Jablonec/Kaufbeuren

„Eine Partnerschaft der Herzen“

Festakt Gablonz an der Neiße und Kaufbeuren sind seit zehn Jahren vertraglich verbunden. Doch Freundschaften bestehen schon viel länger
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Von ess
23.09.2019 | Stand: 15:37 Uhr

Mit allen drei Bürgermeistern, den beiden Pfarrern Bernhard Waltner und Thomas Hagen, der Musikvereinigung Neugablonz, dem Städtepartnerschaftsverein und vielen Bürgern war Kaufbeuren am Freitag in Gablonz an der Neiße (Jablonec) vertreten, um gemeinsam mit der dortigen Rathausspitze das zehnjährige offizielle Bestehen der Partnerschaft zu feiern. Freundschaften im kulturellen und sportlichen Bereich bestehen bereits weit länger und halten die Partnerschaft lebendig, was alle Redner des zweisprachigen Festaktes lobten.

Eine besonders große Gruppe von Vertriebenen aus dem damaligen Kreis Gablonz an der Neiße fand nach dem Zweiten Weltkrieg im so genannten Hart eine neue Heimat, dem heutigen Neugablonz. Viele Menschen hatten später das starke Bedürfnis, noch einmal zu den familiären Wurzeln ins Isergebirge zu fahren und so wurden zahlreiche Busreisen angeboten. Kontakte und freundschaftliche Bande wuchsen über die Jahre auf verschiedenen Ebenen. Vorreiter waren unter anderem der Städtepartnerschaftsverein, das Jakob-Bruckner-Gymnasium, die Fachschule für Glas und Schmuck und die Musikvereinigung Neugablonz, sagte Oberbürgermeister Stefan Bosse in seiner Festrede im historischen Saal des Gablonzer Kinogebäudes. Die Musiker waren mit etwa 35 Aktiven in einem eigenen Bus angereist. Sie sorgten für den musikalischen Part, den sie gemeinsam mit ihrer tschechischen Schwesterkapelle Mladá Dechovka gestalteten.

„Der Blick in die Vergangenheit ist sinnvoll, aber wir müssen die Freundschaft in der Gegenwart leben“, sagte Petr Tulpa. Er war vor zehn Jahren Oberbürgermeister von Gablonz an der Neiße und unterschrieb damals gemeinsam mit Bosse das Dokument. Beide stehen sich bis heute nahe, wie die herzliche Umarmung zeigte. „Es ist auf allen Ebenen eine Partnerschaft der Herzen“, ergänzte Bosse. Auch Jiri Cerovsk, erst seit vergangener Woche wieder Oberbürgermeister von Gablonz an der Neiße(wir berichteten), bekräftigte, dass er diese Verbindung fördern möchte. Bosse hatte zuvor in seiner Rede angedeutet, dass bei jedem politischen Wechsel im Rathaus von Gablonz in Kaufbeuren zunächst eine leichte Unsicherheit aufgekommen sei, die sich letztlich als unbegründet erwies.

„Das Wagnis vor zehn Jahren für diese Städtepartnerschaft war großartig und sicher nicht selbstverständlich“, blickte Bosse zurück und sprach weiter von den „positiven Gefühlen und der Kostbarkeit dieser Beziehung“. Als Zeichen für die Zukunft der Städtepartnerschaft unterzeichneten die beiden Stadtoberhäupter eine neue Urkunde, um die Verbindung zu stärken. Dass sich auch die Jugend in Schulen und Vereinen in diese Partnerschaft einbringt, würdigte Stefan Bosse ganz besonders.