Bayreuth

„Das tut extrem weh“

Sami Blomqvist

Sami Blomqvist

Bild: Benjamin Lahr

Sami Blomqvist

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Eishockey ESV Kaufbeuren verliert nach Auf und Ab das Kellerduell bei den Bayreuth Tigers
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Von Christopher Schramm
28.10.2019 | Stand: 17:09 Uhr

Der ESV Kaufbeuren ist weiterhin Schlusslicht der DEL 2. Beim bisher punktgleichen Tabellenvorletzten Bayreuth Tigers kassierte der Halbfinalist der vergangenen Saison in einem wahren Torspektakel mit 5:7 (2:1, 3:3, 0:3) die fünfte Niederlage in Folge.

Dabei erlebten beide Teams eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Erst führten die Tigers 1:0, dann die Gäste 2:1, dann wieder die Hausherren mit 3:2. Und schließlich kamen die Bayreuther von einem 3:5-Rückstand noch einmal zurück. Nur drei der insgesamt zwölf Treffer fielen dabei bei gleicher Anzahl von Spielern auf dem Eis.

„Es war ein ewiges Auf und Ab“, war auch ESVK-Trainer Andreas Brockmann von den vorangegangenen 60 Minuten gezeichnet. „Wie so oft in dieser Saison sind wir mit einem Tor Vorsprung ins letzte Drittel gegangen. Wenn man einen Lauf hat, sagt man, dass man einen Weg findet, Spiele zu gewinnen. Wir schaffen es zurzeit und finden einen Weg, Spiele zu verlieren. Das tut extrem weh.“ Tigers-Coach Petri Kujala hatte nach der „emotionalen Achterbahnfahrt“ gleich ein Lob für Tyler Gron parat. „Er war an diesem Wochenende überragend.“

Denn nach seinen drei Toren vom Freitag erzielte der 30-jährige Stürmer auch gegen die Joker wieder einen Hattrick. „In der Defensive war es teilweise Chaos. Aber wenn du dann sieben Tore schießt, haben die Zuschauer mehr davon. Und wir haben unsere Überzahl genutzt“, fügte Kujala an.

Zunächst aber waren die Tigers nach gerade einmal 47 Sekunden in Unterzahl geraten. Nachdem die Kaufbeurer im ersten Powerplay kaum einmal ins Angriffsdrittel gekommen waren und auch eine 27-sekündige doppelte Überzahl nicht nutzen konnten, mussten sie mit einem Mann mehr auf dem Eis nach 3:19 Minuten sogar das 0:1 hinnehmen. Nach klasse Vorarbeit von Sebastian Busch vollendete Martin Davidek den Konter.

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Nur 44 Sekunden später nutzten die Gäste dann aber eine weitere doppelte Überzahl durch den vor dem Tor abstaubenden Mike Mieszkowski zum Ausgleich und legten nur weitere 36 Sekunden später noch in einfacher Überzahl das 2:1 nach. Vom Schlittschuh von Antti Kerälä ging der Puck ins Tor. Ohnehin war es die rein finnische Reihe mit Kerälä, Ossi Saarinen und Sami Blomqvist, die immer wieder für Gefahr sorgte.

Die Führung verdienten sich die Kaufbeurer im Nachhinein mit aggressivem Forechecking, scheiterten aber immer wieder an Tigers-Goalie Timo Herden. Der 24-Jährige musste nach nur 2:20 Minuten den verletzten Brett Jaeger ersetzen und verhinderte in der zweiten Hälfte des ersten Drittels einen weit höheren Rückstand.

Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts hatten die Bayreuther große Probleme im Spielaufbau, leisteten sich teilweise katastrophale Scheibenverluste. Doch nachdem Saarinen in Unterzahl die Riesenchance zum 3:1 vergeben hatte, brachten sich die Kaufbeurer durch weitere Strafzeiten selbst in Bedrängnis. Zwei von drei kurz hintereinander folgenden Gelegenheiten zu doppelter Überzahl nutzten die Tigers und drehten die Partie binnen 56 Sekunden. Beide Male hieß der Torschütze Gron.

Doch mit einem Unterzahltor von Kerälä und zwei Treffern von Blomqvist – einer davon bei angezeigter Strafe per sattem Handgelenkschuss – zog Kaufbeuren auf 5:3 davon. So spektakulär das Spiel bis dahin war, so sorgte auch Ivan Kolozvary mit einem Nachschuss im Fallen für den Anschlusstreffer.

Den Schlussspurt der Tigers im letzten Drittel leitete dann Gron ein, der im Powerplay aus spitzem Winkel zum 5:5 traf. Den Schwung des Ausgleichs nahmen die Hausherren mit und kamen zu weiteren guten Chancen. 96 Sekunden vor dem Ende wurden die Bemühungen durch Kolozvary belohnt. Der Endstand resultierte aus einem Treffer ins leere Tor.

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