Zeichen für Solidarität und Frieden

Demo für den Frieden: Hunderte protestieren in Kaufbeuren gegen Krieg in der Ukraine

Holger Jankovsky (links) sprach in seinem Redebeitrag von den Sorgen, die er sich vor allem um Kinder und Jugendliche in der Ukraine macht.

Holger Jankovsky (links) sprach in seinem Redebeitrag von den Sorgen, die er sich vor allem um Kinder und Jugendliche in der Ukraine macht.

Bild: Mathias Wild

Holger Jankovsky (links) sprach in seinem Redebeitrag von den Sorgen, die er sich vor allem um Kinder und Jugendliche in der Ukraine macht.

Bild: Mathias Wild

Rund 700 Kaufbeurerinnen und Kaufbeurer zeigen Solidarität mit Ukrainern – und Flagge gegen Putin. Die Politik gibt sich am Aschermittwoch einig.

03.03.2022 | Stand: 07:26 Uhr

Traditionell ist Aschermittwoch der Tag, an dem sich die Politiker in Bayern bei einer Maß Bier gegenseitig ihre Versäumnisse und Fehltritte um die Ohren hauen. Das war diesmal anders. Denn seit einer Woche herrscht nach Jahrzehnten des Friedens wieder Krieg in Europa, und täglich sterben in der Ukraine Menschen. Angesichts dessen haben so gut wie alle Parteien ihre Veranstaltungen zum Politischen Aschermittwoch abgesagt.

Ein gemeinsames Zeichen für den Frieden

In Kaufbeuren wollten SPD und Grüne stattdessen Geschlossenheit zeigen und riefen gemeinsam dazu auf, mit allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt ein Zeichen für Solidarität und Frieden setzen. Rund 700 Kaufbeurerinnen und Kaufbeurer waren dem Aufruf laut Polizei am Mittwochabend gefolgt.

Mit Flaggen, Bannern und bunten Blättern tauchten sie die Kaiser-Max-Straße in die ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb. Viele hielten Transparente und Schilder in den Händen, auf denen „Stoppt Putin“, „Weg mit Putin“ oder „Kein Krieg in Europa“ zu lesen war (Lesen Sie auch: Diese Veranstaltungen sind im Allgäu geplant)

„Menschenverachtend und menschenvernichtend“

„Danke, dass Sie Flagge zeigen“, kommentierte Kaufbeurens dritte Bürgermeisterin Erika Rössler dieses Bild und verurteilte gleichzeitig den „menschenverachtenden, menschenvernichtenden und völkerrechtswidrigen“ Angriff Russlands auf seinen Bruderstaat. „Putin bringt den Menschen dort unbeschreibliches Leid, bombardiert Wohngebiete, zerstört Infrastruktur, reißt Familien auseinander“, sagte Rössler. Von einer „Menschengemachten Katastrophe sprach Humedica-Geschäftsführer Johannes Peter. Die Kaufbeurer Hilfsorganisation ist seit 20 Jahren in der Ukraine aktiv und versucht jetzt dort, Menschen auf der Flucht mit dem Nötigsten zu versorgen: „medizinische Versorgung, Nahrungsmittel, warme Decken“.

Sorge um Kinder und Jugendliche

Holger Jankovsky, Grünen-Stadtrat und Jugendbeauftragter, sorgt sich um „die Kinder und Jugendlichen hier, die jetzt Angst haben.Vor allem aber um die jungen Menschen in der Ukraine, die um ihre Zukunft, ihre Freunde, um ihr Leben fürchten müssen“. Auch der Kaufbeurer Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (Freie Wähler) stellte an diesem Abend die Einigkeit der Politik in den Vordergrund. Es habe ihn beeindruckt, wie der Bundestag am Sonntag parteiübergreifend das Vorgehen Putins verurteilt hat.

Große Hilfsbereitschaft in der Stadt

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SPD-Stadträtin Cathrin Riedl lobte die große Hilfsbereitschaft der Kaufbeurer – viele hätten sich spontan bereit erklärt, Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet privat bei sich aufzunehmen. Und sie zeigte sich überwältigt von der Vielzahl der Menschen, die zum Alten Rathaus gekommen waren, um für Frieden und Demokratie in Europa einzustehen: „Hoffen wir, dass diese Bilder weit über Kaufbeuren hinaus strahlen werden.“ Riedl wies zum Schluss auf weitere Solidaritäts-Aktionen in den nächsten Tagen hin. Unter anderem wird der Fünfknopfturm am Wochenende in Blau und Gelb beleuchtet (Lesen Sie auch: So können Allgäuer den Menschen in der Ukraine helfen).

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Friedensdemonstration in Kaufbeuren