Bildungsangebot

Geschäftsführerin der Kaufbeurer Vhs sieht in Corona-Situation auch Positives

Derzeit dürfen an den Volkshochschulen keine Präsenzkurse stattfinden. Ein Programm wird es in Kaufbeuren trotzdem geben.

Derzeit dürfen an den Volkshochschulen keine Präsenzkurse stattfinden. Ein Programm wird es in Kaufbeuren trotzdem geben.

Bild: Mathias Wild

Derzeit dürfen an den Volkshochschulen keine Präsenzkurse stattfinden. Ein Programm wird es in Kaufbeuren trotzdem geben.

Bild: Mathias Wild

Wie hat es die die Kaufbeurer Volkshochschule geschafft, trotz Pandemie und Lockdown ein Programm für das Frühjahrs-Semester 2021 auf die Beine zu stellen?
15.01.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Trotz coronabedingt schwieriger Planung hat die Kaufbeurer Volkshochschule ein Programm für das Frühjahrssemester 2021 auf die Beine gestellt. Vhs-Geschäftsführerin Sabine Meyle sieht in der Situation nicht nur Negatives: „Wir erweitern gerade alle unsere digitalen Kompetenzen und das ist bestimmt nicht verkehrt.“

Wie hat sich Corona auf die Planung für das Frühjahrssemester ausgewirkt?

Sabine Meyle: Manche Kurse, etwa Kochkurse, können noch nicht angeboten werden, bei anderen haben wir mit den Kursleitungen das Konzept geändert. Die Planung ist deutlich aufwendiger im Vergleich zur Zeit vor Corona, da sehr viele Dinge beachtet und abgeklärt werden müssen. Auf ein Programmheft haben wir aus Aktualitäts- und Kostengründen verzichtet. Zudem war es schwierig, den Semesterstart festzusetzen, da keiner vorhersagen kann, wie sich die Fallzahlen entwickeln. Wir hoffen das Beste und freuen uns riesig, wenn die Kurse in der Woche vom 22. Februar starten können. Es gibt mehr Online-Kurse und die Zahl derer, die vom Präsenz- zum Onlineunterricht wechseln, werden mehr. Die Teilnehmer wollen gemeinsam lernen und gehen mit den Kursleitungen und uns neue Wege, das ist großartig. Für manche sind die Onlinekurse ein Highlight der Woche, auf das sie sich freuen.

Was sind momentan die größten Schwierigkeiten?

Meyle: Die Unberechenbarkeit der momentanen Situation und wie es weitergeht sowie die ständige Umplanung machen uns – wie vielen anderen auch – zu schaffen. Wichtig ist uns, dass wir Menschen Bildungsmöglichkeiten bieten. Volkshochschule ist ein Ort der Bildung und Begegnung, das steht im übertragenen Sinn in unserem staatlichen Bildungsauftrag und den nehmen wir sehr ernst. Ein weiteres großes Problem ist, dass uns immer mehr Teilnehmergebühren wegbrechen, je länger der Lockdown dauert. Wir klären gerade ab, ob wir die Voraussetzungen für weitere staatliche Hilfen erfüllen und sind froh, dass uns die Stadt Kaufbeuren mit höheren Fördermitteln unterstützt. Und auch für manche Kursleitungen wird es finanziell immer schwieriger, da sie auf ihr Honorar zum Lebensunterhalt angewiesen sind.

Was bedeutet es speziell für Integrationskurse, wenn kein Präsenzbetrieb möglich ist?

Meyle: Für Menschen, die es nicht gewohnt sind, zu lernen oder nicht lange Deutsch lernen, ist der Präsenzbetrieb sehr wichtig. Hinzu kommt, dass nicht alle über die entsprechende digitale Kompetenz verfügen und oft auch nicht die technische Ausstattung haben. Hinzu kommen manchmal familiäre und häusliche Verhältnisse, die einem konzentrierten Lernen entgegenstehen. Wir sind derzeit am Abklären, welche Integrations- und B2-Kurse online weiterlaufen können. Während des Lockdowns haben wir schon Online-Tutorien für Integrationskurse durchgeführt, damit die Teilnehmer zumindest im Thema bleiben und sich austauschen können. Ich denke, dass nach dem Lockdown im Präsenzunterricht vieles wiederholt und aufgefrischt werden muss und hoffe, dass wir diesbezüglich auch Unterstützung seitens des BAMF bekommen.

Welche Rückmeldungen geben Ihnen Kursteilnehmer und Dozenten?

Meyle: „Ich vermisse meine Kurse sehr und freue mich, wenn ich endlich alle wiedersehen kann!“, hören wir häufig von Teilnehmern und Kursleitungen. Manche wollen die anteiligen Kursgebühren der wegen Corona ausgefallenen Stunden nicht zurücküberwiesen haben, sondern spenden sie uns. Das freut uns sehr und hilft uns natürlich in dieser Zeit. Und es werden mehr, die sagen: „Auch wenn Kurse in Präsenz viel schöner sind … bevor man sich gar nicht treffen kann, treffen wir uns halt online zum Kurs.“ Insgesamt ist es immer wieder schön zu erleben, wie wir uns gegenseitig Mut machen und uns aufmuntern, denn gemeinsam kommen wir alle besser durch die Pandemie!

Das Kursangebot ist – auch als PDF–Download – ab sofort auf der Homepage der Kaufbeurer Volkshochschule zu finden. Anmeldungen sind ab sofort möglich. Ein Auszug aus dem Programm liegt der Kaufbeurer Ausgabe der Allgäuer Zeitung am 22. Januar bei.