Elektromobilität

Intertek baut in Kaufbeuren neuen Testbunker für Batterien

Die Erdarbeiten für den neuen Testbunker östlich des Innovaparks in Kaufbeuren haben kürzlich begonnen. Dort sollen auch künftig Energieträger getestet werden.

Die Erdarbeiten für den neuen Testbunker östlich des Innovaparks in Kaufbeuren haben kürzlich begonnen. Dort sollen auch künftig Energieträger getestet werden.

Bild: Mathias Wild

Die Erdarbeiten für den neuen Testbunker östlich des Innovaparks in Kaufbeuren haben kürzlich begonnen. Dort sollen auch künftig Energieträger getestet werden.

Bild: Mathias Wild

Das Unternehmen Intertek errichtet in Kaufbeuren einen neuen Prüfbunker für Energieträger in E-Autos. Der alte Bau am Innovapark sorgte mehrfach für Unmut.
06.05.2021 | Stand: 07:00 Uhr

Das Prüf- und Zertifizierungsunternehmen Intertek baut am Kaufbeurer Innovapark einen neuen Versuchsbunker für Batterien. Dort werden unter anderem Energieträger für Elektrofahrzeuge bis an ihre Grenzen getestet. Der alte Bunker sorgte für Unmut in der Nachbarschaft, da es früher mehrfach zu Knallgeräuschen, Rauchentwicklung und Geruchsbelästigungen gekommen sein soll. Ein Unternehmer aus der Nachbarschaft hatte sich gar um die Gesundheit seiner Mitarbeiter gesorgt.

Intertek testet Batterien bis an die Grenzen

Der internationale Konzern Intertek beschäftigt an seinem Kaufbeurer Standort im Kerngebäude des Innovaparks 110 Mitarbeiter. Ingenieure und Techniker testen und zertifizieren dort im Auftrag der Produzenten unter anderem elektronische Geräte, um sicherzustellen, dass diese den Herstellerangaben entsprechen. Auch Autohersteller und deren Zulieferer schätzen die Erfahrung des Unternehmens. Das Werk gilt innerhalb des Konzerns als „Kompetenzzentrum für Elektromobilität“. Die Auftraggeber lassen dort etwa Stromspeicher auf Alltagstauglichkeit untersuchen, in Langzeitversuchen, bei Hitze und Kälte, auch bis an die Grenzen belasten. Außerhalb des Werks östlich des Innovaparks wurde dafür seinerzeit ein abgeschirmter „Abuse-Bunker“ (abuse ist englisch und steht für Missbrauch) eingerichtet.

Intertek: Alle Sicherheitsanforderungen erfüllt

Die Vorwürfe von unkontrollierten Explosionen und Gefahren für die Gesundheit hatte Intertek freilich stets zurückgewiesen. Es handele sich um übliche Tests von Serienprodukten, bei denen es beispielsweise um Ladevorgänge unter realen Bedingungen geht. Reaktionen der Energieträger müssten grundsätzlich einkalkuliert werden. Die Prüfplätze für Batteriemodule und Temperaturkammern erfüllten die Sicherheitsanforderungen und seien dafür ausgelegt, Risiken für Mensch und Umwelt auszuschließen. Dennoch hatte das Unternehmen bereits vor Jahren bauliche Lösungen in Aussicht gestellt, die allerdings einer längeren Planung bedurften.

Alte Anlage mittlerweile abgerissen

Nun ist die gut zehn Jahre alte Anlage abgerissen worden. „Nach aufwendiger Planung und in enger Abstimmung mit den Behörden“, sagt Thomas Carl, Geschäftsführer für den Bereich Transportation Technologie bei Intertek Deutschland. Für die neue Testeinrichtung laufen derzeit die Erdarbeiten. Der Bau soll bis Oktober stehen und eingerichtet sein. „Es handelt sich um ein solides Gebäude aus Beton“, sagt Carl. Zu der Investitionshöhe macht das Unternehmen keine Angaben. Der Bau erfolge „Hand in Hand“ mit dem Vermieter, dem Innovapark, der vom Bauunternehmen Dobler betrieben wird. Ursprünglich hatte man bei Intertek auch darüber nachgedacht, die seinerzeit leer stehende Halle südlich des Innovaparks für die Testreihen zu beziehen. Zwischenzeitlich ist dort das Unternehmen Hirschvogel (Denklingen/Schongau) eingezogen, das an seinem neuen Kaufbeurer Standort ebenfalls den Geschäftsbereich Elektromobilität mit der Produktion von Komponenten für die Autoindustrie vorantreiben möchte.

Intertek baut Kompetenzzentrum aus

Auch Intertek baut sein Kompetenzzentrum für E-Mobilität seit Jahren aus, da der Markt stetig wächst. Laut Carl kommt in dem Neubau künftig ein Sicherheitskonzept zum Tragen, das eng mit den Behörden abgestimmt sei. Dazu gehörten der Brandschutz ebenso wie Filteranlagen und Lärmschutz. Letztlich gehe es auch in dem neuen Testbunker darum, Energieträger auf Herz und Nieren zu prüfen, sagt Carl. Im Vordergrund stehe der Verbraucherschutz. Der Neubau sei auch eine Investition in die Zukunft des Standortes, der konzernweit eine wichtige Rolle spiele.

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