Allgäuer Gerichtsprozesse

Drogen-Abhängiger aus dem Allgäu macht "Marihuana-Hamsterkäufe"

Eine größere Menge Marihuana "hamsterte" der Angeklagte, der für mehrere Drogendelikte vorbestraft ist.

Eine größere Menge Marihuana "hamsterte" der Angeklagte, der für mehrere Drogendelikte vorbestraft ist.

Bild: Torsten Leukert, dpa (Symbolbild)

Eine größere Menge Marihuana "hamsterte" der Angeklagte, der für mehrere Drogendelikte vorbestraft ist.

Bild: Torsten Leukert, dpa (Symbolbild)

Im Zuge anderer Ermittlungen enteckt die Polizei zufällig Drogenvorräte in der Wohnung eines  44-Jährigen. Welche Konsezenzen hat das für den arbeitslosen Mann?

Eine größere Menge Marihuana "hamsterte" der Angeklagte, der für mehrere Drogendelikte vorbestraft ist.
Von Barbara Bestle
23.08.2020 | Stand: 07:00 Uhr

Dass ein 28-jähriger Kaufbeurer wegen des Besitzes von rund 44 Gramm Marihuana zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden würde, stand in einem Drogenprozess vor dem Schöffengericht schon aufgrund seiner eigenen Angaben fest. Die Frage war, ob die Strafe noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Gegen den Angeklagten sprach ein Strafregister mit elf Eintragungen, von denen zwei einschlägig waren. Weil aber die jüngste Verurteilung schon über drei Jahre zurückliegt und die letzte Tat bereits im Jahr 2013 war, kam das Gericht zu einer günstigen Sozialprognose – „noch“ wie die Vorsitzende im Urteil betonte. Dieses lautete auf zwölf Monate zur Bewährung und ist rechtskräftig.

Allgäuer wird immer wieder wegen Drogen auffällig

Der Schuldspruch war wegen „vorsätzlichen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in einer nicht geringen Menge“ erfolgt. Weil es sich bei Marihuana um eine „weiche Droge“ handelt und der Grenzwert des Wirkstoffgehalts, ab dem eine Tat als Verbrechen gewertet wird, nur knapp überschritten war, gingen alle Verfahrensbeteiligten von einem minderschweren Fall aus. Um das Leben des arbeitslosen Angeklagten „wieder ein bisschen zu strukturieren“, verhängte das Gericht eine Arbeitsauflage von 160 Stunden. Zudem muss er sich von Betäubungsmitteln fernhalten und dies durch Drogentests nachweisen.

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Die Polizei war dem Angeklagten zufällig auf die Spur gekommen, als sie ihn bei Ermittlungen in anderer Sache als Zeugen vernehmen wollte. Wie sich eine Kripobeamtin erinnerte, sei ihr bereits im Treppenhaus Marihuana-Geruch aufgefallen. Der junge Mann sei „sehr nervös“ gewesen und habe zudem versucht, sie an der Wohnungstür abzuwimmeln. Auch bei der späteren Durchsuchung habe er die Polizei zunächst nicht in die Wohnung lassen wollen, sei dann aber doch „kooperativ“ gewesen. Die Ermittler fanden Drogenutensilien und insgesamt rund 44 Gramm Marihuana. Das Rauschgift war von guter Qualität und nicht ausschließbar zum Eigenkonsum bestimmt. Als die Vorsitzende dem Angeklagten jetzt die „doch ordentliche Menge“ vorhielt, begründete er diese mit einem „Hamsterkauf“.

Kaufbeurer Richterin droht: „Mit einem Fuß im Gefängnis“

Der 28-Jährige versicherte, dass er mittlerweile kein Rauschgift mehr konsumiere und sein Leben „wieder auf die Reihe kriegen“ wolle. Er fügte hinzu: „Das ist mir wesentlich mehr wert als das blöde Kiffen.“ Die Richterin machte ihm im Urteil deutlich, dass er bei einem Drogen-Rückfall oder sonstigen Straftaten mit dem Widerruf der Bewährung rechnen müsse. Wörtlich sagte sie: „Ein Joint und Sie stehen schon mit einem Fuß im Gefängnis.“