Kaufbeuren

Ein Abend im Zeichen des Sonnengesangs

Benefizkonzert Vokalensemble Kempten bringt viel Gefühlswärme in die kalte Dominikuskirche
19.11.2019 | Stand: 16:39 Uhr

„Schön, dass Sie mit uns die Kirche wieder verlebendigen.“ Mit diesen Worten leitete Albin Wirbel, der Vorsitzende des Fördervereins Sankt-Dominikus-Kirche Kaufbeuren, den jüngsten Konzertabend in dem 1182 erstmals urkundlich erwähnten Gotteshaus beim Stadtsaal ein. Vom Vokalensemble Kempten unter der Leitung von Benedikt Bonelli wurde vielfältiges musikalisches Programm zum Thema „Sonnengesang, Lob der Schöpfung“ vorgetragen.

Der Erlös des Benefizkonzerts unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Stefan Bosse kommt dem Verein Nothilfe zugute. Die Organisation mit Hauptsitz in Rastatt unterstützt beispielsweise durch Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit oder Gewalterfahrung in Not geratene Menschen. Darüber hinaus sei das Konzert eine Möglichkeit, das für die Stadt Kaufbeuren so wichtige Bauwerk einer „guten Nutzung“ zuzuführen, sagte Bosse. Seiner Einladung, den Abend „zu genießen“, zu folgen, fiel angesichts des hochkarätigen Vortrags der Sänger nicht schwer. Das abwechslungsreiche Programm, das durch von Wirbel an der Orgel vorgetragene Stücke zusätzlich bereichert wurde, zeigte zum einen den Facettenreichtum auf, mit dem Komponisten durch die Jahrhunderte die Wunder der Natur beschrieben haben. Zum anderen konnte das rund 20-köpfige Ensemble sein Können bei Stücken aus zahlreichen Epochen unter Beweis stellen. Die wundervolle Akustik der Dominikuskirche tat ihr Übriges.

Louis Spohrs Vertonung des Psalms 8 (op. 85,1) aus dem 19. Jahrhundert erwies sich als berührend und einnehmend. Die Dynamik bewegte sich zwischen sanften Melodien und ausdrucksstarken Forte-Passagen. Auch das Werk „Der Sonnengesang des Franz von Assisi“ des Filmkomponisten Enjott Schneider entfaltete eine vielgestaltige Wirkung bis hin zu geflüsterten Passagen. Bonelli führte das Ensemble durch vier Jahrhunderten – immer darauf bedacht, die feinen Facetten des jeweiligen Stücks bis ins Detail auszuleuchten. Das galt für die düsteren Klänge und teils atonalen Passagen von „Il Cantico di Frate Sole“ aus der Feder von Peter Planyavsky genauso wie für die strahlenden Lobgesänge in „Die Ehre Gottes aus der Natur“ von Ludwig van Beethoven.

Für dieses Konzert der besonderen Art gab es am Ende begeisterten Applaus. Trotz der kalten Temperaturen brachte die Musik viel Gefühlswärme in das historische Gemäuer.Elisa Hanusch