Kaufbeuren

Karl Eichinger ist Bindeglied zwischen Bürgern und Bauhof

Seit Karl Eichinger Beauftragter des Stadtrats für den Bauhof ist, schaut er dort regelmäßig vorbei und darf auch mal im großen Lkw Platz nehmen.

Seit Karl Eichinger Beauftragter des Stadtrats für den Bauhof ist, schaut er dort regelmäßig vorbei und darf auch mal im großen Lkw Platz nehmen.

Bild: Mathias Wild

Seit Karl Eichinger Beauftragter des Stadtrats für den Bauhof ist, schaut er dort regelmäßig vorbei und darf auch mal im großen Lkw Platz nehmen.

Bild: Mathias Wild

Der neue Beauftragte des Stadtrats ist von der  Vielfältigkeit und Kompetenz der Bauhof-Mitarbeiter beeindruckt

01.09.2020 | Stand: 06:15 Uhr

Zwölf Beauftragte hat der Stadtrat für die Periode bis 2026 bestimmt. Die Palette der Themen reicht von Umwelt über Kultur, Digitale Stadt bis zu Offene Gesellschaft. Sie sollen überparteilich arbeiten und ein Bindeglied zu den Bürgern in der Stadt darstellen. In einer Serie stellen wir die Amtsinhaber vor. Heute geht es um Karl Eichinger, Beauftragter für den Bauhof mit Stadtgärtnerei.

 

Eigentlich, so bekennt der Polizeibeamte Karl Eichinger, wäre er ja sehr gerne Beauftragter für Öffentliche Ordnung geworden. Doch bei den Vorgesprächen zur Vergabe der Posten im neuen Stadtrat war schnell klar, dass die CSU diese Aufgabe übernehmen will. Seiner Fraktion der Freien Wähler wurde der Bauhof samt Stadtgärtnerei angeboten. Eichinger willigte schließlich ein. Inzwischen geht er voll in dieser Aufgabe auf und könnte sich gar keine schönere mehr vorstellen. Denn nach seinen ersten Besuchen im Bauhof wurde Eichinger klar, wie vielfältig und bedeutend diese Einrichtung der Stadt mit seinen rund 90 Mitarbeitern ist: „Es läuft in Kaufbeuren nur ganz wenig ohne den Bauhof“, sagt der 57-Jährige. Die Einrichtung habe eine Schlüsselstellung.

Eichinger sieht seine Hauptaufgabe darin, Vermittler zwischen Bürgern und Bauhof zu sein. Sehr hilfreich empfindet er die Störungsmelde-App. Darüber können Bürger dem Bauhof sofort und unkompliziert Störungen aller Art im öffentlichen Raum melden, sei es dass eine Straßenlaterne nachts nicht leuchtet oder ein öffentlicher Abfalleimer überquillt, die Ampel nicht mehr umschaltet oder der Spielplatz mal wieder als wilde Müllkippe missbraucht wurde. Eichingers Erfahrung nach reagiert der Bauhof darauf sofort. Oft sei das Malheur schon nach ein paar Stunden beseitigt. Allerdings dämpft Eichinger die Erwartungen mancher Bürger ein wenig: „Der Bauhof kann nicht jedes Problem Einzelner sofort lösen.“

Viele Anfragen

Dass Eichinger neuer Bauhof-Beauftragter und damit Nachfolger von Hans Häußer (KI) ist, der dem Stadtrat nicht mehr angehört, hat sich offensichtlich schnell rumgesprochen. Denn Eichinger bekommt schon viele Anfragen von Bürgern. Eichinger kümmert sich um jedes Anliegen, über das er informiert wird, macht gegebenenfalls Fotos und sagt den Bürgern nach Rücksprache mit dem Bauhof Bescheid, wie es weitergeht. Er ist auch regelmäßig im Bauhof, um sich mit Leiter Georgio Buchs und seinem Stellvertreter Georg Trautwein auszutauschen. Bei den Mitarbeitern – zu über 90 Prozent Facharbeiter – hat sich Eichinger auch vorgestellt. Er ist beeindruckt von ihrer fachlichen Kompetenz und ihrem Engagement.

Interessant findet es der Stadtrat auch, mit sehr vielen verschiedenen Themen befasst zu werden. So habe er mit Bürgern bereits über umweltschonendes Arbeiten, Kameraüberwachung im öffentlichen Raum oder fehlende Grüne Tonnen diskutiert. „Ich komme durch den Posten noch viel mehr mit Bürgern in Kontakt“, freut er sich. Derzeit wendet er zwei bis drei Stunden im Monat für seine neue Aufgabe auf. Im Winter, so schätzt er, werde es vielleicht mehr. Um dann besser beurteilen zu können, wie gerechtfertigt Beschwerden sind, will er mit einem Schneeräumer mitfahren. Es sei nämlich wichtig, so der freigestellte Personalrat beim Polizeipräsidium Schwaben Süd-West, einfach mal die Perspektive zu wechseln. Vom Räumfahrzeug aus sehe man besser, was möglich ist und was nicht. Schließlich dürfe beim Winterdienst ja auch nichts kaputt gehen. Und auch die Müllabfuhr will Eichinger bald einen Tag begleiten.

Als sehr gut empfindet Eichinger die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Mit Baureferent Helge Carl, dem der Bauhof untersteht, hat sich Eichinger bereits ausgetauscht. „Wir wollen offen miteinander umgehen“, sagt Eichinger. „Ich möchte ein Miteinander und kein Gegeneinander.“

Sein Fazit nach den ersten Wochen im neuen Ehrenamt: „Mein Verständnis für den Bauhof ist anders geworden.“ Und es sei vielleicht der interessantere Job als der des Ordnungsbeauftragten.