Tierische Geschichten

Das ist Bruno, der Stadtkater aus Kaufbeuren

Bruno in seinem Revier: Rund um das Crescentiakloster kennt sich der schwarz-weiße Kater aus.

Bruno in seinem Revier: Rund um das Crescentiakloster kennt sich der schwarz-weiße Kater aus.

Bild: Harald Langer

Bruno in seinem Revier: Rund um das Crescentiakloster kennt sich der schwarz-weiße Kater aus.

Bild: Harald Langer

Mal ist er am Kloster unterwegs, mal schläft er im „Orsay“. Wie sich die Kaufbeurer gemeinsam um den Vierbeiner kümmern.
12.11.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Wenn Bahar Benek den Laden in der Früh aufsperrt, wartet Bruno schon auf sie. Mittlerweile höre er auf ihr Pfeifen, sonst habe der schwarz-weiße Kater seinen eigenen Kopf. Er kommt und geht. Manchmal bleibt er auch den ganzen Tag bei ihr, im Modegeschäft „Orsay“. Manchmal besucht er die Nachbarn im „Kochlöffel“, und dann gibt es wieder Tage, an denen er lieber draußen umherstreift, vor allem bei schönem Wetter. Sein Revier: die Kaufbeurer Fußgängerzone. Wo kaum jemand an Bruno vorbeigeht, ohne ihn zu grüßen. Man kennt ihn eben.

Kater Bruno hat wohl keine Besitzer

Vor Jahren sei der Kater plötzlich aufgetaucht, erinnert sich Benek. „Er ist jetzt bestimmt schon 17, 18 Jahre alt.“ Damals versuchte sie herauszufinden, wem er gehört, fragte in der Stadt und im Internet. Gemeldet hat sich jedoch niemand. „Er scheint tatsächlich keine Besitzer zu haben.“ Das glaubt auch Schwester Daniela Martin. Dafür gebe es aber Leute, die ihn zuverlässig füttern und auch mal bei sich schlafen lassen – etwa Tierfreunde, die in der Straße „Unter dem Berg“ wohnen (noch mehr tierische Geschichten aus dem Allgäu lesen Sie hier).

Während des Lockdowns abgemagert

Benek habe inzwischen auch Futter für den Vierbeiner besorgt. „Während des Lockdowns im Frühjahr ist er ganz schön abgemagert“, sagt die Laden-Managerin. Als Bruno an diesem Mittag hereinkommt, ist davon nichts mehr zu sehen. Er maunzt, Benek krault ihn zwischen den Ohren, dann sucht sich der Kater einen Platz zum Schlafen. Alles ganz selbstverständlich. Zutraulich sei er schon, sagt Benek. Aber wenn ihn die fünfzigste Kundin am Tag streichle, reagiere er auch mal genervt. „Vor allem wenn er tief und fest schläft.“

Revierkämpfe am Kloster

Warum ist Bruno eigentlich nicht im Kloster untergekommen? Wegen Flori, erklärt Schwester Daniela Martin. „Die Zwei haben sich immer gestritten.“ Flori, ebenfalls ein stattlicher Kater, lebte bis vor Kurzem im Kloster und sah Bruno zum Verwechseln ähnlich. „Vor ein paar Monaten ist er aber leider gestorben.“

"Orsay"-Laden schließt bald: Wo schläft Bruno dann?

Was Benek gerade Kopfzerbrechen bereitet: Der „Orsay“–Laden in der Schmiedgasse wird bald schließen – und Bruno verliert seinen liebsten Schlafplatz. Mitnehmen könne sie ihn nicht, einmal weil er an sein Revier gewöhnt sei. Vor allem aber, weil er sich nicht hochheben lasse. Bruno im Stich lassen, komme für sie nicht infrage. Ihr werde schon noch etwas einfallen. Immerhin sind die beiden ein eingespieltes Team.

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