Hilfsaktion

Home-Schooling: Kein Ostallgäuer Kind soll abgehängt werden

laptop-Aktion vr bank augsburg-Ostallgäu

Wenn schon Home Schooling, dann mit einer vernünftigen technischen Ausstattung.

Bild: Gollmitzer/VR Bank

Wenn schon Home Schooling, dann mit einer vernünftigen technischen Ausstattung.

Bild: Gollmitzer/VR Bank

Unterricht daheim ist derzeit angesagt: Vielen Schülern fehlt aber technische Ausstattung. Mit einer Initiative wollen VR Bank und Kinderbrücke Allgäu helfen.

22.05.2020 | Stand: 19:30 Uhr

Die Kinderbrücke Allgäu und die VR Bank Augsburg-Ostallgäu starten ein Crowdfunding-Projekt über 60 000 Euro zugunsten bedürftiger Schulkinder. Die Aktion läuft in Kooperation mit den Bildungsregionen Ostallgäu und Kaufbeuren unter der Schirmherrschaft der Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker und des Kaufbeurer Oberbürgermeisters Stefan Bosse.

Unterricht weiter eingeschränkt

Die Corona-Krise hat zu flächendeckenden Schulschließungen geführt. Noch für längere Zeit wird der Schulbetrieb nur eingeschränkt stattfinden. Das heißt weiterhin auch viel Heimunterricht für Kinder und Jugendliche. Da dafür aber eine gewisse technische Ausstattung nötig ist, bringt Home Schooling bedürftige Familien schnell an ihre Grenzen. „Die Pandemie trifft leider besonders diejenigen hart, die es schon vorher nicht leicht hatten“, sagt Ursula Gollmitzer, 2. Vorsitzende der Kinderbrücke Allgäu. Hinschauen – nicht wegschauen, wenn Familien und Kinder in Not geraten. Und dann schnell, konkret und unbürokratisch helfen. Das war der Grundgedanke, als die Kinderbrücke Allgäu 2001 ins Leben gerufen wurde.

Ziel: 60000 Euro

Der gemeinnützige Verein und die VR Bank Augsburg-Ostallgäu haben sich mit den Bildungsregionen Ostallgäu und Kaufbeuren zusammengetan, um während der Corona-Krise zu helfen. Ziel ist es nun, über die Crowdfunding-Plattform der VR Bank 60 000 Euro für Grundschulkinder einzusammeln. Crowdfunding steht für Schwarmfinanzierung über das Internet.

„Als uns der Aufruf unserer Landrätin nach Laptops für bedürftige Schüler erreichte, war uns gleich klar, da wollen und müssen wir uns engagieren“, sagt Vorstandssprecher Dr. Hermann Starnecker von der VR Bank Augsburg-Ostallgäu: „Denn keinem Schüler sollten durch die Krise Nachteile entstehen“ Deshalb trat die VR Bank an die Bildungsregion Ostallgäu und die Kinderbrücke Allgäu heran.

Mehr als nur Laptops

Gemeinsam war das Projekt schnell konzipiert. Da der Bedarf durch Home Schooling laut den Grundschulen aber weit über die Anschaffung von Laptops hinaus geht – teilweise fehlt es in Familien an Druckerpatronen, um Arbeitsblätter ausdrucken zu können –, wurde es weiter gefasst: Von den gesammelten Spenden können die Schulen für bedürftige Schüler nun schnell und unkompliziert genau die Dinge anschaffen, die dringend benötigt werden: gebrauchte Laptops und Tablets, aber auch Drucker und Druckerpatronen.

Genossenschaftliches Prinzip

„Der Erfolg von Home Schooling hängt auch von der persönlichen Ausstattung der Kinder zu Hause ab“, sagt Oberbürgermeister Stefan Bosse. Um eine möglichst große Spende realisieren zu können, setzen die Projektbeteiligten auf das bekannte genossenschaftliche Prinzip „Viele schaffen mehr“. „Für viele von uns sind fünf Euro keine große Sache, eine gute Schulausbildung aber schon“, sagt Landrätin Zinnecker.

Gesellschaft profitiert

Nun geht es darum, möglichst schnell viele Spender zu finden, die helfen, dieses Projekt erfolgreich umzusetzen. „Bildung ist elementar, sie ermöglicht den Zugang zu einer späteren guten Berufsausbildung, und das kommt dann auch wieder der Gesellschaft zu Gute“, sagt Ursula Gollmitzer. 

 

So funktioniert's

Jeder kann helfen: Einfach im Internet unterder Adresse www.vrbank-hilft.de auf die Crowdfunding-Plattform gehen und eine Spende abgeben. Sobald die Spendensumme in Höhe von 60.000 Euro erreicht ist, verteilt die Kinderbrücke Allgäu den Betrag nach einem vom Landratsamt definierten Schlüssel an die Schulen in Kaufbeuren und dem Ostallgäu. Diese können dann davon ihre bedürftigen Schüler gezielt unterstützen. Um schnell helfen zu können, wurde die Projektlaufzeit mit sechs Wochen angesetzt. Sie endet am 30. Juni 2020.

20 000 Euro Startkapital: Die VR Bank und die Kinderbrücke Allgäu haben als Startkapital jeweils 10 000 Euro in den Spendentopf eingezahlt. Weitere 2500 Euro erbringt die VR Bank als Co-Funding, das bedeutet: Für Spenden ab 5 Euro legt die Bank 10 Euro drauf (bis maximal 2500 Euro) „Grundsätzlich gilt, jeder Euro zählt, denn auch viele kleine Spenden geben letztlich eine große Summe“, so der Appell.

Die Schirmherrschaft: Sie haben die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker und Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse übernommen.