Ferienspaß

Der Weiße Hai sorgt bei Kaufbeurer Stadtranderholung für Ordnung

Stadtranderholung unter Corona

Im großzügigen Weiher finden die Schüler eine Abkühlung an den heißen Tagen, immer zwei der sechs Gruppen dürfen gleichzeitig im Wasser sein. Damit sie sich nicht in die Quere kommen, begrenzen Luftkissen die einzelnen Abschnitte.

Bild: Mathias Wild

Im großzügigen Weiher finden die Schüler eine Abkühlung an den heißen Tagen, immer zwei der sechs Gruppen dürfen gleichzeitig im Wasser sein. Damit sie sich nicht in die Quere kommen, begrenzen Luftkissen die einzelnen Abschnitte.

Bild: Mathias Wild

Wegen Corona fällt die Stadtranderholung des Kaufbeurer Stadtjugendrings heuer kleiner aus. Der guten Laune tut das keinen Abbruch.

01.08.2020 | Stand: 12:34 Uhr

Die Haifischzone bleibt leer. Keines der Kinder traut sich nah ran. „Da lauert der Weiße Hai“, sagt Michael Böhm, Geschäftsführer des Stadtjugendrings Kaufbeuren (SJR), und lacht. Freilich müssen die Teilnehmer der diesjährigen Stadtranderholung im Wald bei Kemnat keine Angst vor einem gefährlichen Raubtier haben. Die Haifischzone ist der Bereich im Weiher, der die einzelnen Gruppen auseinanderhält – das ist wegen Corona notwendig. Es ist nicht die einzige Veränderung der beliebten Ferienbetreuung, die das Virus mit sich bringt. „Normalerweise tummeln sich hier jetzt 560 Kinder und 60 Betreuer. Jetzt sind es noch 90 Kinder“, sagt Böhm beim Rundgang über das Gelände.

Im Januar hatte der SJR bereits mit den Planungen für die Stadtranderholung begonnen, das Motto heuer sollte „Indianer“ sein. Die Anmeldezahlen schossen in den ersten Tagen direkt durch die Decke, an die 700 waren es, sagt Böhm. Und dann kam Corona, die Planungen wurden umgeschmissen. „Der Betreuungsbedarf ist ja da, wir wollten dem entsprechen“, erklärt Böhm, wieso die Ferienfreizeit nicht ganz abgesagt wurde „Das wäre jammerschade gewesen.“ Es sei zwar eine Riesenherausforderung, „ein verlorenes Jahr ist es aber nicht“. Auf dem weitläufigen Gelände können sich die sechs Gruppen gut verteilen, „hier ist viel Freiheit möglich“.

Noch Plätze frei bei der Kaufbeurer Stadtranderholung

Der SJR hat die Kinder in Gruppen eingeteilt, um die Kontakte besser nachvollziehen zu können. „Geländespiele oder Wettkämpfe müssen leider wegfallen“, sagt Böhm. Dafür gibt es heuer jede Woche ein anderes Thema, in der ersten war es Astrid Lindgren und Pippi Langstrumpf, erzählt der Geschäftsführer. „Eltern können ihre Kinder erneut anmelden, ohne dass sich das Motto wiederholt“, sagt Böhm. Ab der dritten Woche sind noch vereinzelt Plätze verfügbar.

Dass man trotz Corona eine Menge Spaß haben kann, bewiesen die Kinder bei den einzelnen Spielstationen. „Es ist zwar heuer anders als sonst, weil wir den Mundschutz tragen müssen, aber es macht trotzdem Spaß“, sagt der zwölfjährige Luis. Er macht bereits zum vierten Mal bei der Stadtranderholung mit. „Diesmal sind es andere Spiele als sonst, aber trotzdem gut“, findet der Schüler. Schade war für ihn nur, dass das Hüttenbauen, beziehungsweise Tipis, getreu dem Indianer-Motto, nicht klappte.

Den Kindern gefällt’s sehr gut

Die achtjährige Johanna pflichtet ihm bei. „Es ist echt toll, mir gefällt es super“, zeigt sie sich begeistert. Auch sie ist „Dauergast“ und bereits zum dritten Mal dabei. Klar sei es heuer mit den ganzen Auflagen anders als sonst, gibt sie zu. „Aber wir können trotzdem tolle Sachen machen.“ Gut findet sie, dass sie heuer ihr Geld nicht erst in Wertchips umwechseln muss, um im Tante-Emma-Laden einkaufen zu dürfen. „Jetzt können wir einfach hingehen und sagen, was wir wollen. Und auf dem Boden sind tolle Bilder im Zick-Zack aufgeklebt, damit wir uns an den Abstand halten“, erzählt sie. Dass sie da die Maske aufsetzen muss, findet Johanna nicht so toll.

„Nervig“ ist die schon, aber durch die Schule hat man sich ja an die Maske gewöhnen können, sagt Aaron. Auch dem Zehnjährigen macht die erste Ferienwoche großen Spaß. „Es ist echt cool. Am besten haben mir die Rätsel gefallen“, sagt er. Für das Lösen haben die Kinder ein Wassereis bekommen.

Böhm sieht sich bestätigt, die Stadtranderholung in abgespeckter Version organisiert zu haben. „Die Kinder waren ihrer sozialen Kontakte beraubt. Da war es richtig, ihnen das anzubieten. Und die Kinder genießen es, von ihnen kommt so viel Positives zurück“, sagt er. Ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer sei es aber nicht möglich, „großen Dank dafür.“ Im nächsten Jahr hofft Böhm auf normale Bedingungen. Das Holz, das für die Tipis der Indianer hätte verwendet werden sollen, lagert abgedeckt auf den Wiesen und wartet auf seinen Einsatz im nächsten Jahr. Dann soll der „Zauber“ der Stadtranderholung, wie Böhm es ausdrückt, wieder im vollen Rahmen stattfinden können.