau kürzlich in die Ostallgäuer Natur begeben hat. Darin geht es nicht etwa um Skandinavier, sondern um das Gefühl, einen Lauf zu haben und leicht durchs Leben zu gleiten wie Fische durchs Wasser. „Da war eine Location an einem Gewässer naheliegend“, sagt Frontmann und Wahl-Kaufbeurer Philipp Wiedmann.

Erstes Album heißt „Befindlichkeiten“

Die Formation aus dem Sänger und Rapper Wiedmann, Gitarrist Manfred Guggemos und Schlagzeuger Christian Kraus entstand im vergangenen Herbst. Ihr erstes Album „Befindlichkeiten“ kam im Juli heraus und handelt von Emotionen und Zuständen, die jeder kennt. Mit „Finnen“ nehmen die drei nun ihr erstes gemeinsames Musikvideo in Angriff. „Das ergab sich recht spontan“, sagt Guggemos. Der August habe sich angeboten, da er und Kraus beide hauptberufliche Musiker und Instrumentallehrer an Musikschulen sind und dann „unterrichtsfrei“ hätten.

Schon mit der Band „Allgäupower“ vor der Kamera gestanden

Für Film und Schnitt konnte Wiedmann kurzfristig seinen Kumpel Wolfi Suchalla von The Golden Cut engagieren. Mit diesem hat er schon einmal ein Musikvideo gedreht: Damals als Solokünstler im leeren Forggensee für den Song „Teil vom Ganzen“. Auch die anderen beiden Bandmitglieder standen bereits für Musikvideos vor der Kamera, Manfred Guggemos beispielsweise mit der Band „Allgäupower“. Dementsprechend ist von Aufregung oder Nervosität keine Spur. Schon mehrere Stunden vor dem Dreh haben die drei jede Menge zu tun.

Eigentlich sind die Musiker „recht planlos“

Obwohl oder gerade weil sie laut Guggemos „recht planlos“ an die Sache herangehen, wird noch gebrainstormt, die Locations abgegangen und Probevideos mit dem Handy aufgenommen. Nach einer Snackpause heißt es dann: das charakteristische blaue Bühnenkostüm anziehen, Equipment einpacken und ab an den Weiher. Dort treffen sie Wolfi Suchalla, dem sie ihre Ideen genau erklären. Die erste Location befindet sich auf einem Feld und den ersten Passanten ist die Frage im Gesicht abzulesen, warum da ein goldenes Schlagzeug auf einer Wiese steht.

Drei Männer in Blau

Ganz zu schweigen von den drei Männern in Blau. Wieder und wieder performen die ihren Song, manchmal ganz, manchmal nur Teile davon. Im Hintergrund läuft immer die Originalaufnahme, damit die Musiker im richtigen Tempo bleiben. Dazwischen gibt Suchalla Anweisungen für das nächste Take. Die Zeit spielt dabei gegen sie. Denn um das perfekte Abendlicht zu erwischen, bleiben nur einige Stunden Zeit, bevor die Sonne kurz vor neun Uhr untergeht. päter spielt die Band direkt vor dem Weiher, bis sie sich auf den engen Steg wagt. „Das ist bestimmt die kleinste Bühne des Allgäus“, sagt Wiedmann und lacht. Für die letzten Videoaufnahmen riskiert er sogar einen nassen Hintern und nimmt auf einem der Stand up Paddel im Weiher Platz. Im Sonnenuntergang folgen schließlich noch Bandfotos und Aufnahmen mit einer Drohne.

Einfach machen, ohne übertriebene Effekte

„Ich glaube, das kann gut werden“, sagt der Rapper danach. Dass sie vieles spontan gemacht haben, würde sowieso gut zu ihnen passen. „Das ist wie unser Sound. Einfach machen, ohne übertriebene Effekte.“ Zwei bis drei Wochen, schätzt das Trio. So lange wird Suchalla etwa dafür brauchen, das aufgenommene Material zu sichten und zu schneiden. Sobald das Musikvideo fertig ist, werden sie es sofort veröffentlichen - trotz Sommerloch, darin sind sie sich einig. Worauf sie sich noch nicht einigen konnten, ist, welcher Song ihres Albums als nächstes ein Video bekommt. Bei zehn weiteren Liedern haben sie da aber auch die Qual der Wahl.

Lesen Sie auch: Neues Video: Rammstein-Keyboarder Flake über Berg-Klischees und Urlaub im Allgäu