Feuerwehr Obebeuren

Eine Trompete trötete 1871 zum Löschen - 150 Jahre Feuerwehr Oberbeuren

Festgottesdienst anl 150 Jahre FFW Oberbeuren

Eingebettet (Mitte von links): Diakon Alfred Fraidling und Stadtpfarrer Bernhard Waltner zelebrierten der Gottesdienst zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr. Mit dabei waren Fahnenabordnungen und die Musikkapelle Harmonie Oberbeuren.

Bild: Mathias Wild

Eingebettet (Mitte von links): Diakon Alfred Fraidling und Stadtpfarrer Bernhard Waltner zelebrierten der Gottesdienst zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr. Mit dabei waren Fahnenabordnungen und die Musikkapelle Harmonie Oberbeuren.

Bild: Mathias Wild

Die Freiwillige Feuerwehr Oberbeuren feiert 150-jähriges Bestehen. Stadtpfarrer Bernhard Waltner hält den Festgottesdienst, Kommandant Michael Waldner berichtet aus der Historie.
16.09.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Am diesjährigen Gründonnerstag hat die Freiwillige Feuerwehr Oberbeuren den Maibaum in dem Ortsteil aufgestellt. Denn dort sollte am 1. Mai das 150-jährige Bestehen der Einrichtung gefeiert werden. Doch daraus wurde nichts, denn die Pandemie ließ keine große Feier zu. Die wurde nun nachgeholt: Die Freiwillige Feuerwehr Oberbeuren, zahlreiche Bürger, Vertreter der Stadt und anderer (Ortsteil-) Feuerwehren fanden sich am Maibaum ein, um die 150 Jahre alte Oberbeurer Wehr mit einem Festgottesdienst angemessen zu würdigen und zu feiern.

Fürbitten von Feuerwehrleuten

Die Festzeremonie hielt Stadtpfarrer Bernhard Waltner, der in seiner Predigt einige Verbindungen zur Erzählung des barmherzigen Samariters mit dem selbstlosen Engagement der Feuerwehr zu ziehen wusste. Auch die Feuerwehrleute selbst kamen zu Wort und trugen Fürbitten vor. Sie baten beispielsweise um eine gesunde Rückkehr von großen und kleinen Einsätzen oder um Gottes Schutz für die Kinderfeuerwehr Oberbeuren unter der Leitung von Jörg Peters, die 2016 als erste Kinderfeuerwehr im Stadtfeuerwehrverband gegründet worden war.

Feurio geblasen

„Stellen Sie sich vor, in Ihrer Straße brennt es und die Feuerwehr wird allein mit Feuer-Rufen und Trompetenzeichen alarmiert. Als am 1. Mai 1871 die Freiwillige Feuerwehr Oberbeuren gegründet wurde, hat es noch keine anderen Alarmierungsmöglichkeiten gegeben“, berichtete Kommandant Michael Waldner. Dennoch schafften es die Brandschützer, innerhalb von nur circa zehn Minuten auszurücken. „Eine beachtliche Leistung“, meinte der Kommandant weiter. Denn das sei mit einer damals hochmodernen vierrädrigen Saug- und Druckspritze geschehen, die eigens angeschafft worden war. „Vor der Löschmaschine wurden von einem Spritzenbespannungsdienst Pferde eingespannt, die sie zu ihren Einsatzorten zogen“, erläuterte Waldner. Doch die Feuerwehr entwickelte sich zügig weiter.

Ortsteilfeuerwehr und dennoch selbstständig

Heute zählt die Wehr 140 Mitglieder, zu denen auch passive, fördernde und Ehrenmitglieder zählen. Obgleich die Feuerwehr mit der Eingemeindung Oberbeurens nach Kaufbeuren am 1. Juli 1972 zur Ortsteilfeuerwehr wurde, ist sie bis heute selbstständig mit eigenem Kommandanten und Vorstand: Die aktive Truppe – 44 Männer und fünf Frauen – werden geleitet vom Kommandanten und Stadtbrandmeister Stefan Waldner sowie seinem stellvertretenden Kommandanten Frederik Göhner. An der Spitze des Feuerwehrvereins stehen der Vorsitzende Michael Waldner und seine Stellvertreterin Carolin Brem. Und auch die Alarmierung modernisierte sich zusehends: 31 Jahre nach der Gründung, im Jahr 1902, erfolgte sie über Glockenzeichen – inzwischen über Digitalfunk.

Neues Gebäude, neue Wagen

Seit 1871 hat sich auch der Standort und der Fuhrpark entsprechen geändert. Das heutige Gerätehaus bezog die Wehr im Jahr 1998. In der Garage stehen ein Mehrzweckfahrzeug, eingeweiht 2002, ein Löschgruppenfahrzeug LF 10-6, eingeweiht 2004, sowie ein Schlauchanhänger. Zudem sind die Oberbeurer zusammen mit den Kameraden der Neugablonzer Wehr für den 1990 beschafften Gefahrgutwagen zuständig.

Der erste Ball 1913

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Die schöne Feier war rundum gelungen und der Geschichte der Oberbeurer Brandschützer würdig, meinte Waldner. Die Wehr habe auch schon früher schöne Feste abgehalten: So ist der erste Feuerwehrfaschingsball im Jahr 1913 überliefert, eine Tradition, die bis heute fortgesetzt wird und sich großer Beliebtheit erfreue. Auch die 100-Jahr-Feier 1972 hätten die Kameraden spannend umgesetzt: Damals gab es eine Schauübung vor der Kirche und eine anschließende Feierstunde im Gasthaus „Grüner Baum“. 1986 war erneut gefeiert worden: Hier beging die FF Oberbeuren ihr 115-jähriges Jubiläum mit einer Fahnenweihe und einem großen Fest in der Zeppelinhalle. Zwei Dinge zeichneten die Feuerwehr besonders aus: Engagement und Kameradschaft.

Partnerschaft zwischen Meer und Berge

Letztere gehe in Oberbeuren weit über die Stadtgrenzen hinaus, denn die Brandschützer pflegen bereits seit 1988 eine enge Freundschaft mit der Feuerwehr Klausdorf aus Schleswig-Holstein. Diese war 1993 in eine offizielle Partnerschaft überführt worden, die beide Seiten intensiv pflegen.

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