Diakonenweihe

Friesenrieder wird in Augsburg zum Diakon geweiht

Diakonenweihe in der Ulrichsbasilika in Augsburg (von links): Markus Kraus aus Friesenried, Bischof Dr. Bertram Meier, Manuel Reichart und Roland Kiechle.

Diakonenweihe in der Ulrichsbasilika in Augsburg (von links): Markus Kraus aus Friesenried, Bischof Dr. Bertram Meier, Manuel Reichart und Roland Kiechle.

Bild: Nicolas Schnall

Diakonenweihe in der Ulrichsbasilika in Augsburg (von links): Markus Kraus aus Friesenried, Bischof Dr. Bertram Meier, Manuel Reichart und Roland Kiechle.

Bild: Nicolas Schnall

Bischof Dr. Bertram Meier fordert Markus Kraus aus Friesenried in der Basilika St. Ulrich und Afra auf, mit neuer Perspektive auf Kirche und Welt zu schauen.

03.05.2021 | Stand: 07:00 Uhr

Durch Handauflegung und Gebet hat Bischof Dr. Bertram Meier am Sonntag Markus Kraus aus Friesenried und zwei weitere Priesteramtskandidaten in der Basilika St. Ulrich und Afra zu Diakonen geweiht. Bischof Bertram forderte die drei dazu auf, fortan mit geänderter Perspektive auf Kirche und Welt zu schauen: „So wird mit der Weihe Ihr Leben selbst auf den Kopf gestellt: weniger Ich und immer mehr Christus.“

Markus Kraus aus der Pfarrei St. Joseph in Friesenried machte zunächst eine Ausbildung zum Lagerlogistiker, bevor er das Abitur am Spätberufenenseminar St. Matthias in Waldram nachholte. Sein Theologiestudium führte den 33-Jährigen nach Augsburg und Salzburg. Für das Diakonatspraktikum ist er derzeit in der Pfarrei St. Lorenz in Kempten eingesetzt.

Bischof Bertram Meier vergleicht Diakonenweihe mit Gymnastik

Bei der Diakonenweihe versprechen die Kandidaten, ihr Leben in den Dienst Gottes und der Kirche zu stellen. Aufgaben des Diakons sind unter anderem, die Taufe zu spenden, dem Bischof und den Priestern bei der Feier der Eucharistie zu helfen, der Eheschließung zu assistieren und das Brautpaar zu segnen, das Evangelium zu verkünden und zu predigen, Sterbenden die Wegzehrung zu bringen und Begräbnissen vorzustehen.

In seiner Predigt bezeichnete Bischof Bertram die Diakonenweihe als „messianische Gymnastik“ und erklärte sich als Weihespender spontan zum „Übungsleiter“. Auf dem Teppich bleiben, nie die Bodenhaftung verlieren und sich nie von anderen abheben, empfahl er. Nach dem Aufwärmen animierte der Bischof zur Vertiefung des geistigen „Trainings“ in einer ersten Übung.

Von Wasserträgern, Geheimnisträgern und was Diakone laut Bischof Bertram Meier damit zu tun haben

So wie Jesus zu den Dienern sagte „Füllt die Krüge mit Wasser“ sollen auch Diakone zunächst Wasserträger sein, die notwendige, aber oft unauffällige Aufgaben im Hintergrund übernehmen. Der Bischof ergänzte: „Wasser tragen heißt also: ein Joch auf sich nehmen, im übertragenen Sinn sich einspannen lassen vom Karren Jesu Christi, Seiner Kirche, der Diözese Augsburg, einer konkreten Gemeinde.“ Mit ihrem Dienst sollen die neuen Diakone den Menschen nicht noch mehr aufbürden, sondern sie entlasten.

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Für die zweite Übung erinnerte Bischof Bertram an die Stelle, als die Diener dem überraschten Speisemeister das zu Wein gewordene Wasser brachten. „Die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es.“ Sie seien also auch Geheimnisträger, wie der Diakon, der in das Geheimnis des Glaubens eingeweiht sei.

Der Weihegottesdienst in Zeiten der Corona-Pandemie

Diese Übung treffe „ins Mark unserer Berufung“, so der Bischof. Jeder sei persönlich angefragt, ob mit dem Diakonat nun eher ein kirchliches Arbeitsverhältnis beginne, das einen unbefristeten Job garantiere, oder das Eingehen einer Lebensgemeinschaft mit Jesus im Vordergrund stehe. Daran werde sich entscheiden, ob ihr weiterer Weg gelingt und Sinn macht.

Für die Zukunft wünschte er den neuen Diakonen, dass sie als geistliche Menschen und Geheimnisträger für das Bekenntnis des Glaubens brennen und es anderen weitergeben.

Wegen der Corona-Pandemie durften am Weihegottesdienst nur geladene Gäste teilnehmen. Neben Priestern und Diakonen aus dem Bistum kamen die Familien der Weihekandidaten sowie Freunde und Bekannte.