Kaufbeurer wollen für denkmalgeschütztes Gebäude spenden

Kaufbeurer OB Bosse bietet Hilfe beim Wiederaufbau der "Hasenfärbe" an

"Hasenfärbe" in Kaufbeuren: Nach dem verheerenden Brand in der Nacht zum Montag ist nur noch eine Ruine übrig.

"Hasenfärbe" in Kaufbeuren: Nach dem verheerenden Brand in der Nacht zum Montag ist nur noch eine Ruine übrig.

Bild: Mathias Wild

"Hasenfärbe" in Kaufbeuren: Nach dem verheerenden Brand in der Nacht zum Montag ist nur noch eine Ruine übrig.

Bild: Mathias Wild

Nach dem Flammeninferno in der „Hasenfärbe“ Kaufbeuren. OB Stefan Bosse erkennt eine große Spendenbereitschaft. Kann ein Wiederaufbau gelingen?
27.01.2021 | Stand: 18:33 Uhr

Die Feuerkatastrophe, bei der die „Hasenfärbe“ in Kaufbeuren zerstört wurde, hat die Menschen aufgewühlt. Wegen seines charakteristischen Daches galt das denkmalgeschützte Gebäude in der Ganghoferstraße als eines der bekanntesten Bauten in Kaufbeuren. Viele Menschen verbinden mit dem Haus auch Kindheitserinnerungen.

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Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Hunderttausend Euro. Die Polizei ermittelt noch zur Brandursache. Über die Reaktionen nach dem Feuer und die Möglichkeit eines Wiederaufbaus sprachen wir mit Oberbürgermeister Stefan Bosse.

Herr Bosse, welche Reaktionen haben Sie nach dem Brand erreicht?

Stefan Bosse: Die Erschütterung bei den Menschen in Kaufbeuren ist sehr groß. Auch bei mir persönlich ist das so. Was einem an genau dieser Stelle fehlt, merkt man erst jetzt, wenn das Gebäude nicht mehr da ist. Viele Kaufbeurer würden sich über einen Wiederaufbau zweifellos sehr freuen.

Steht man vor der Brandruine, hält man einen Wiederaufbau kaum für möglich.

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Bosse: Denkbar wäre eine Rekonstruktion, also ein Wiederaufbau unter Einbeziehung der Grundmauern.

Wissen Sie, wie die Eigentümer dazu stehen?

Bosse: Ich möchte versuchen, in den nächsten Tagen mit den Eigentümern zu reden, ob es eine Perspektive für den Wiederaufbau gibt. Natürlich haben die Besitzer derzeit andere Sorgen. Aber ich habe gehört, dass es durchaus eine Bereitschaft zu einem Gespräch über dieses Thema gibt. Das freut mich natürlich sehr. Und ich denke, die Stadt könnte hier auch unterstützen.

Was können Sie den Eigentümern denn anbieten?

Bosse: Auf jeden Fall könnte die Stadt den Eigentümern mit Beratungsleistung zur Seite stehen. Aber auch handfeste finanzielle Hilfe ist möglich, etwa die Übernahme des denkmalpflegerischen Mehraufwandes, der bei einem Wiederaufbau oder einer Rekonstruktion entsteht. Wichtig ist auch, den Kontakt zum Landesamt für Denkmalpflege zu vermitteln.

Am Ende wird vor allem die finanzielle Frage zu stellen sein, oder?

Bosse: Natürlich. Ich nehme aber auch eine ganz große Spendenbereitschaft in der Bevölkerung wahr. Gerade vorhin habe ich mit dem Kaufbeurer Kabarettisten Wolfgang Krebs gesprochen, der sich engagieren möchte. Auch in den sozialen Netzwerken nehme ich viele Emotionen wahr. Möglicherweise könnte es ein steuerliches Problem sein, für ein privates Projekt zu spenden. Denkbar wäre es allerdings, diese Spendenaktion über den Heimatverein Kaufbeuren laufen zu lassen. Das müsste man klären.

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