Corona-Krise im Allgäu

Corona-Fälle häufen sich: So ist die Lage im Ostallgäu

1.500 Reiserückkehrer aus Risikogebieten hatten sich im August im Ostallgäu registrieren lassen.

1.500 Reiserückkehrer aus Risikogebieten hatten sich im August im Ostallgäu registrieren lassen.

Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

1.500 Reiserückkehrer aus Risikogebieten hatten sich im August im Ostallgäu registrieren lassen.

Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Immer mehr Menschen im Ostallgäu sind mit dem Coronavirus infiziert. Offenbar brachten mehrere Menschen das Virus aus dem Urlaub mit.
14.09.2020 | Stand: 17:05 Uhr

Umgerechnet auf 100.000 Einwohner haben sich in den vergangenen sieben Tagen 26,4 Ostallgäuer mit dem Sars-Cov2-Virus infiziert. Dies geht aus Zahlen des Landesgesundheitsamt Bayern hervor. Am Wochenende erhöhte sich die Zahl der Fälle im Landkreis um zehn. Damit infizierten sich seit Beginn der Pandemie 643 Menschen im Ostallgäu.

Aktuell führt das Landratsamt in seiner Statistik 44 Menschen als erkrankt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit bei etwas mehr als einem Drittel des Kaufbeurer Wertes von 75,2. Denn auch dort kamen über das Wochenende neun Neuinfizierte hinzu. Die Gesamtzahl der Fälle stieg auf 171.

Häufig ganze Familien infiziert

Im Ostallgäu häufen sich die Fälle an einigen Orten: In Füssen gibt es aktuell zwölf Erkrankte mit oder ohne Symptome, in Nesselwang, wo auch der Kindergarten geschlossen wurde, sind es zehn, in Marktoberdorf und Buchloe je sechs, in Ronsberg vier. Von „Hotspots“ will Thomas Brandl vom Büro der Landrätin hier aber nicht sprechen: Die hohen Werte kämen zustande, da meist mehrköpfige Familien betroffen seien.

„Es liegt kein Geschehen mit hohen Infektionszahlen und unklaren Infektionsketten vor“, erklärt Brandl. Das Gesundheitsamt nennt verschiedene Ursachen: Vor allem gehe es um Reiserückkehrer und deren Angehörige. In die Statistik fließen aber auch Personen ein, die „bei der Aufnahme beziehungsweise Einlieferung in ein Krankenhaus positiv getestet werden. Nicht zuletzt gibt es auch Personen, die einen freiwilligen Test haben durchführen lassen.“ (Alle aktuellen Entwicklungen zu Corona im Allgäu, Bayern und der Welt laufend in unserem Newsblog.)

Nach Rückkehr aus einem Risikogebiet, so Brandl, hätten sich im Ostallgäu im August 1.500 Urlauber registrieren lassen. Im Amt geht man davon aus, dass diese sich auch an die Quarantäne-Vorgaben halten. Gut genutzt werden auch die kommunalen Testzentren, die Anfang September geöffnet wurden. Dort laufe der Betrieb „reibungslos“. Die Zusammenarbeit mit dem Betreiber vor Ort und der Koordination und Terminvergabe durch das Gesundheitsamt funktionieren sehr gut. Bis Freitag wurden in Marktoberdorf 292 und in Kaufbeuren 379 Personen getestet.