Kaufbeuren

Der Pechvogel der Vorbereitung

ESVK-Neuzugang Mike Mieszkowski droht wegen einer Muskelverletzung den Saisonstart zu verpassen. Dabei hat der 26-Jährige große Ziele mit den Jokern
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Von VOn Thomas Schreiber
06.09.2019 | Stand: 14:47 Uhr

Noch hat die neue Spielzeit in der DEL 2 nicht begonnen, doch Neuzugang Mike Mieszkowski darf jetzt schon als Pechvogel bezeichnet werden. Der 26-jährige Stürmer kam mit großen Ambitionen von den Nürnberg Ice Tigers nach Kaufbeuren, aber bereits im ersten Testspiel gegen den EHC Winterthur zog er sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und muss seither pausieren. Auch beim letzten Test gegen Ingolstadt am gestrigen Freitagabend war er nur Zuschauer. „Ich muss jetzt einfach Geduld haben und von Tag zu Tag sehen, ob es besser wird“, sagt der Angreifer, der in Absprache mit der medizinischen Abteilung ein Reha-Programm absolviert. „Bei Muskelverletzungen kann man eine exakte Ausfalldauer nie genau definieren. Deshalb ist es wichtig, nicht zu früh wieder in den Spiel- und Trainingsbetrieb einzugreifen“, sagt Mannschaftsarzt Dr. Peter Gleichsner.

Doch das Zuschauen auf der Tribüne zehrt natürlich auch an der Moral des Stürmers. „Ich habe mich im Sommer gut vorbereitet und war richtig heiß auf die neue Saison hier in Kaufbeuren. Leider habe ich nun fast die komplette Eisvorbereitung verpasst“, sagt „Big Mike“, wie er bei seinen vorherigen Stationen von den Mitspielern genannt wurde. Bei seiner neuen Mannschaft sieht er großes Potenzial. „Wir haben eine starke Mannschaft, in der alle vier Reihen Tore machen können“, lautet die Einschätzung eines Spielers, der die vergangenen fünf Spielzeiten bei den Krefeld Pinguins und den Nürnberg Ice Tigers in der DEL auf dem Eis stand.

In der vergangenen Saison nahm Mieszkowski mit Nürnberg am Spengler-Cup in Davos teil. „Ich glaube, dieses Turnier ist für jeden Eishockeyspieler ein Highlight“, schwärmt Mieszkowski. Dass er dabei im Spiel gegen Team Kanada sogar einen Treffer beisteuerte, war für ihn ein besonderer Moment in seiner Karriere.

Den Wechsel in die DEL 2 sieht die neue Nummer 72 im Jokerdress nicht als Rückschritt. „Es sind in dieser Saison viele deutsche Spieler aus der DEL eine Klasse tiefer gewechselt, das gibt der DEL 2 noch einmal zusätzliche Qualität“, meint Mieszkowski, der der größte Spieler im Kaufbeurer Kader ist. Mit 1,97 Meter Größe und 100 Kilo „Kampfgewicht“ ist er eine Erscheinung auf dem Eis, wie sie beim ESVK von den Fans immer mal gefordert wurde. Jedoch sieht er sich selbst nicht in der Rolle des „Bad Boys“. „Aber wenn ich mal einen Mitspieler schützen muss, bin ich natürlich da“, erzählt er mit einem smarten Lächeln. Ein gutes Zweikampfverhalten und eine ruhige Scheibenführung zählt er zu seinen Stärken.

Doch viel wichtiger ist es ihm, seinen Beitrag für eine gute Saison zu leisten. „Ich habe bereits vor der Saison viel positives Feedback über die Entwicklung beim ESVK bekommen. Diesen Eindruck kann ich nur bestätigen“, sagt Mieszkowski, dessen Vater, ehemals polnischer Nationalspieler, ebenfalls schon in der DEL 2 für Crimmitschau auf dem Eis stand.

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