Schule soll bleiben

Bundeswehr: Kaufbeuren kämpft um Standort der Luftwaffe

Der Fliegerhorst liegt im Süden Kaufbeurens. Die Start- und Landebahn ist allerdings sanierungsbedürftig. Die Luftwaffe möchte sie aufgeben. Derzeit wird geprüft, ob es andere Interessenten gibt.

Der Fliegerhorst liegt im Süden Kaufbeurens. Die Start- und Landebahn ist allerdings sanierungsbedürftig. Die Luftwaffe möchte sie aufgeben. Derzeit wird geprüft, ob es andere Interessenten gibt.

Bild: Harald Langer

Der Fliegerhorst liegt im Süden Kaufbeurens. Die Start- und Landebahn ist allerdings sanierungsbedürftig. Die Luftwaffe möchte sie aufgeben. Derzeit wird geprüft, ob es andere Interessenten gibt.

Bild: Harald Langer

Kaufbeuren kämpft darum, dass im Fliegerhorst neben Sanitätern und Feldjägern eine Schule Bestand hat. Warum der Flugplatz wohl trotzdem aufgegeben wird.
18.09.2020 | Stand: 15:15 Uhr

Die Bundeswehr will nun doch langfristig in Kaufbeuren bleiben. Pläne aus dem Jahr 2011, die Kaserne zu schließen, sind seit vergangenem Jahr vom Tisch. Allerdings soll die seit 1957 ansässige Luftwaffe nach derzeitigen Plänen den Fliegerhorst in einigen Jahren verlassen und das Gelände Sanitätern und Feldjägern überlassen. Die Politik kämpft aber weiterhin für den Verbleib der Luftwaffenschule. Und auch die Luftwaffe selbst möchte nur ungern von ihrem liebevoll „Kaufi“ genannten Standort Abschied nehmen. Denn in diesem Fliegerhorst mit beeindruckendem Alpenblick haben Generationen von Schülern aus der ganzen Republik Lehrgänge absolviert. (Lesen Sie dazu auch ein Interview mit Kommandeur Oberst Martin Langer vom Fliegerhorst Kaufbeuren.)

Entscheidend für die Zukunft wird sein, wo die Bundeswehr künftig ihre Techniker am Kampfflugzeug Eurofighter ausbilden will. Nach einigem Hin und Her hat sich die Luftwaffe dem Verteidigungsministerium gegenüber für den Verbleib in Kaufbeuren ausgesprochen – auch wenn sie die dortige Start- und Landebahn nicht mehr sanieren und den Flugplatz aufgeben will, wie Kommandeur Oberst Martin Langer gegenüber unserer Zeitung sagte. Denn nur um alle paar Jahre ein neues Kampfflugzeug für Schulungszwecke einzufliegen, lohne sich der Aufwand nicht. Es könne – wie unlängst geschehen – vom Fliegerhorst im Lechfeld aus auf der Straße zur Schule transportiert werden. Auch die Stadt Kaufbeuren hat nach Einschätzung von Oberbürgermeister Stefan Bosse selbst kein Interesse mehr daran, die Start- und Landebahn auf eigene Kosten zu erhalten. Es habe in den vergangenen Jahren keine Interessenten aus der freien Wirtschaft gegeben, die den Flugplatz als Standortvorteil gesehen hätten.

Viel wichtiger ist auch ihm der Verbleib der Luftwaffe in der Stadt. Der Oberbürgermeister hofft auf eine positive Entscheidung des Verteidigungsminsteriums noch in diesem Jahr. Allgäuer Landespolitiker sehen den Kaufbeurer Luftwaffenstandort bereits im Aufwind.

Schon seit 2003 nutzt auch die Hubschrauberstaffel der bayerischen Bereitschaftspolizei den Kaufbeurer Flugplatz. Sie hat dort für Einsätze in Schwaben und in den Alpen eine Maschine platziert. Bosse möchte, dass dies auch künftig der Fall sein wird.

Quer über die Landebahn

Zudem freut sich der OB auf den Aufbau eines Sanitätsregiments auf dem Gelände. Seiner Information nach entsteht dazu auf dem Fliegerhorst quer über die Landebahn eine quasi neue Kaserne. Die Luftwaffe könnte somit ihre Stammgebäude weiter nutzen.

Um Wohnungen für die neuen über 1000 Sanitäter zu schaffen, möchte die Stadt laut Bosse einen Teil des Fliegerhorstgeländes erwerben, das insgesamt in etwa so groß ist wie das Fürstentum Monaco. Der OB stellt sich dabei eine Übergangszone zwischen militärischer Nutzung und Wohnungen vor. Um diese Fläche ansprechend zu gestalten, möchte sich Kaufbeuren um die Landesgartenschau bewerben.