Meinung

Die Kanzelrede von Christian Springer "war keine Show"

Ein Kabarettist auf der Kanzel: Christian Springer sprach bei zwei Gottesdiensten in der Kaufbeurer Dreifaltigkeitskirche jeweils rund eine Stunde über seine Ansichten und Erlebnisse zum Thema Flüchtlinge.

Ein Kabarettist auf der Kanzel: Christian Springer sprach bei zwei Gottesdiensten in der Kaufbeurer Dreifaltigkeitskirche jeweils rund eine Stunde über seine Ansichten und Erlebnisse zum Thema Flüchtlinge.

Bild: Mathias Wild

Ein Kabarettist auf der Kanzel: Christian Springer sprach bei zwei Gottesdiensten in der Kaufbeurer Dreifaltigkeitskirche jeweils rund eine Stunde über seine Ansichten und Erlebnisse zum Thema Flüchtlinge.

Bild: Mathias Wild

Die Dreifaltigkeitsgemeinde in Kaufbeuren bietet Christian Springer im Lockdown die Kirche als Bühne an. Was unser Autor von dieser Kanzelrede hält.
01.02.2021 | Stand: 18:47 Uhr

Dass Gottesdienste von den strengen Corona-Bestimmungen ausgenommen sind, stieß schon zu Weihnachten nicht nur auf Verständnis. Dass nun die Dreifaltigkeitsgemeinde und der mit ihr verbundene Arbeitskreis Asyl den renommierten Kabarettisten Christian Springer zu letztlich zwei „ausgebuchten“ Gottesdiensten eingeladen haben, dürfte ebenfalls zumindest für Stirnrunzeln gesorgt haben. Doch zum einen wurde das Hygienekonzept bei dieser – nun ja – Großveranstaltung vorbildlich umgesetzt.

Kein verkappter Kabarettabend

Zum anderen war die Kanzelrede Springers zum 30-jährigen Bestehen des AK Asyl wahrlich kein verkappter Kabarettabend, für den die Kirche ihre Privilegien ausgenutzt hätte. Es war ein echter Gottesdienst, oder besser eine Andacht im Sinne von Nachdenken über das Schicksal von Menschen, die über die Corona-Diskussionen in Deutschland nur müde lächeln können. Das war keine Unterhaltung, keine Show, sondern ein Abend der knallharten Fakten und existenziellen Fragen, der trotzdem oder gerade deshalb guttat.