„Meine-Holzbox“

Diese Holzboxen aus Stöttwang sind voller Nachhaltigkeit

Das Holzboxen-Team im Wald, wo der Rohstoff für die Produkte wächst: (von links) Lilli Huber, Tobias Huber, Ricardo Palazzolo und Felix Ammersinn.

Das Holzboxen-Team im Wald, wo der Rohstoff für die Produkte wächst: (von links) Lilli Huber, Tobias Huber, Ricardo Palazzolo und Felix Ammersinn.

Bild: Tobias Huber

Das Holzboxen-Team im Wald, wo der Rohstoff für die Produkte wächst: (von links) Lilli Huber, Tobias Huber, Ricardo Palazzolo und Felix Ammersinn.

Bild: Tobias Huber

Ein Jungunternehmer aus Stöttwang im Ostallgäu pflanzt über 500 Bäume in seiner Heimatgemeinde. Warum er das macht.
01.05.2021 | Stand: 13:40 Uhr

Der Fotograf Tobias Huber hat sich mit seiner Firma „Meine-Holzbox“ in den vergangenen Jahren ein zweites wirtschaftliches Standbein geschaffen. Er verkauft handgefertigte und personalisierte Geschenkboxen aus Holz. Die Produkte mit sozialem und ökologischem Anspruch kommen bei ganz besonderen und kontaktlosen Übergaben zum Einsatz, zum Beispiel für Schlüsselübergaben in Autohäusern oder Bilderübergaben von Fotografen.

Dabei setzt Huber nach eigenen Angaben gezielt auf Regionalität und lässt seine Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen in heimischen Behinderten-Werkstätten fertigen. Anschließend graviert und veredelt er sie in der eigenen Werkstatt nach Kundenwunsch.

50 Menschen mit Handicap finden eine Aufgabe

„In Kaufbeuren, Kempten und Lindenberg haben damit bis zu 50 Menschen mit Handicap eine Aufgabe gefunden“, sagt Huber. Das Konzept gibt es seit Mitte 2020 auch in der Schweiz, wo Außendienstmitarbeiter Ricardo Palazzolo die Geschäfte leitet. Neben ökonomischen und sozialen Aspekten möchte das junge Unternehmen auch ökologisch einen Mehrwert schaffen. Deshalb hat Huber in Zusammenarbeit mit 20 Fotografenkollegen ein digitales Produkt erstellt, bei dessen Kauf Bäume gepflanzt werden und jeder Käufer selbst entscheidet, ob er Pate von vier bis zehn Bäumen wird. „Unsere Kunden sind begeistert von dieser Nachhaltigkeitsaktion“, sagt Huber. „In kürzester Zeit konnten wir dadurch zwei Waldbesitzer in meiner Heimatgemeinde Stöttwang bei der Pflanzung der ersten 560 Bäume unterstützen.“

Nahrungsquellen für Vögel in Stöttwang

Auch bei der Auswahl der Baumarten sei großer Wert auf Nachhaltigkeit und Artenreichtum gelegt worden. Mit der Mischung von mehr als zehn verschiedenen Laub- und Nadelhölzern soll ein stabiler und klimatoleranter Mischwald entstehen, der wichtigen Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen schaffe. „Für nachhaltige und stabile Wälder müssen wir uns von reinen Fichtenwäldern verabschieden“, sagt Waldbesitzer Erich Heiserer. So wurden unter anderem seltene Baumarten wie Schwarznuss, Flatterulme, Vogelkirsch, Elsbeere und auch die auf der „Roten Liste“ stehende Spirke gepflanzt, die Nahrungsquellen für Vögel, Bienen und viele andere Tiere seien.

Mehr als 10.000 Holzboxen in Auftrag gegeben

Hubers junges Unternehmen wächst. Durch nachhaltiges Wirtschaften und die steigende Nachfrage seien bereits mehr als 10.000 Holzboxen bis Ende 2021 in Auftrag gegeben worden.

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