Nachruf

Eine Sonne des Kaufbeurer Kulturlebens ist untergegangen

Der Kaufbeurer Künstler Hermann Moser ist im alter von 85 Jahren gestorben. In seinem Werk spielte das Motiv der Sonne immer wieder eine große Rolle.

Der Kaufbeurer Künstler Hermann Moser ist im alter von 85 Jahren gestorben. In seinem Werk spielte das Motiv der Sonne immer wieder eine große Rolle.

Bild: Mathias Wild

Der Kaufbeurer Künstler Hermann Moser ist im alter von 85 Jahren gestorben. In seinem Werk spielte das Motiv der Sonne immer wieder eine große Rolle.

Bild: Mathias Wild

Hermann Moser im Alter von 85 Jahren gestorben. Er war nicht nur als Maler, Grafiker und Keramikkünstler tätig, sondern auch in vielen anderen Bereichen aktiv.
14.01.2021 | Stand: 12:08 Uhr

Ein strahlendes Gestirn am Kaufbeurer Kulturhimmel ist untergegangen. Bereits am Dreikönigstag starb im Alter von 85 Jahren der Künstler Hermann Moser. In seinem Werk, das am Ende Tausende von Bildern, Grafiken und keramische Arbeiten umfasste, spielte die Sonne immer wieder eine zentrale Rolle. Durch sein vielfältiges Wirken in der Stadt ließ er sein kreatives Licht aber auch über vielen anderen Bereichen leuchten. Dabei beeindruckte Moser trotz seines großes künstlerisches Wissens und Könnens stets mit seiner bodenständig-sympathischen Art.

Intellektuell, bodenständig und sympathisch

Hermann Moser wurde am 24. August 1935 in der Gemeinde Thalkirchdorf bei Immenstadt geboren, 1939 zog die Familie nach Aitrang. Nach der Volksschule begann er 1950 dort eine Malerlehre. Anschließend besuchte er die Meisterschule in München und schloss diese mit der Meisterprüfung ab. 1958 entschied sich Moser trotz vieler Widerstände für einen künstlerischen Werdegang und schrieb sich an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Professor Fritz Griebel ein. 1960 wurde er Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Schwaben-Süd und beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen im regionalen und überregionalen Bereich. Nach dem Abschluss des Studiums 1963 zog Moser nach Kaufbeuren und war als freischaffender Künstler tätig. 1964 begann er zusätzlich als Dozent an der Berufsfachschule für Glas und Schmuck in Neugablonz, wo er bis 1994 tätig war. Anschließend übernahm der Künstler einen Lehrauftrag an der Universität Augsburg. 1966 heiratete Moser seine Frau Gisa. Zwei Kinder entstammten der Ehe.

"1000 Sonnen"

1985 hat Moser den Kunstpreis der 1. Oberallgäuer Kunstausstellung erhalten, 1989 dann den Kulturpreis der Stadt Kaufbeuren. Zu seinen bekanntesten Werken zählen der Kreuzweg in der Pfarrkirche von Zellerberg, vor allem aber wird sein Projekt „1000 Sonnen“ in Erinnerung bleiben. Vom 6. April 1997 bis zur Jahrtausendwende schuf er für jeden Tag ein Sonnenbild: am Ende waren es die besagten 1000. Seine Arbeiten präsentierte Moser in seinem Ausstellungsraum in der Pfarrgasse 15 und bei vielen Ausstellungen. Anlässlich seines 75. Geburtstages gab es etwa einen große Retrospektive im Haus St. Martin mit dem Titel „75 Sonnenjahre“.

Kulturring, Tänzelfestverein, Kunsthaus-Stiftung

Doch Moser engagierte sich auch intensiv dafür, die Arbeiten von Künstlerkollegen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 1966 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Kulturrings Kaufbeuren, für den er viele Schauen (mit-)organisierte und dessen Ehrenmitglied er 2016 wurde. Sowohl für den Kulturring als auch für den Tänzelfestverein entwarf der Künstler Plakate, Urkunden und Logos und wirkte bei der Gestaltung und Renovierung etlicher Festwagen mit. Seit 2015 wurde Moser deshalb auch Ehrenmitglied des Tänzelfestvereins. Von Beginn an bis 2001 hatte er außerdem einen Sitz im Vorstand der Kunsthaus-Stiftung, arbeitete beim Freundeskreis des Stadtmuseums und bei etlichen weiteren Vereinen und Institutionen mit.

Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt. Ein Gedenkgottesdienst ist am Dienstag, 19. Januar, um 11 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Kaufbeuren.

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