Irsee

Hin und Her bei Baugebiet-Erschließung

Gemeinderat Irseer Gremium vertagt drei von vier Ausschreibungen. Für künftige Bücherei im Bürgerhaus werden 50 000 Euro im Haushalt vorgesehen. Planungen weit fortgeschritten
Von von Elisa Hanusch
22.12.2019 | Stand: 16:55 Uhr

Die Ausschreibungen für die Erschließungsarbeiten im Geltungsbereich von vier Bebauungsplänen standen auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Irseer Gemeinderates. Am Ende blieb nur eine davon übrig. Die Neuerschließung des Areals „Große Schweiber“, die Fertigstellung der Erschließung im Areal „Kleine Schweiber“ und Ausbau und Neuerschließung im Bereich „Hochstraße“ wurden vertagt, nachdem sich Anwohner dazu geäußert hatten. Lediglich die Fertigstellung der Erschließung „Am Kreuzstein“ wird nun ausgeschrieben.

Zunächst erklärten die Planer die Erschließungsmaßnahme „Kleine Schweiber“ und legte, wie schon im November, die Kostenberechnungen für die Verwendung verschiedene Pflastersteine vor. Anwohner hatten daraufhin vorgeschlagen, eine „Mischung zwischen Asphalt und Pflasterung“ anzustreben. Die Fahrbahn solle asphaltiert und links und rechts durch großformatige Granit-Pflastersteine eingefasst werden. Außerdem wurde die Idee vorgebracht, den Bereich am Nordeinlass der Straße schmaler zu machen und so die Fahrbahn auf eine Spur zu reduzieren, um den Verkehr zu bremsen. Gemeinderat Martin Hofmann schlug vor, die Einsäumung mit kleineren Steinen zu realisieren, um den Asphaltbereich ein wenig zu schmälern. Zweiter Bürgermeister Bertram Sellner begrüßte den Vorschlag der Bürger, dies sei ein „guter Kompromiss“. Einstimmig wurde beschlossen, die Ausschreibungsunterlagen entsprechend anzupassen.

In Sachen „Hochstraße“ wurde die Ausschreibung der Erschließungsarbeiten zurückgestellt, weil sich die Unsicherheiten beim Ausbau als relativ groß herausgestellt hätten – zumal dieser von den Anwohnern als nicht unbedingt notwendig erachtet werde. Eine Ausschreibung der Arbeiten im Bereich „Am Kreuzstein“, wo Asphalt aufgezogen und die Kanalschächte entsprechend angepasst werden sollen, wurde zunächst von sechs Gemeinderäten abgelehnt, fünf stimmten dafür.

Die Erschließungsplanung für das Baugebiet „Große Schweiber“ wurde vom Ingenieurbüro noch einmal vorgestellt und vom Rat prinzipiell gebilligt. Anschließend gab es allerdings eine längere Diskussion. Einige Gemeinderäte sprachen sich dafür aus, die Förderinitiative „Innen statt Außen“ des Freistaates verstärkt im Blick zu behalten und die Ausschreibung zu verschieben. Andere Gremiumsmitglieder plädierten dafür, den Bereich möglichst schnell zu erschließen, um die „jungen Irseer“, die dort gerne bauen würden, nicht noch länger vertrösten zu müssen. Schließlich schlug Bürgermeister Andreas Lieb vor, die Ausschreibungen zu vertagen und im Februar oder März die Vergabekriterien festzulegen. Außerdem stellte er den Antrag, die Erschließung „Am Kreuzstein“ doch auszuschreiben. Bei der Abstimmung gab dann im Gegensatz zum ersten Votum an diesem Abend sechs Ja- und fünf Nein-Stimmen.

Außerdem beschäftigte sich der Rat mit der „großen Chance, eine Bibliothek im Bürgerhaus unterzubringen“, wie Bürgermeister Lieb es ausdrückte. Das Vorhaben wurde, wie berichtet, von zwei Bürgerinnen initiiert und von der Gemeinde wohlwollend aufgenommen. In Rammingen habe man bereits die ebenfalls im Bürgerhaus untergebrachte Bibliothek begutachtet und sich „Zahlen und Fakten“ geben lassen, berichtete Lieb. Viele Bürger hätten sich außerdem bereit erklärt, das Bücherei-Projekt ehrenamtlich zu unterstützen.

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Gemeinderätin Dr. Angela Städele sieht darin auch eine Möglichkeit, „dass das Gemeindehaus mehr Leben bekommt“. Zweiter Bürgermeister Sellner nannte eine solche Bibliothek ein „neues Begegnungszentrum“ in der Kommune. Förderung und Beratung bei dem Vorhaben seien von den entsprechenden Stellen des Freistaates Bayern und dem kirchlichen Sankt-Michaelsbund zu erwarten. Zu Beginn müssten 1,5 bis zwei Medien pro Einwohner zur Verfügung stehen. Auf diesen Bestand könne dann allmählich aufgebaut werden. Für die Medien sind Kosten von rund 20 000 Euro angesetzt, wovon die Gemeinde etwa die Hälfte übernehmen müsste.

Die Bücherei solle sich vor allem an die Kinder in Kindergarten, Schule und Mittagsbetreuung richten und darüber hinaus an Senioren. So könne die Bibliothek auch diese beiden Altersgruppen zusammenbringen. Aber auch altersübergreifende Angebote, beispielsweise Vorlesestunden, sind Teil des Konzeptes. Es gehe darum, den „Aspekt Buch neben der Digitalisierung wieder in den Vordergrund zu rücken“, meinte Dritte Bürgermeisterin Inge Lechner. Durch einen neu zu schaffenden Durchgang zwischen Bürgerhaus und den Räumen der ehemaligen Poststelle, in denen die Bibliothek untergebracht werden soll, könne das Foyer als Leseraum mitgenutzt werden. Einstimmig beschloss der Rat, im Haushalt 50 000 Euro für die Realisierung der Bibliothek einzuplanen.