Eishockey

ESV Kaufbeuren entscheidet Derby in Landshut für sich

DEL 2 - EV Landshut - Kaufbeuren,

Nach langer Durststrecke konnten die Buron Joker bei ihrem Auswärtsspiel beim alten Rivalen EV Landshut endlich wieder einen Sieg bejubeln.

Bild: Georg Gerleigner

Nach langer Durststrecke konnten die Buron Joker bei ihrem Auswärtsspiel beim alten Rivalen EV Landshut endlich wieder einen Sieg bejubeln.

Bild: Georg Gerleigner

Der ESV Kaufbeuren setzt sich gegen den EV Landshut mit 4:3 durch. Anders als sein Team schlägt Joker-Trainer Tray Tuomie den falschen Weg ein.
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Von Tobias Nagler
08.12.2021 | Stand: 14:30 Uhr

Ganz am Ende wäre Tray Tuomie fast doch noch falsch abgebogen. Sich in den verschlungenen Gängen des kernsanierten und umgebauten Stadions des EV Landshuts zurechtzufinden, ist nicht so einfach, und so schlug der Cheftrainer des ESV Kaufbeuren am Dienstagabend nach der Pressekonferenz erst im zweiten Anlauf den richtigen Weg zurück in die Kabine ein. Seine Schützlinge hatten in den 60 Minuten zuvor dagegen von Anfang an den richtigen Weg eingeschlagen und sich auch trotz einiger Rückschläge nicht mehr davon abbringen lassen. Daher war der 4:3-Derbysieg zwar ein knapper, aber durchaus ein verdienter.

"Das war wichtig für uns", sagt ESVK-Trainer Tray Tuomie

„Es war eine gesamte Mannschaftsleistung“, sagte Tuomie hinterher. „Das war sehr wichtig für uns. Wir wussten, dass es nicht leicht wird hier.“ Der Stachel der Enttäuschung saß bei den Hausherren nach der sechsten Pleite am Stück dagegen tief. Sehr tief sogar. „Wie immer: Gratulation an den Gegner“, sagte ein sichtlich frustrierter Interimscoach Axel Kammerer. Im DEL 2-Duell der alten bayerischen Rivalen waren die kombinations- und willensstarken Gäste durch das erste DEL 2-Tor von Max Hops schon nach fünf Minuten in Führung gegangen. „Wir sind zuletzt immer einem Rückstand hinterhergerannt, das war unser Problem. Diesmal hatten wir den Vorteil, in Führung zu gehen“, befand Tuomie. Eine Führung, die Kaufbeuren zwar zweimal gegen engagierte, jedoch wenig strukturiert auftretende Niederbayern verlor, sich allerdings immer wieder zurückeroberte. Auf das 1:1 von Henry Martens (7. Minute) folgte alsbald das 2:1 durch Florian Thomas (10.). Nach dem Ausgleich von Lukas Mühbauer (37.) ließ sich der ESVK zwar Zeit, brachte dann aber mit den Treffern von Fabian Voit (51.) und Markus Lillich im Powerplay (58.) den ersten Auswärtssieg seit Mitte Oktober unter Dach und Fach. Das Überzahltor von Landshuts Topscorer Marco Pfleger 22 Sekunden vor der Schlusssirene kam zu spät.

Derby-Erfolg weckt Hoffnung auf Siegesserie des ESV Kaufbeuren

Während der EVL aktuell als Tabellenvorletzer in stürmischen Gewässern schippert und nun alle Hoffnungen in den neuen Chefcoach Heiko Vogler legt (übernimmt am kommenden Montag), blicken die Allgäuer – trotz der weiterhin unübersehbaren Defizite im Powerplay – auf Platz zehn wieder deutlich positiver in die Zukunft. „An dieses Spiel wollen wir jetzt anknüpfen und eine kleine Siegesserie hinlegen,“ sagte Joker-Trainer Tuomie, der im diesmal proppenvollen Kader auch eine Ursache für den Erfolg sah: „Klar haben noch ein paar Leute gefehlt, und wir hatten stattdessen einige Nachwuchsspieler dabei. Aber es ist einfach physisch und mental wertvoll, wenn man mit einem kompletten Team dasteht.“ Für jene DNL-Spieler gab es dann noch Extra-Lob, allen voran Paul Mayer und Max Hops durften sich angesprochen fühlen: „Wir wollen den Jungen ihre Chance geben und sie fördern und fordern. Sie haben ihre Sache heute super gemacht. Wir sind auf einem guten Weg und werden diese Jungs auch in Zukunft brauchen.“ Und zwar schon am Freitag um 19.30 Uhr. Dann geht es für die Kaufbeurer daheim gegen die Kassel Huskies.