Kaufbeuren

Ein Jubiläum, das in Erinnerung bleibt

Musikschule Festkonzert Uzuner

Zu den zahlreichen Musikschülern und Ensembles, die den Festakt gestalteten, zählte auch Klarinettistin Jasmin Uzuner (rechts). Sie spielte, begleitet von Christine Rietzler am Klavier, den ersten Satz aus dem 3. Klarinettenkonzert von Carl Stamitz. Links ist Uzuners Lehrer Bin Wie Jiang zu sehen.

Bild: Harald Langer

Zu den zahlreichen Musikschülern und Ensembles, die den Festakt gestalteten, zählte auch Klarinettistin Jasmin Uzuner (rechts). Sie spielte, begleitet von Christine Rietzler am Klavier, den ersten Satz aus dem 3. Klarinettenkonzert von Carl Stamitz. Links ist Uzuners Lehrer Bin Wie Jiang zu sehen.

Bild: Harald Langer

Die Ludwig-Hahn-Sing- und Musikschule in Kaufbeuren begeht ihr 100-jähriges Bestehen ganz anders als geplant.

30.06.2020 | Stand: 06:00 Uhr

50 Gäste im ganzen Kaufbeurer Stadtsaal verteilt statt 200 Mitwirkende allein auf der Bühne – völlig anders als geplant beging die Ludwig-Hahn-Sing- und Musikschule ihr 100-jähriges Bestehen. Anstelle eines opulenten Festkonzerts gab es eine Feierstunde im sehr überschaubaren Rahmen. Trotz der Corona-Beschränkungen sei es der Stadt und der Schulleitung aber wichtig gewesen, dieses Jubiläum „jetzt und nicht erst im nächsten Jahr“ zu begehen, wie es in den Grußworten hieß.

 Imagefilm und Festschrift

Auch wenn das Konzert- und Veranstaltungsprogramm zum Jubiläum wegen der Pandemie arg zusammengeschmolzen ist, so sei die Musikschule doch alles andere als untätig gewesen. Davon zeugte zum einen der dreiminütige Imagefilm „Musik verbindet“, den auch die Festgäste präsentiert bekamen. Zum anderen hat das Musikschul-Team zusammen mit zahlreichen Helfern eine 100-seitige Festschrift herausgegeben. Darin wird zum einen die Geschichte der Einrichtung erzählt, die offiziell mit einem Stadtratsbeschluss vom 16. April 1920 beginnt. Zum anderen nimmt aber auch die Darstellung der gegenwärtigen Lehrangebote, Ensembles und Kooperationen breiten Raum ein.

 "Wir freuen uns unheimlich, dass wir wieder unterrichten können"

Nach etlichen Wochen der Corona-Zwangspause könne sich die Musikschule nun endlich wieder ihrer Hauptaufgabe widmen. „Wir freuen uns unheimlich, dass wir wieder unterrichten können“, sagte deren Leiter Martin Klein und versprach: „Wir treten los – und zwar gleich im fünften Gang und bergauf.“ Er nahm zudem zwei ungewöhnliche Ehrungen vor: Die Verdienstnadel des Bayerischen Musikschulverbandes erhielt zum einen Gerhild Siegle-Schmiderer, die nach 38 Jahren Lehrtätigkeit in den Ruhestand geht. Zum anderen wurde auch Margit Bär ausgezeichnet. Sie war 41 Jahre lang Schülerin an der Einrichtung.

 Wichtig für die Stadtgesellschaft

Der Musikschul-Festakt sei für ihn „eine besondere Zäsur in dieser Phase der Enthaltsamkeit“, sagte Oberbürgermeister Stefan Bosse: einer der ersten „normalen“ Termine seit dem Lockdown Mitte März. Deshalb werde diese Veranstaltung auch „in Erinnerung bleiben“. 100 Jahre Musikschule seien in jedem Fall ein Grund zum Feiern. Denn sie sei eine „Institution, die das kulturelle Leben der Stadt bereichert“ und tief hinein in die Stadtgesellschaft wirke.

 "Mehr als ein Hobby"

„Singen und Musizieren ist mehr als ein reines Hobby“, sagte Franz Josef Pschierer, der als Landtagsabgeordneter und Präsident des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM) sprach. Das Erlernen und gemeinschaftliche Praktizieren dieser Kunst vermittle auch wichtige gesellschaftliche. Deshalb appellierte er an die anwesenden Stadträte, bei den künftig sicher schwierigeren Haushaltsberatungen, die Kultur „nicht unter den Tisch“ fallen zu lassen. Für einen engagierten Erhalt des bayerischen Musikschulwesens, „um das uns viele Landesverbände in Deutschland beneiden“, plädierte auch Markus Lenz. Der Erste Vorsitzende des Verbands Bayerischer Sing- und Musikschulen ging aber vor allem auf die große Bedeutung der live gespielten Musik als „unersetzliches Erlebnis“ ein. In 50. Jahr seines Bestehens will der der Verband den Bayerischen Musikschultag im Oktober „sicher“ in Kaufbeuren abhalten. In welcher Form, das sei noch offen, sagte Lenz.

 Von barocker Vokalmusik bis zu fetzigem Swing

Dass die Kaufbeurer Musikschüler auch während der Corona-Pause fleißig geübt haben, wurde bei den zahlreichen musikalischen Beiträgen während der Festveranstaltung deutlich. Die Bandbreite reichte dabei von barocker Vokalmusik bis hin zu fetzigem Swing. Nach dem offiziellen Teil gaben dann die Buron-Böhmischen ein Platzkonzert mit traditioneller Blasmusik vor dem Stadtsaal.

 Die Festschrift zum 100-jährigen Bestehen ist im Sekretariat der Kaufbeurer Musikschule (Johannes-Haag-Straße 26) für 15 Euro erhältlich. Der neue Imagefilm der Einrichtung kann auf der neu gestalteten Internetseite abgerufen werden:

www.musikschule.kaufbeuren.de