Sport Stadtmuseum Kaufbeuren

Der schlafende Riese - die sportliche Seite des Stadtmuseums Kaufbeuren

Kunterbunt: Im Depot des Stadtmuseums Kaufbeuren schlummern gleichsam alte sportliche Schätze, wie Museumsleiterin Petra Weber zeigt.

Kunterbunt: Im Depot des Stadtmuseums Kaufbeuren schlummern gleichsam alte sportliche Schätze, wie Museumsleiterin Petra Weber zeigt.

Bild: Harald Langer

Kunterbunt: Im Depot des Stadtmuseums Kaufbeuren schlummern gleichsam alte sportliche Schätze, wie Museumsleiterin Petra Weber zeigt.

Bild: Harald Langer

Im Stadtmuseum Kaufbeuren schlummert eine große Sammlung sporthistorischer Objekte. Darunter auch Stücke zur Geschichte des ESVK - der auch schon Thema in einer Ausstellung war.
22.06.2023 | Stand: 10:07 Uhr

Erfrischend war es, was der ESV Kaufbeuren vergangene Saison in der DEL2 zum überwiegenden Teil abgeliefert hat. Vom alten Eisen, das ins Museum gehört, kann keine Rede sein. Und dennoch ist heuer ein Teil des ESVK in das Stadtmuseum gelangt: „Vor Kurzem kam Material aus dem Nachlass des ESVK-Trainers Fredl Hynek in unsere Sammlung“, berichtet Museumsleiterin Petra Weber. Wobei sie relativiert: „Nachlass ist vielleicht auch ein zu großes Wort. Es geht um eine Sammlung von Pokalen, Bildern, Fotos und Zeitungsartikeln, einer Art Vereinschronik.“ Doch während die Einzelstücke nun erst einmal katalogisiert werden und dann über ihren Verbleib im Museum oder dem Stadtarchiv entschieden wird, ist der ESVK schon Bestandteil einer Ausstellung gewesen.

Ernst Holy als Vermittler

Dafür hatte der frühere Bürgermeister von Kaufbeuren, Ernst Holy, gesorgt: Er vermittelte „eine Reihe von Stücken zum ESVK, die die Geschichte des Vereins und auch bekannte Persönlichkeiten beleuchten“, erläutert Weber. „Teile davon waren auch schon einmal in der Mitmach-Ausstellung „Macht & Millionen“ ausgestellt.“ Doch der ESVK ist nicht das Einzige, was das Stadtmuseum zum Sport zu bieten hat.

Demnächst Ausstellung zu Frauen im Alpenverein

„Meine Kollegin Susanne Sagner bearbeitet gerade das Thema Frauen im Alpenverein für die kommende Sonderausstellung ,He Fräulein!’ auf.“ Die war schon in Kempten und Memmingen zu sehen und soll Mitte Oktober in Kaufbeuren eröffnet werden – wofür sie Sagner mit Kaufbeurer Frauengeschichten und -objekten anreichert. Das Stadtmuseum Kaufbeuren wurde 1879 gegründet und ist eines der ältesten stadthistorischen Museen in Bayerisch-Schwaben. 2013 wurde es nach einem umfassenden Umbau neu eröffnet. Von überregionaler Bedeutung seien Objekte zur Stadtgeschichte sowie zur Volkskunde und Frömmigkeitsgeschichte der Region, dazu kommen noch Spezialsammlungen wie die Kruzifixsammlung, die protestantischen Hinterglasbilder und der Nachlass von Ludwig Ganghofer.

120 Jahre alte Wintersportgeräte - und ein Tischkegelspiel

Des Weiteren gibt es im Lager eine kunterbunte Sammlung von Artefakten zum Sport: Radierung vom Kegeln im Tänzelhölze, Medaillen, Vereinsfahnen, Fotos und Urkunden – dazu über 120 Jahre alte Wintersportgeräte oder ein Tischkegelspiel, aber auch Fotos und Urkunden aus der Zeit des Nationalsozialismus. Dass diese Sammlung nur im Depot liegt, hat folgenden Hintergrund: „Es ist in jedem Museum so, dass nur etwa 5 bis 10 Prozent der Sammlungen ausgestellt sind, die übrigen Objekte stehen für die Forschung und für Sonderausstellungen zur Verfügung“, erklärt Weber und hat nach einer Bestandsaufnahme der Sportobjekte festgestellt: „Ich muss sagen, es sieht gar nicht so schlecht aus in unseren Beständen. Wir haben schon einiges Material, anhand dessen man geschichtlich einsteigen kann.“ Das Ergebnis hat sie auch auf eine Idee gebracht.

Sportliches Gedankenspiel

„Längerfristig denke ich darüber nach, eine Ausstellung zum Thema Sport/Vereine in Kaufbeuren zu machen. Ich halte das für ein spannendes Thema.“ Dabei könnten die Vereine einbezogen werden und gleichsam Oral History betrieben werden: mit Objekten aus Vereinsarchiven oder Lagern sowie Fotos und Zeitzeugen. „Wir würden wahrscheinlich partizipativ arbeiten“, meint Weber, betont aber, dass das Ganze derzeit nur eine Idee ist.

Vom Berg aufs Rad ins Yoga

Die Museumsleiterin könne aber als Aktive selbst wenig dazu beitragen: „Ich bin keine versierte Sportlerin, meine Aktivitäten beschränken sich auf das tägliche Radeln in die Arbeit, Yoga und ab und an eine kleine Bergtour oder ausgedehnte Spaziergänge. Meine sportlichen Ambitionen sind entsprechend überschaubar“, erklärt sie augenzwinkernd.

Auch im Eisstadion ist das Museum präsent

Übrigens ist das Stadtmuseum auch im Eisstadion vertreten: Denn aus der Sammlung von Holy ergab sich ein Konzept, dem wiederum die Schautafel im Eisstadion entsprungen ist. Die ist 2018 in der Erdgas Schwaben Arena installiert worden und öffentlich sichtbar. „Holy hatte damals, bevor das Stadion gebaut worden ist, die Idee dort eine Vitrine zur Geschichte des ESVK zu gestalten und einzubringen. Bei der Konzepterstellung hat ihn das Museum unterstützt“, erzählt Weber. Allerdings durfte die Vitrine aus Brandschutzgründen nicht aufgestellt werden, berichtet die Historikerin weiter: „Daher hat man sich für die Gestaltung einer Schautafel entschieden, die sämtliche von Holy gesammelte Objekte und Dokumente zeigt. Die Stücke sind dann in unsere Sammlung eingegangen.“

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