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Filmzeit Kaufbeuren: Wachstum im Zeichen des Luftballons

Vom Luftballon-Motiv des diesjährigen Festivalplakates ließ sich auch der neue Vorstand des Trägervereins der Filmzeit Kaufbeuren inspirieren: (unten, von links) Beisitzer Karl-Heinz Wenzel, Schriftführerin Tina Kutter, Beisitzerin Susanne Sagner, die neue Zweite Vorsitzende Annegret Michler, Festivalleiterin und Erste Vorsitzende Birgit Kern-Harasymiw, Kassenprüferin Cornelia Wiedemann-Wenzel und der neue Schatzmeister Winfried Nusser. Auf dem Bild fehlt Kassenprüfer Dr. Richard Wiedemann.

Vom Luftballon-Motiv des diesjährigen Festivalplakates ließ sich auch der neue Vorstand des Trägervereins der Filmzeit Kaufbeuren inspirieren: (unten, von links) Beisitzer Karl-Heinz Wenzel, Schriftführerin Tina Kutter, Beisitzerin Susanne Sagner, die neue Zweite Vorsitzende Annegret Michler, Festivalleiterin und Erste Vorsitzende Birgit Kern-Harasymiw, Kassenprüferin Cornelia Wiedemann-Wenzel und der neue Schatzmeister Winfried Nusser. Auf dem Bild fehlt Kassenprüfer Dr. Richard Wiedemann.

Bild: Harasymiw/Filmzeit Kaufbeuren

Vom Luftballon-Motiv des diesjährigen Festivalplakates ließ sich auch der neue Vorstand des Trägervereins der Filmzeit Kaufbeuren inspirieren: (unten, von links) Beisitzer Karl-Heinz Wenzel, Schriftführerin Tina Kutter, Beisitzerin Susanne Sagner, die neue Zweite Vorsitzende Annegret Michler, Festivalleiterin und Erste Vorsitzende Birgit Kern-Harasymiw, Kassenprüferin Cornelia Wiedemann-Wenzel und der neue Schatzmeister Winfried Nusser. Auf dem Bild fehlt Kassenprüfer Dr. Richard Wiedemann.

Bild: Harasymiw/Filmzeit Kaufbeuren

Was bleibt gleich und was ändert sich bei der 13. Auflage des Autornfilmfestivals, die Ende September und Anfang Oktober über die Leinwand geht.
09.08.2020 | Stand: 11:24 Uhr

Die 13. Filmzeit Kaufbeuren ist gleichzeitig die 1. Filmzeit Allgäu. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem andere Festivals wegen Corona abgesagt oder ganz ins Internet verlegt werden, will das Wertachstädter Autorenfilmfestival expandieren. Ende September und Anfang Oktober gibt es auch Wettbewerbsblöcke im Kemptener Colosseum Center und im Immenstädter Union Filmtheater.

Schon vor Corona geplant

Die Ausweitung auf die Region habe freilich schon lange vor dem Ausbruch der Pandemie auf der Agenda des Filmzeit-Trägervereins gestanden, berichtet dessen Vorsitzende und Festivalleiterin Birgit Kern-Harasymiw. Zum einen gab es das Problem, dass der bisherige Filmzeit-Ablauf nur einen Tag für die Präsentation von Einreichungen aus aller Welt („Filmzeit international“) vorgesehen hat. Mit der „Auslagerung“ nach Kempten könne diesen oft sehr interessanten Filmen nun eine „größere Bühne“ geboten werden, sagt Kern-Harasymiw. Ein komplett neues Wettbewerbs-Modul ist die „Musik-Filmzeit“. Eigentlich sollte die eigene Rubrik für Musikfilme erst im nächsten Jahr eingeführt werden. Aber unter den wiederum rund 300 Einreichungen, die das Filmzeit-Auswahlteam in den vergangenen Monaten gesichtet hat, seien so viele bemerkenswerte Streifen gewesen, die die Musik in den Mittelpunkt rücken, dass dieser Wettbewerb heuer schon auf das Programm gesetzt wurde. Veranstaltungsort dafür ist Immenstadt.

Hoffnung auf mehr Förderer und mehr Sponsoren

Neben diesen organisatorischen Gründen gibt es aber auch noch eine andere Motivation für die Filmzeit-Macher, in die Allgäuer Fläche zu gehen. „Die Ausweitung des Festivals dient auch dazu, um es finanziell auf andere Beine zu stellen“, erklärt Kern-Harasymiw. Mit mehr beteiligten Kommunen könnte sich auch die Zahl der Zuschussgeber und Sponsoren erhöhen, so die Hoffnung der Festivalleiterin. Denn im Gegensatz zu vielen vergleichbaren Veranstaltungen werde die Filmzeit nach wie vor zum allergrößten Teil ehrenamtlich organisiert. Dies könne keine Dauerlösung sein. „Wir haben auch nicht die Mittel, um eine wirklich große Werbekampagne zu fahren“, erläutert Kern-Harasymiw.

Kaufbeuren bleibt "Hauptstadt"

„Hauptstadt“ der Filmzeit bleibt aber Kaufbeuren. Pandemiebedingt finden heuer jedoch alle hiesigen Veranstaltungen im Corona-Kinoplex statt – auch das Rahmenprogramm, das sich bisher größtenteils im Stadttheater abgespielt hat. Neben dem Hauptwettbewerb mit 22 deutschsprachigen Filmen in vier Blöcken läuft in der Wertachstadt auch wieder der Dokumentarfilm-Wettbewerb und ein spezieller Filmblock für jünger Zuschauer („Schul-Filmzeit“). Neu ist dabei eine Schüler-Jury, die mit Unterstützung der Bürgerstiftung Kaufbeuren einen eigenen Preis vergibt. Wiederum verliehen wird ein Demokratie-Preis für einen Film, den die Jury aus dem gesamten Programm des Festivals auswählen kann. Feierlicher Abschluss dieses Abends im Zeichen der Demokratie ist die Uraufführung von „Grad Deutscher Härte“. Der Stoff von Regisseur Alexander Löwen hat den ersten Drehbuchwettbewerb des Festivals gewonnen. Sein als Kammerspiel inszenierter Spielfilm, der dieser Tage in Kaufbeuren gedreht wird, beschäftigt sich mit dem Phänomen der Verschwörungstheorien.

Symbol der Leichtigkeit

Das diesjährige Plakatmotiv mit einem bunten Luftballon im Zentrum, in dem die Festival-Trophäe „Blasi“ zu erkennen ist, habe im Übrigen weniger etwas mit der Ausweitung der Filmzeit zu tun. Vielmehr solle es angesichts der Corona-Gefahr Mut machen und Leichtigkeit vermitteln – so wie der Schlager „Kauf Dir einen bunten Luftballon“ aus der Komödie „Der weiße Traum“, die 1943 in ebenfalls nicht gerade einfachen Zeiten erstmals über die Leinwand flimmerte.

Veränderungen im Führungsteam

Der Trägerverein startet personell leicht verändert in die 13. Auflage des Festivals. Bei der Jahresversammlung wurden mit Annegret Michler (Zweite Vorsitzende) und Winfried Nusser (Schatzmeister) zwei neue Mitglieder in den Vorstand gewählt, die das Festival seit Jahren in anderen Funktionen begleiten und gut kennen. Festivalleiterin und Erste Vorsitzende Birgit Kern-Harasymiw wurde im Amt bestätigt, ebenso Schriftführerin Tina Kutter, die Kassenprüfer Dr. Richard Wiedemann und Cornelia Wiedemann-Wenzel sowie die Beisitzer Susanne Sagner und Karl-Heinz Wenzel. Der bisherige Zweite Vorsitzende Thomas Schnaubelt und Schatzmeisterin Ute Fischer hatten ihre Ämter aus zeitlichen Gründen zur Verfügung gestellt.