Kunst in der Kirche

Diese sakralen Schätze tragen Kaufbeurer Geschichte in sich

In Würzburg lässt die evangelische Dreifaltigkeitskirche ihr Abendmahl- und Taufgeschirr restaurieren. Einige der Kunststücke sind bereits in die Obhut von Pfarrer Alexander Röhm zurückgekehrt.

In Würzburg lässt die evangelische Dreifaltigkeitskirche ihr Abendmahl- und Taufgeschirr restaurieren. Einige der Kunststücke sind bereits in die Obhut von Pfarrer Alexander Röhm zurückgekehrt.

Bild: Mathias Wild

In Würzburg lässt die evangelische Dreifaltigkeitskirche ihr Abendmahl- und Taufgeschirr restaurieren. Einige der Kunststücke sind bereits in die Obhut von Pfarrer Alexander Röhm zurückgekehrt.

Bild: Mathias Wild

Hunderte Jahre alt und noch immer in Gebrauch: Die Kaufbeurer Dreifaltigkeitskirche lässt ihr Abendmahl- und Taufgeschirr restaurieren.
07.07.2021 | Stand: 05:30 Uhr

Um die vergoldeten Kunstgegenstände zu zeigen, muss Pfarrer Alexander Röhm erst den Tresor aufschließen. Hinter der Tür verbergen sich Kelche und Kannen, die hunderte Jahre alt sind, das älteste Werk stammt aus dem 16. Jahrhundert. „Wir wollen diesen Schatz erhalten“, sagt Röhm.

Von Würzburg zurück nach Kaufbeuren

Zumal die historischen Kannen, Kelche, Schalen und die Hostiendose allesamt noch in Gebrauch sind. Deshalb lässt die evangelische Dreifaltigkeitskirche ihr Abendmahl- und Taufgeschirr dieses Jahr restaurieren. Die ersten Gegenstände sind vor Kurzem von Würzburg nach Kaufbeuren zurückgekehrt.

Dort hat die Gold- und Silberschmiede Markus Engert die Stücke wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Teils sei die Vergoldung schon derart abgerieben gewesen, dass eine der Kannen silbern glänzte, schildert Röhm. „Die Kannen und Kelche sind aus Silber und feuervergoldet, ansonsten würde die Säure des Weins das Material mehr angreifen.“

Restaurierung kostet knapp 44.000 Euro

Insgesamt kostet die Restaurierung knapp 44.000 Euro, Zuschüsse gibt es von der Landeskirche, der Stadt Kaufbeuren und vom Förderverein der Dreifaltigkeitskirche.

Eine Investition, die sich durchaus lohne, sagt Röhm. Insbesondere da die Stücke Kaufbeurer Geschichte in sich tragen, teils ist die Historie sogar eingraviert. „Oft haben reiche Bürger der Kirche solche Dinge aus Dankbarkeit gestiftet.“ In einem der Deckel findet sich etwa der Name Heinzelmann. Die Kaufbeurer Kaufmanns-, Bankiers- und Industriefamilie prägte die Stadt über Jahrhunderte hinweg.

Kunstgegenstände aus Kaufbeuren und Augsburg

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Entstanden sind die sakralen Kunstgegenstände in Kaufbeurer und Augsburger Werkstätten. „Man kennt den Ort, aber wer sie gefertigt hat, weiß man oft nicht“, sagt Röhm. Hin und wieder ließen sich die eingravierten Meisterzeichen jedoch zurückverfolgen. CGS stehe etwa für Christian Gottlieb II. Schuhmann.

Im August kehren die restlichen Schätze in die Dreifaltigkeitskirche zurück. „Wenn alle Gegenstände wieder da sind, wollen wir sie Interessierten in einer kleinen Ausstellung zeigen“, sagt Röhm. Zudem soll es einen Beitrag in der Fachzeitschrift „Kunst und Kirche“ geben.