Eishockey in Kaufbeuren

Jan Pavlu beim ESVK: Gutes Timing auf und neben dem Eis

Jan Pavlu ist seit diesem Jahr Verteidiger beim ESVK.

Jan Pavlu ist seit diesem Jahr Verteidiger beim ESVK.

Bild: Manuel Weis

Jan Pavlu ist seit diesem Jahr Verteidiger beim ESVK.

Bild: Manuel Weis

Der Südtiroler Jan Pavlu verteidigt ab kommender Saison für den ESVK. Wieso der frische Nachwuchs gut für sein Training ist und ihm Timing einfach liegt
08.09.2021 | Stand: 18:30 Uhr

Besser hätte es kaum laufen können: Im Frühjahr wurde Eishockey-Verteidiger Jan Pavlu Papa. Söhnchen Liano erblickte das Licht der Welt – und das ausgerechnet am Tag nach dem Ende der zurückliegenden Eishockeysaison. Pavlu hatte die DEL 2-Playoffs mit den Heilbronner Falken gerade beendet, als sich der Nachwuchs bemerkbar machte. „Das hat sich also genau richtig ergeben“, sagt der 27 Jahre alte Verteidiger, der links schießt. Richtig ergeben, wie vieles im Leben bei ihm.

Die Eishockey-Wurzeln liegen in Südtirol

Seine Wurzeln hat Pavlu in Bozen, sowohl sein Opa Jaroslav als auch sein Vater Martin spielten beim dortigen HC eine tragende Rolle. Jaroslav spielte über eine Dekade beim dortigen Klub, Martin verbrachte fast seine komplette Karriere, also mehr als 20 Jahre, dort und lief am Ende mit dem „C“ auf der Brust auf. Jan hat noch nicht für den HC gespielt. Es bestünde durchaus die Möglichkeit, dort zu spielen, berichtet er, „aber ich sehe den Augenblick noch nicht gekommen.“ Schön sei es in Bozen aber in jedem Fall. Pavlu ist öfter dort, um seine Familie zu besuchen.

Das Eishockeyspielen erlernte der junge Jan Pavlu einst bei den Jungadlern Mannheim, der besten deutschen Nachwuchsschmiede. Er wechselte dann nach Salzburg zu den RB Hockey Juniors, war Teil der legendären Ausbildungsstätte des Brausekonzerns und spielte mit dem Verein unter anderem in der russischen Junioren-Liga. Eine „anstrengende, aber gute Zeit“ nennt er seine Jugendjahre. Von Salzburg ging es schließlich in die DEL 2, in der er drei Jahre lang für Bayreuth und zuletzt drei Jahre lang für Heilbronn spielte. 29 Matches absolvierte der Verteidiger 20/21 für die Falken, schoss drei Tore und bereitete ebenso viele vor.

Pizza und Pasta, oder?

Nun zieht er sich den Dress des ESV Kaufbeuren an. Er ist einer der Neuzugänge in der Joker-Defensive. In Kaufbeuren sei er herzlich aufgenommen worden, besonders fiel ihm auf, dass bei den Jokern alles superorganisiert sei. In der Kabine ist ein anderer Routinier sein Sitznachbar: Sören Sturm, verpflichtet schon vergangenen Winter, wird ihm in der kommenden Saison sicherlich für den ein oder anderen Drittelpausen-Plausch zur Verfügung stehen. Ob sie dann auch über die Kulinarik in Südtirol sprechen werden? Kaum anzunehmen. Dennoch: Sofern Pavlu die Wahl hat zwischen Pizza und Pasta, würde er sich eher für Pizza entscheiden, „obwohl ich hier mittags immer Pasta esse“, sagt er mit Blick auf die Speisekarte im Trainingscamp der Kaufbeurer.

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Für Geheimtipps bei um schöne Ecken in und um Bozen aber steht Pavlu zweifelsfrei zur Verfügung. Erst vor wenigen Wochen war er aus beruflichen Gründen wieder in Südtirol. Er weilte bei der italienischen Nationalmannschaft. „Wir haben die heißeste Woche in Südtirol für unser Trainingslager erwischt“, sagt er lachend. Dennoch sei es eine gute Zeit gewesen, nicht zuletzt wegen der wunderschönen Atmosphäre und auch schon wegen der Möglichkeit, vor einigen hundert Leuten auf den Zuschauerplätzen zu spielen.

Ein Baby als Taktgeber

Jetzt gilt sein Blick voll der anstehenden DEL 2-Saison in Kaufbeuren – und natürlich der kleinen Familie. Nachdem er die drei Monate mit Sohn Liano „in vollen Zügen“ genossen habe und die „neue Situation“ kennenlernen durfte, sei er bereit für neue Aufgaben im Eishockey. Jetzt Papa zu sein, biete für den Beruf auch Vorteile. „Man muss früh ins Bett, dafür steht man auch früher auf. Das ist ganz gut für das Training“, sagt Pavlu. Gutes Timing scheint dem ESVK-Neuzugang irgendwie zu liegen.

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