Große Fortschritte innerhalb kurzer Zeit

Kater mit Mini-Rollstuhl: So geht es Jimmy aus Kaufbeuren

Wird Jimmy das Training mit dem Mini-Rollwagen mal zu anstrengend, lassen sich die Hinterbeine in zwei Schlaufen einhängen.

Wird Jimmy das Training mit dem Mini-Rollwagen mal zu anstrengend, lassen sich die Hinterbeine in zwei Schlaufen einhängen.

Bild: Mathias Wild

Wird Jimmy das Training mit dem Mini-Rollwagen mal zu anstrengend, lassen sich die Hinterbeine in zwei Schlaufen einhängen.

Bild: Mathias Wild

Um wieder auf die Beine zu kommen, übt Kater Jimmy mit einem Rollwagen. Die Tierärztin Dr. Andrea Restle sagt: „Man sieht ihm einfach an, dass er laufen will."
09.12.2020 | Stand: 18:30 Uhr

Es sind erst ein paar Wochen vergangen, seit Jimmy seinen kleinen Rollstuhl bekommen hat. Und doch mache der Kater enorme Fortschritte. „Da liegen wirklich Welten dazwischen“, sagt die Kaufbeurer Tierärztin Dr. Andrea Restle. Im Vergleich zu dem Tag, als Jimmy mit dem Rollwagen das erste Mal durch den Garten lief, auf zwei Pfoten, etwas unsicher, vor allem aber aufgeregt. Und erst recht zu jenem Junitag, als eine Kundin das Tier brachte. Jimmy war angefahren und schwer verletzt auf der Straße liegen gelassen worden. Seither begleitet Restle den Kater auf dem Weg zurück ins Leben. Schritt für Schritt.

An diesem Dezembermittag steht Jimmy im Behandlungszimmer, drückt die Hinterpfoten behutsam auf die Tischplatte. „Super, er probiert es richtig“, sagt Restle, die den Kater stützt. Auch wenn Jimmy ohne Hilfe hinten nicht stehen oder laufen kann, hat er immer noch Gefühl in den Beinen. Bei dem Autounfall sei ein Nerv verletzt worden, der für das Durchstrecken wichtig ist, erklärt die Tierärztin. Welcher genau, könne sie nicht sagen. Die vergangenen Wochen haben Restles Hoffnung wachsen lassen, dass der Nerv heilt und ihr Schützling irgendwann wieder auf allen Vieren laufen kann.

Ebenso wie bei Menschen: Psyche für die Heilung entscheidend

Ein Prozess, der womöglich lange dauert und mit viel Training verbunden ist. Mal macht Jimmy Krankengymnastik, mal übt er mit seinem Mini-Rollstuhl, mal bekommt er Massagen. Für den jungen Kater ein anstrengendes Programm, aber: „Man sieht ihm einfach an, dass er laufen will“, sagt Restle. Ebenso wie bei Menschen sei die Psyche für die Heilung entscheidend. Nach den Stehversuchen geht es also in den Mini-Rollstuhl. Angefertigt hat ihn das Sanitätshaus „Pfafftier“ in der Nähe von Mannheim.

Damit sich Jimmy die Hinterpfoten nicht aufreibt

Wird es Jimmy zu viel, lassen sich die Hinterbeine in zwei Schlaufen einhängen. Das entlastet vor allem, verhindert aber auch, dass sich der Kater die Pfoten beim Laufen aufreibt. Wobei sie das noch nie erlebt habe, sagt Restle. „Er hatte noch überhaupt keine aufgeschrubbelten Pfoten. Das zeigt, dass das schon exzellent funktioniert.“ Zumal man es Jimmy anmerken würde, wenn er Schmerzen hätte, ist Restle überzeugt.

Tierische Mitbewohner

Mittlerweile besucht der Kater die Tierärztin nur noch alle paar Wochen. Denn Restle hat für Jimmy ein neues Zuhause im Ostallgäu gefunden. Mit Menschen, die sich gerne um ihn kümmern, Übungen mit ihm machen und ihn im Alltag unterstützen. „Er wird in der Krankengymnastik bestens betreut.“ Über zwei seiner neuen Mitbewohner habe sich Jimmy besonders gefreut: „Er schmust schon mit Hund und Katze“, sagt die Tiermedizinerin und lächelt.